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Nur elf Teilnehmer bei "Fridays For Future": Organisationsteam ist enttäuscht

Die Teilnahme am bundesweiten "Klimastreik" war in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta ein Flop. Dabei übten die Organisatoren Selbstkritik: Sie hätten im Vorfeld einige Fehler gemacht.

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Stand Rede und Antwort: Nils Wolke aus Essen, Mitorganisator der „Fridays For Future“-Demo. Foto: Hermes

Stand Rede und Antwort: Nils Wolke aus Essen, Mitorganisator der „Fridays For Future“-Demo. Foto: Hermes

Ziemlich ernüchtert haben sich die Organisatoren von „Fridays For Future“ am Freitagnachmittag gezeigt. Nur elf Teilnehmer waren zur gemeinsamen Demo der OM-Gruppierung gekommen. Die Aktivisten hatten sich nach der mehrmonatigen Pause dazu entschlossen, nur einen „Klimastreik“ im Oldenburger Münsterland zu veranstalten.

Statt in Cloppenburg und Vechta gleichzeitig auf die Straße zu gehen, sollte der Protestmarsch durch die Bündelung an einem Ort entsprechend größer ausfallen, erläuterte Anna Lagemann aus Damme, die zum Organisationsteam im Oldenburger Münsterland gehört, im Vorfeld. Doch dies ging offensichtlich nach hinten los.

„Wie man sieht, sieht man nichts“, sagte Lagemann mit Galgenhumor. Es seien Fehler gemacht worden, gestand sie. So habe man viel zu spät Werbung für die Veranstaltung gemacht. Über den eigenen Instagram-Kanal wurde erst am Dienstag eingeladen, nach 6 Monaten Funkstille in dem sozialen Netzwerk.

Wenig Resonanz: Zu Beginn waren es neun Teilnehmer, zwei weitere folgten später. Foto: HermesWenig Resonanz: Zu Beginn waren es neun Teilnehmer, zwei weitere folgten später. Foto: Hermes

Deutliche Worte fand auch Carsten Nitschke von „Parents for Future“. Anscheinend sei der Termin am Freitagnachmittag unpassend, viele hätten sich nach der Schule ins Wochenende verabschiedet. „Dem Argument vom Schule schwänzen wollte man entgegentreten. Das rächt sich nun gnadenlos“, so Nitschke weiter.

Die ersten Erklärungsversuche wurden direkt vor Ort gesucht. Einige Teilnehmer aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta seien zu größeren Demos in Oldenburg, Bremen und Hamburg gefahren. Zudem komme man aus einer zweijährigen Corona-Pause, und der Ukraine-Krieg überschatte vieles. „Aber genau deshalb müssen wir weiter auf die Straße gehen. Der Krieg wird durch unsere Energie-Abhängigkeit mitfinanziert“, erklärte Organisator Nils Wolke aus Essen.

„Da muss man jetzt durch, man muss das analysieren. Aber: Wir sind nicht tot.“Carsten Nitschke von "Parents For Future"

Auch wenn der Frust tief sitzt, wollen die Jugendlichen auf gar keinen Fall aufgeben. Es sei zwar frustrierend, aber das Thema sei einfach zu wichtig und nicht weg. Das zeige auch die Resonanz in anderen Städten. Aus Fehlern könne man außerdem lernen, und diese dürfe man auch machen, sagt Nitschke. „Da muss man jetzt durch, man muss das analysieren. Aber: Wir sind nicht tot“, so Nitschke. Auch Lagemann will weitermachen, man sei schließlich noch eine junge Bewegung und setze auf eine lockere Struktur ohne Hierarchien.

Wie Wolke zudem erklärte, habe es die Bewegung in ländlichen Regionen durchaus schwerer als in Städten. „Viele können nicht einfach mal eben nach Cloppenburg. Und da sind wir dann schon wieder bei einem unserer Themen, der öffentliche Nahverkehr“. Auch wenn nicht viele Teilnehmer gekommen waren: „Es ist wichtig, dass wir hier stehen.“

Ziel der Organisatoren sei weiterhin, dass sich die Aktionen in beiden Nachbarkreisen die Waage hielten, erklärte die 20-jährige Dammerin. Sie könne sich vorstellen, dass zum nächsten bundesweiten Termin wieder in Vechta demonstriert werde. Dort hatten die Klimaaktivisten zuletzt im vergangenen September, 2 Tage vor der Bundestagswahl, auf sich aufmerksam gemacht. Damals waren in Vechta schätzungsweise 200 Menschen beteiligt, in Cloppenburg waren es laut Polizeiangaben mehr als 100 Teilnehmer. In der Spitze gab es in beiden Kreisstädten schon Teilnehmerzahlen im vierstelligen Bereich. „Wobei Cloppenburg immer etwas träger war als Vechta“, sagt Nitschke.

Anna Lagemann aus Damme. Foto: HermesAnna Lagemann aus Damme. Foto: Hermes

Lagemann selbst war am Freitag von Bersenbrück aus mit dem Zug nach Cloppenburg gefahren. Das Auto sollte in der Garage bleiben. Einen solchen Verzicht könnte sie sich auch als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und die damit verbundene Energie-Debatte vorstellen: „Ich finde die Idee eines autofreien Sonntags sehr gut“, sagte sie. Statt einen Ausflug mit dem Auto zu machen, biete sich bei dem sonnigen Wetter eine Radtour oder ein Spaziergang an. „Das macht genauso Spaß, ist genauso schön und umweltfreundlicher.“

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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