Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Nur noch zwei Händler bauen in Ramsloh ihren Stand auf

Zwei Marktbeschicker gibt es noch, die auf dem Wochenmarkt in Ramsloh ihre Ware anbieten. Die Gemeinde würde das Angebot gern erweitern.

Artikel teilen:
Christian Schuer, Obst- und Gemüsehändler aus Varel, ist einer von nur noch zwei verbliebenen Anbietern auf dem Wochenmarkt in Ramsloh. Neue Kollegen zu finden, ist nicht einfach. Foto: Fertig

Christian Schuer, Obst- und Gemüsehändler aus Varel, ist einer von nur noch zwei verbliebenen Anbietern auf dem Wochenmarkt in Ramsloh. Neue Kollegen zu finden, ist nicht einfach. Foto: Fertig

„Eine Fischfrikadelle, bitte“, bestellt Mechthild Kruse bei Thorsten Dombrowski. Der reicht ihr das Gewünschte über den Tresen. Der Fischhändler aus Hatten im Landkreis Oldenburg steht mit seinem Wagen voller Frisch- und Räucherfisch vor dem Rathaus in Ramsloh. Wie jeden Mittwochvormittag.

Dombrowski beschickt den Saterländer Wochenmarkt seit 2007. Damit ist der Fischhändler von Anfang an dabei. Neben ihm hat Christian Schuer, Obst- und Gemüsehändler aus dem Vareler Stadtteil Altjührden, seinen Stand aufgebaut. Schuers Auslage mit Äpfeln, Birnen, Trauben, Pflaumen, Zwiebeln, Kartoffeln, Kohl und Kürbis erstreckt sich über die gesamte Breite der Rathausfront. Auch der Gemüsehändler aus dem Friesischen beschickt den Wochenmarkt in Ramsloh seit 2007. Doch derzeit sind Dombrowski und Schuer die einzigen, die ihre Ware vor dem Rathaus in Ramsloh feilbieten. Der Geflügelhandel Eckholt aus Molbergen, der sonst das Angebot komplettierte, kommt seit dem Frühjahr nicht mehr.

Geflügelhändler fehlt, finden die Marktbeschicker

Mechthild Kruse hat ihre Fischfrikadelle in den Korb neben einen Blumenkohl gelegt. Sie sei mit dem Angebot des Wochenmarktes zufrieden, betont die Strücklingerin. Das Obst sei immer frisch – und die Fischfrikadellen wirklich lecker. Fleisch oder Backwaren vermisse sie nicht. Andere Händler, die sich etwa auf Gewürze spezialisiert haben, würden hier womöglich nicht genug Absatz machen, vermutet sie.

Karl-Heinz Hagelstein kauft Matjes bei Fischhändler Dombrowski. Der 70-Jährige, der vor anderthalb Jahren aus Schleswig-Holstein ins Saterland zog, findet das Angebot auf dem Markt „in Ordnung“, wie er sagt. Bloß der Geflügelstand, der fehle.

Das sehen auch die beiden verbliebenen Marktbeschicker so. Ein breiteres Angebot ziehe auch mehr Kundschaft an, erläutert Gemüsehändler Schuer. Er beschickt sonst drei Wochenmärkte im Ammerland. Dort hat er sich bereits unter Kollegen umgehört, ob nicht jemand bereit sei, mittwochs in Ramsloh seinen Stand aufzubauen. Doch alle seien schon anderweitig verplant gewesen.

Breiteres Angebot zieht mehr Kundschaft an

Andreas Alberts gehört zu Schuers Stammkunden. Jede Woche gehe er auf den Markt, berichtet der Ramsloher. Schuers Obst und Gemüse lobt er als „wirklich genial“. Den Geflügelstand vermisse er nicht, denn Geflügel halte er selber. Aber es gebe sicherlich Saterländer, die sich freuen würden, wenn auf dem Markt wieder Hühner und Eier angeboten würden. „Käse wäre vielleicht auch nicht verkehrt“, gibt der 46-Jährige zu bedenken.

Tatjana Metzger fallen als weitere wünschenswerte Angebote noch Fleisch, Backwaren, Blumen und Tee ein. Sie ist bei der Gemeindeverwaltung zuständig für den Wochenmarkt. Dieses breite Angebot gab es schon 1995 auf dem Markt. Der war damals hinter dem Rathaus angesiedelt – und hielt sich nicht einmal ein Jahr lang. Doch auch der aktuelle Markt hatte früher mehr Angebot.

Da will man wieder hin. Zahlen und Ziele kann auch Jens Gralheer benennen. In die Zuständigkeit des Ersten Gemeinderats fällt der Markt. Doch bevor Gralheer Näheres zur Situation erläutern kann, muss er rasch vor die Tür flitzen, um selbst auf dem Markt einzukaufen.

Auch Fleisch, Backwaren und Blumen erwünscht

Viele, die im Rathaus arbeiten, gehören zur Stammkundschaft. Überhaupt habe der Wochenmarkt eine Menge treuer Kunden. Die außerdem für guten Umsatz sorgten, wie Gemüsemann Schuer lobt. Aber er und sein Kollege Dombrowski geben auch die Kritik, die die Leute am aktuellen Angebot haben, an die Verwaltungsmitarbeiter weiter.

Mehr Varianz erhöhe die Attraktivität, sagt Gralheer. Ihm persönlich würde ein Stand mit mediterranen Lebensmitteln gut gefallen. Käse wäre ebenfalls gut, auch ein Metzger oder wieder jemand mit Honig. Objektiv gesehen, sei der Geflügelhandel das Wichtigste. Gralheers Kollegin Metzger hat sich deswegen bereits auf Wochenmärkten in der Region umgetan und in Hofläden angerufen. Doch keiner hat für Ramsloh Kapazitäten. Dabei nimmt die Gemeinde nur 3,50 Euro pro Tag Standgebühr, um die Stromkosten zu decken.

Stammkunden sorgen für guten Umsatz

In der Nachbargemeinde Barßel findet der Wochenmarkt donnerstagvormittags statt. Auch dort wird auf dem Dorfplatz Obst, Gemüse, Fisch und Geflügel angeboten. Seit vielen Jahren versorgt der Gemüse- und Beerenhof Meyer aus Harkebrügge die Barßeler mit frischem Grünzeug, und Kolbe aus Bremerhaven verkauft Fisch.

Auch nach Barßel kam bis zum Frühjahr Geflügelhandel Eckholt aus Molbergen. Aber, wie Barßels Bürgermeister Nils Anhuth ausführt, habe sein Kollege André Schröder, der sich um den Markt kümmere, einen Nachfolger gefunden. Der neue Geflügelhändler soll im Oktober an den Start gehen. Damit ist das Trio in Barßel wieder komplett, während man im Saterland noch sucht.

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Nur noch zwei Händler bauen in Ramsloh ihren Stand auf - OM online