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OM-Mediengruppe baut neu im Emsteker Ecopark

Ein Jahr nach Fusion von OV und MT ist OM online erfolgreich eingeführt – mit über 37 Millionen Seitenaufrufen seit Mai 2020. Experten beraten das Unternehmen im weiteren Veränderungsprozess.

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Eröffnung im Herbst 2023 geplant: Das neue Medienzentrum der OM-Mediengruppe ersetzt die Verlagshäuser in Cloppenburg und Vechta. Dort werden Geschäftsstellen eröffnet. Foto: Matthias Niehues

Eröffnung im Herbst 2023 geplant: Das neue Medienzentrum der OM-Mediengruppe ersetzt die Verlagshäuser in Cloppenburg und Vechta. Dort werden Geschäftsstellen eröffnet. Foto: Matthias Niehues

OM online ist eine Erfolgsgeschichte. Nach dem Start des neuen Nachrichtenportals für das Oldenburger Münsterland zieht die OM-Medien GmbH erste Bilanz und stellt ihre Pläne für ein neues Medienzentrum im Emsteker Ecopark vor.

Seit dem Markteintritt im Mai 2020 hat die gemeinsame Redaktion von MT und OV mehr als 16.000 Berichte und Meldungen aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta auf OM online veröffentlicht.

„Seitdem haben uns die Nutzer 11,8 Millionen Mal besucht und auf der Website mehr als 37 Millionen Seiten aufgerufen“, freut sich Geschäftsführer Dr. Michael Plasse aus Vechta. „Das ist ein tolles Ergebnis, für das wir uns bei unseren mittlerweile treuen Online-Lesern bedanken“, ergänzt Hauptgesellschafter Jan Imsiecke aus Cloppenburg.

OM-Medienzentrum: Vechtaer Architekten gewinnen Wettbewerb

Gute Nachrichten gibt es auch zum geplanten neuen Medienzentrum der OM-Mediengruppe im Emsteker Ecopark. Nach dem Kauf des Grundstücks und notwendigen Beschlüssen des Aufsichtsrates und der Gesellschafter sind nun die Verträge mit dem ausführenden Architektenbüro Geising + Böker aus Vechta geschlossen worden. „Im Ecopark werden wir nicht nur unsere Entwicklung zum digitalen Medienhaus vorantreiben, sondern auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende und Mitgesellschafter Karl Themann aus Hausstette.

Die Architekten haben im Zuge eines Wettbewerbs den Zuschlag erhalten. Sie beginnen nun mit der Konkretisierung der Planung. Der Baugenehmigung soll schnellstmöglich der Baubeginn folgen. Bis Herbst 2023 soll das dreigeschossige Bürogebäude auf einem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Bundesstraße 72 in Nachbarschaft der Derby Cycle Werke fertiggestellt werden.

„Emstek ist die geografische Mitte zwischen Vechta und Cloppenburg“, begründet Jan Imsiecke die Standortwahl. „Im Ecopark sitzen wir quasi im Herzen des Oldenburger Münsterlandes.“ Reporter und Vermarkter vor Ort sicherten weiterhin die Nähe zu Lesern und Kunden. In Vechta und Cloppenburg blieben Geschäftsstellen erhalten.

Der Neubau der OM-Mediengruppe soll sich klar und unaufgeregt, aber dennoch einprägsam darstellen. Das steht hinter dem Entwurf von Planer Matthias Windhorst und seinen Kollegen Sarah Wesseling und Simon Böker vom Vechtaer Architekturbüro. Nicht nur die Mitarbeiter sollen sich hier wohl fühlen, sagt Windhorst. Das Gebäude solle im Sinne der Bauherren „aktiver Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens“ sein. Innen wie außen würden „Räume für Begegnung und Veranstaltungen“ geschaffen.

Über den zentralen Haupteingang und großzügige öffentliche Bereiche gelangen Mitarbeiter und Besucher in die Büroetagen. Hier betonen verglaste Trennelemente den offenen und kommunikativen Charakter des Arbeitens. „Herzstück wird der zentrale Newsdesk, von dem künftig alle Nachrichten- und Werbekanäle bedient werden“, erläutert Chefredakteur Ulrich Suffner.

Auch in den Abendstunden ein Blickfang: das geplante Medienzentrum in Emstek. Foto: Matthias Niehues
Aufenthaltsqualität für Mitarbeiterschaft und Kunden sollen ein Cafébereich, eine Freitreppe und Gartenanlagen bieten. Foto: Matthias Niehues
Blick aus der Vogelperspektive: Die Büros entstehen an der Bundesstraße 72 neben den Derby Cycle Werken. Foto: Matthias Niehues

Die Hybridbauweise des Gebäudes ermögliche laut Windhorst einen hohen Vorfertigungsgrad und führe zu ökologischer Nachhaltigkeit: Alles lässt sich demontieren und sortenrein recyclen. Mit einem ausgefeilten Technikkonzept sowie Gründach mit Wasserrückgewinnung soll das Gebäude dem Anspruch eines „Nearly-Zero-Energy-Buildings“ nahezu gerecht werden. Die hinterlüftete Metallfassade des Gebäudes sei nicht nur optisch repräsentativ, sondern auch hochwertig und zeitlos.

In den vergangenen 12 Monaten sind weitere wichtige Etappenziele der Transformation vom Zeitungsverlag zum crossmedialen Medienhaus erreicht worden, teilt die Geschäftsführung weiter mit. Zu Jahresbeginn 2020 war die OM-Mediengruppe KG aus den Zeitungsverlagen Oldenburgische Volkszeitung in Vechta und Münsterländische Tageszeitung in Cloppenburg entstanden.

Seit April produzieren 15 Redakteurinnen und Redakteure unter Leitung von Chefredakteur Ulrich Suffner die Tageszeitungen MT und OV sowie OM online am zentralen Newsdesk. Der ist bis zum Umzug nach Emstek in Vechta angesiedelt. Vor Ort sind zwischen Neuenkirchen-Vörden und Friesoythe 20 Reporterinnen und Reporter unterwegs. Über das lokale Sportgeschehen berichten 7 Sportredakteure. 6 Volontäre lernen aktuell das lokaljournalistische Handwerk in der Redaktion.

"Lokaljournalismus für unsere Region ist auch zukünftig die DNA der Redaktion. Unseren publizistischen Auftrag werden wir weiter in gewohnter Qualität über gedruckte Zeitungen erfüllen, aber auch über neue digitale Angebote wie unser Nachrichtenportal OM online."Ulrich Suffner, Chefredakteur OM-Medien

Zu weiteren digitalen Angeboten zählen tägliche Newsletter aus der Redaktion, die über aktuelle Nachrichten, die Corona-Lage und in Kürze auch über Veranstaltungen im Oldenburger Münsterland informieren. OM online ist auch in Social Media aktiv und erfolgreich. Nach der Zusammenlegung beider Facebook-Seiten von MT und OV hat OM online mittlerweile fast 50.000 Abonnenten, 15.000 Instagrammer folgen dem Account. Auf dem Youtube-Kanal von OM Medien sind die Videos bisher über 182.000 mal aufgerufen worden.

Neuerdings bietet die Redaktion am Wochenende auch den OM online Podcast an – mit Expertengesprächen zu Themen, die das Oldenburger Münsterland bewegen. Auf OM Termine können Vereine und Kommunen kostenfrei ihre Veranstaltungen präsentieren, erläutert Dr. Michael Plasse. „Wir unterstreichen damit unsere Funktion als regionale Community und zentrale Internetplattform für die Region.“

Seit Jahresbeginn gibt die OM-Mediengruppe in einem Joint Venture mit der NWZ in Oldenburg zwei neue OM-Wochenblätter für die Landkreise Cloppenburg und Vechta heraus. Ab Juli beliefert der OM-Vertrieb zudem donnerstags 100.000 Haushalte im Oldenburger Münsterland mit werblichen Beilagen. „Wir setzen dabei auf die Stärken unserer Tageszeitungslogistik“, betont Dr. Michael Plasse. „Wir erreichen auf diese Weise flächendeckend alle Zielgruppen, die für den lokalen Handel relevant sind.“

Experten beraten OM-Mediengruppe im Changeprozess 

Bis zum Einzug in das neue Medienzentrum im Ecopark sind die verschiedenen Gewerke der OM-Mediengruppe jeweils an den Unternehmensstandorten zusammengeführt. Die Leitung der Vermarktung und der Verlagsdesk für werbliche redaktionelle Inhalte sind in den nächsten zwei Jahren im Cloppenburger Verlagshaus untergebracht, der zentrale Newsdesk der Redaktion im Vechtaer Verlagshaus. Die OM-Vertriebsgesellschaft hat ihre Büros ebenfalls in Vechta, während die OM-Druck die Tageszeitungen MT und OV in Cloppenburg druckt.

Im aktuellen Modernisierungsprozess wird die OM-Medien GmbH & Co. KG nicht nur von verschiedenen externen Dienstleistern begleitet. Das Unternehmen nimmt aktuell auch am Facebook Accelerator Programm teil, mit dem der US-Konzern den digitalen Wandel des Journalismus unterstützt.

In diesem einjährigen internationalen Projekt vermitteln Experten der New York Times, des Wall Street Journal und anderer erfolgreicher Medien Werkzeuge und Metriken, bieten wöchentliche Coachings an und vernetzen Journalisten aus ganz Europa. „Dieser internationale Austausch hilft bei der digitalen Transformation“, sagt Chefredakteur Ulrich Suffner. Der aktuelle Umbruch in der Medienbranche sei „kein Sprint, sondern ein Marathon“, der Medienhäuser noch auf Jahre beschäftigen werde.

Drei weitere Architektenbüros reichten Entwürfe ein:

Drei weitere Planungsbüros machten im Rahmen des Wettbewerbs ebenfalls beeindruckende Vorschläge für das neue Medienhaus: 

  • Der Entwurf des Berliner Büros Kaden und Lager hat das „Zusammenkommen“ zweier Verlage im neuen Gebäude aufgegriffen, sagt Architekt Markus Lager. Die markante „X“-Form und ein Glaszylinder als verbindendes Element hätten die Themen „Begegnung und Kommunikation“ in den Mittelpunkt gestellt. Ausgestattet mit Erfahrungen aus dem Holzhaus-Hochhausbau setzte das Büro auf Holzhybridbau, auf natürliche Baustoffe, auf energiesparende Technik, Holzrahmenbau und flexible Grundrissgestaltung im Inneren. Ein Campus sollte den öffentlichen Charakter des Gebäudes betonen.
Zusammenkommen - Idee des Gebäudeentwurfs des Berliner Architekturbüros Kaden und Lager. Foto: Matthias NiehuesZusammenkommen - Idee des Gebäudeentwurfs des Berliner Architekturbüros Kaden und Lager. Foto: Matthias Niehues
  • Die Innovation der OM-Mediengruppe sollte in der Architektur erkennbar werden. Das war das Ziel von Linus Bocklage. Das Vechtaer Planungsbüro Bocklage und Buddelmeyer wollte dem Ecopark eine städtebauliche Dominante geben, „die sich von der umgebenden Industriearchitektur deutlich abhebt“. Die Bauweise zielt auf hohe Wirtschaftlichkeit, unnötige Verkehrswege gäbe es nicht. In der Fassade integrierte Photovoltaikmodule sollten durch ihre Spiegelungen das Gebäude immer wieder anders wirken lassen. Großzügig und natürlich gestaltete Außenanlagen sollten einen Beitrag zur Verbesserung der „Work-Life-Balance“ leisten.
Innovation - die Idee des Entwurfs der Architekten Bocklage und Buddelmeyer aus Vechta. Foto: Matthias NiehuesInnovation - die Idee des Entwurfs der Architekten Bocklage und Buddelmeyer aus Vechta. Foto: Matthias Niehues
  • Das vom Vechtaer Ingenieurbüro Frilling und Rolfs und dem Architekturbüro Arnke, Häntsch, Mattmüller aus Berlin vorgestellte dreistöckige Gebäude mit Dachterrasse stellt die Nutzung in den Vordergrund, erklärt Andreas Rolfs. Der schlichte, geometrische Baukörper betone zugleich den repräsentativen Charakter des Medienhauses. Es sollten kurze Wege entstehen für „Kommunikation und Austausch“. In den Mittelpunkt des Gebäudes stellten die Planer den „Kern“ täglicher Nachrichtenarbeit, den Newsdesk. Angegliedert wurden Büro- und Besprechungsräume. Eine großzügige Galerie sollte Freiraum bieten. Die Planer setzten auf energiesparende Haustechnik – von Luftwärmepumpe über Wärmerückgewinnung und Photovoltaik bis Regenwassernutzung.
Focus auf den Nutzer - Idee des Entwurfs des Ingenieurbüros Frilling und Rolfs (Vechta) und der Architekten Arnke, Häntsch, Mattmüller aus Berlin. Foto: Matthias NiehuesFocus auf den Nutzer - Idee des Entwurfs des Ingenieurbüros Frilling und Rolfs (Vechta) und der Architekten Arnke, Häntsch, Mattmüller aus Berlin. Foto: Matthias Niehues

3 Fragen an ... Dr. Michael Plasse

Warum ist es zur Fusion von MT und OV gekommen?
Unsere Tageszeitungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich besser entwickelt als der Markt. Weder die MT noch die OV haben ein Auflagenproblem. Trotzdem müssen sich Verlage vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung aller Lebensbereiche und des damit verbundenen Strukturwandels in der Medienbranche verändern. Das geht gemeinsam besser als allein.

Wie muss man sich den digitalen Wandel im Unternehmen konkret vorstellen?
Nicht nur die technischen Voraussetzungen ändern sich, wir organisieren uns auch neu. Ein Beispiel: Unsere integrierte Redaktion produziert mittlerweile „online first“: Mit Hilfe einer cloudbasierten, flexiblen IT-Infrastruktur berichten unsere Reporter aus allen 23 Städten und Gemeinden des Oldenburger Münsterlandes – mitunter nur wenige Minuten nach einem Ereignis. Am Newsdesk werden die Inhalte zunächst für OM online aufbereitet, bevor die Zeitungen entstehen. Im besten Fall liefert die Redaktion online die News und am anderen Morgen in den Tageszeitungen die Hintergründe.

Was wird in digitalen Zeiten aus den Tageszeitungen? Haben sie Zukunft?
Ganz sicher. Es gibt in der Transformation kein Entweder-oder. Uns Medienschaffenden muss ein Sowohl-als-auch gelingen. Die Tageszeitungen werden weiterhin mit Sorgfalt produziert. Sie bleiben ein bedeutender Ausspielkanal und auch eine wichtige Plattform für Werbetreibende. Es kommen aber Kanäle hinzu: soziale Medien, Newsletter, Videos, Podcast und nicht zuletzt unser Nachrichtenportal OM online.

Geschäftsführer der OM-Medien GmbH & Co. KG: Dr. Michael Plasse.Geschäftsführer der OM-Medien GmbH & Co. KG: Dr. Michael Plasse.

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