OM-Heimatbund vergibt Schülerpreis an Laura Willenborg
Es ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Namensgeber ihrer Schule: Für ihre Facharbeit über Clemens August Graf von Galen ist die 18-jährige Laura Willenborg ausgezeichnet worden.
Für ihre kritische Auseinandersetzung mit Clemens August Graf von Galen hat Laura Willenborg jetzt den Schülerpreis 2020 des OM-Heimatbundes erhalten. „Ich habe mich sehr gefreut und nicht damit gerechnet“, erzählte die CAG-Schülerin bei der Übergabe in der Kategorie „Sekundarstufe II“.
Die entsprechende Facharbeit hat die 18-Jährige im vergangenen Jahr verfasst, die Preisverleihung wurde nun aufgrund des ausgefallenen Münsterlandtages nachgeholt. In dem Wettbewerb setzen sich Schüler mit Themen der Region auseinander.
Die Schülerin war für ihre Recherche im Stadtarchiv, zudem führte sie verschiedene Interviews und begutachtete Predigten von Clemens August Graf von Galen. „Sie hat das sehr differenziert gemacht und eigene Schlüsse gezogen“, erklärte ihre Tutorin Lore Lübbers. Ziel sei ein kritischer Blick gewesen und auch einige Heimathistoriker könnten andere Meinungen haben. „Aber das darf auch ruhig so sein“, sagt Lübbers. Die Facharbeit greife auch noch weiter aus und untersuche die generelle Funktion von Namensgebern anhand anderer Schulen in der Umgebung.
Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen, Laura Willenborg, Tutorin Lore Lübbers und Heimatbund-Geschäftsführerin Gisela Lünnemann (von links). Foto: Hermes
Der CAG-Namensgeber sei „nicht nur der Löwe von Münster“ gewesen, sondern habe „auch weitaus weniger heroische Ansichten“ vertreten. Willenborg ist der Meinung, dass der Namensgeber zwangsläufig auch kritisch betrachtet werden müsse. Auch wenn die Kritik von Galens an den Methoden Hitlers „aus heutiger Sicht als mutig und tapfer anzusehen“ sei, und „nicht unterschätzt werden“ sollte, gebe es dennoch keine ideale Namensgebung, an der man „keine Kritik üben“ könne.
„Es war sehr interessant für mich. Mein Großvater war von Clemens August begeistert“, erzählt Willenborg, die zurzeit ihre Abiturprüfungen absolviert. Danach hoffe sie, noch etwas reisen zu können. Beruflich gibt es mehrere Ideen und Möglichkeiten: „Mich interessiert schon der gesellschaftliche Bereich“.
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Wie Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen erklärte, werde die Facharbeit auch in der Bibliothek zu finden seien: „Außerdem setzen wir uns mit den Schülern auch regelmäßig mit unserem Namensgeber auseinander. Da werden wir auch diese Arbeit nutzen“.
„Die Auswahl war schwierig, wir hatten rund 100 Einsendungen“, erklärte Heimatbund-Geschäftsführerin Gisela Lünnemann. Sie lobte die Arbeit von Willenborg: „Ich habe sie mehrmals gelesen, sie hat mich sehr bewegt.“ Es sei schön, wenn sich junge Menschen einbringen und mit der Region auseinandersetzen.
Info: Einsendeschluss für den Schülerpreis 2021 ist der 15. September. Es gibt drei Kategorien: Grundschule, Sekundarstufe I sowie Gymnasiale Oberstufe und BBS. Bewerben können sich Klassen, Projektgruppen oder einzelne Schüler. Besonders erwünscht ist bei der Auseinandersetzung mit regionalen Themen der Einsatz moderner Medien.