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Ökumene als Herzensangelegenheit

Das evangelische Pfarrerehepaar Sabine und Joachim Prunzel verabschiedet sich mit einem Gottesdienst in der katholischen St.-Marien-Kirche aus Friesoythe und Bösel.

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Sabine und Joachim Prunzel (Mitte) mit dem katholischen Pastor Ulrich Bahlmann. Foto: Om online

Sabine und Joachim Prunzel (Mitte) mit dem katholischen Pastor Ulrich Bahlmann. Foto: Om online

Nur im kleinen Kreis ist das Pfarrerehepaar Sabine und Joachim Prunzel am Sonntagnachmittag von der lutherischen Kirchengemeinde Friesoythe-Sedelsberg-Bösel verabschiedet worden. Für den Abschied nutzte die Gemeinde die St.-Marien-Kirche der katholischen Schwestergemeinde St. Marien, denn dort fanden immerhin noch 80 Gottesdienstbesucher Platz. Das evangelische Pastorenpaar wechselt wie berichtet nach sechs Jahren in den Pfarrverbund Kanstein bei Goslar. 

Höhepunkt des Gottesdienstes war die letzte Predigt von Joachim Prunzel. Er predigte – wie gewohnt frei – über „echte Kumpels“ im Glauben. „Glauben gibbet nich anne Bude – Dat lernse mitte Kumpels“, so sein Leitspruch. „Bei den Kumpels am Freitagabend mit Schmalzbrot und einem Pülleken Bier in der Hand lernst du den Glauben. Die Erfahrung habe ich in jungen Jahren gemacht“, so Prunzel.

„Wir nehmen aus Friesoythe vieles mit. Auch unsere Blumen fressende Katze.“

Sabine Prunzel, Pfarrerin

„Wir gehen schweren Herzens. Mit Friesoythe verbindet uns sehr viel, nicht nur, dass wir hier geheiratet haben. Uns sind die Menschen ans Herz gewachsen“, so das Pastorenehepaar. „Wir nehmen aus Friesoythe vieles mit. Auch unsere Blumen fressende Katze“, meinte Sabine Prunzel mit einem Lächeln im Gesicht.

Kreispfarrerin Martina Wittkowski, für die der Verabschiedungsgottesdienst die erste öffentliche Amtshandlung im neuen Amt war, griff eines der wichtigsten Anliegen der Prunzels auf. „Die Zusammenarbeit in der Ökumene hat euch besonders am Herzen gelegen“, sagte sie, bevor sie das Pastorenehepaar aus dem Dienst der Oldenburgischen Landeskirche entließ.

„Ich bin mir sicher, ihr habt Spuren in der Kirchengemeinde und in der Stadt hinterlassen“, formulierte Bürgermeister Sven Stratmann in seinem Grußwort. „Bei euch stand stets der Mensch im Vordergrund.“

Unkomplizierte Art der Zusammenarbeit

Für die katholische St.-Marien-Gemeinde nutzte Pastor Ulrich Bahlmann die Gelegenheit, den Abschied in Worte zu fassen. „Wir verabschieden Euch aus der Gemeinde, in der ihr nicht nur gearbeitet, sondern auch gewirkt habt.“ Auch Bahlmann griff die Ökumene auf und erinnerte sich an die unkomplizierte Art der Prunzels, Kontakt aufzunehmen und mit Menschen umzugehen. „Wenn ich bei euch vorbei kam, um etwas zu besprechen, dann fand das nie im Büro statt, sondern immer in der Küche“, erinnerte er sich. „Und immer mit der Frage, ob ihr mir etwas anbieten dürft.“

Für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde bedeutet der Weggang einen großen Einschnitt, sagt Pfarrerin Nicole Ochs-Schultz. „Du hast gearbeitet, gewirkt und gestaltet“, wandt sie sich an Sabine Prunzel, die von 2017 an die Kirchengemeinde Bösel betreut hatte. Sie hoffe, dass die Erwartungen des Pastorenehepaares an neuer Wirkungsstätte im Harz erfüllt werden.

„Geht in Frieden mit Blick auf den Brocken“, meinte Jutta Engbers vom Diakonischen Werk. „Schade, dass ihr geht“, befand Andrè Schäfer von den Jonas-Pfadfindern Andrè Schäfer. Musikalisch wurde der Verabschiedungsgottesdienst durch Jan Niemann an der Orgel begleitet.

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