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Noch wie vor 40 Jahren: Gemeinde saniert Visbeker Sporthalle für 2 Millionen Euro

Die Umkleidekabinen und sanitären Anlagen sind auf dem Stand der 1970er Jahre - und das sieht man. Im Herbst beginnt deshalb die umfassende Sanierung.

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Nicht mehr zeitgemäß: Die Sanitäranlagen entsprechen nicht mehr heutigen Standards, wie Frank Kühling feststellt. Das soll sich nun ändern. Foto: C. Meyer

Nicht mehr zeitgemäß: Die Sanitäranlagen entsprechen nicht mehr heutigen Standards, wie Frank Kühling feststellt. Das soll sich nun ändern. Foto: C. Meyer

Es sei alles alt und marode, sagt Frank Kühling vom Visbeker Bauamt, während er sich in den Waschräumen der Umkleidekabinen umsieht. Die Sporthalle bei der Visbeker Benediktschule ist Ende der 1970er Jahre gebaut worden. Und seitdem ist in den Umkleideräumen auch nichts Nennenswertes wieder passiert, wie Kühling schildert. Das soll sich bald ändern. Ab Ende September beziehungsweise Anfang Oktober sollen die Umkleideräume sowie die sanitären Anlagen umfassend saniert werden.

Die Räumlichkeiten befinden sich auf dem Stand der Technik aus dem Jahre 1979, sagt Kühling. In der Vergangenheit seien lediglich aufgetretene Schäden ausgebessert worden. Die Rohrleitungen sind defekt, sorgen regelmäßig für Wasserschäden. Die Lüftungsanlage sei nicht mehr in Ordnung, erklärt Kühling. Auch die Hygienestandards können nicht mehr eingehalten werden. „Daher sind in diesem Bereich sanierungs- beziehungsweise modernisierungs- und energetische Maßnahmen zwingend erforderlich.“

Dafür werden die Umkleiden und Sanitäranlagen nicht nur entkernt, es wird auch die Aufteilung optimiert, wie Kühling bei einem Rundgang erklärt. Dabei bleibt die Anzahl von 6 Umkleidekabinen aber erhalten, betont er. Künftig gibt es in den Räumen Fenster, die für Tageslicht sorgen werden. Der Flur, der von den Umkleiden zu den Hallen führt, wird verbreitert – und ist künftig barrierefrei –, dafür verschieben sich die Umkleidekabinen weiter in Richtung Schule. Der Flur auf der Seite ist dann Geschichte. Die Kabinen sind künftig nicht mehr von 2 Seiten, sondern nur noch über 1 Seite zu erreichen. Darüber hinaus werden 2 Umkleidekabinen für Lehrkräfte beziehungsweise Schiedsrichter eingerichtet.

Auf der Tribüne in der neuen Halle werden provisorische Umkleiden eingerichtet. Foto: C. MeyerAuf der Tribüne in der neuen Halle werden provisorische Umkleiden eingerichtet. Foto: C. Meyer

Bislang ist keiner der Umkleideräume barrierefrei, das ändert sich mit der Sanierung ebenso. „Eine Umkleide wird komplett barrierefrei“, sagt Frank Kühling. Darauf werde ebenso bei den sanitären Anlagen geachtet. Die WC-Anlage werde generell deutlich vergrößert, erklärt Kühling. Bislang gebe es für Männer und Frauen jeweils 2 zentrale Toiletten – außerhalb der Umkleidekabinen. Für Veranstaltungen sei das nicht ausreichend. Für den Schulbetrieb werde es die Möglichkeit geben, die zentrale WC-Anlage mit einer Wand zu verkleinern, um den Reinigungsaufwand zu verringern, so Kühling.

Die Rohrleitungen einschließlich der dazugehörigen brandschutz- und wärmetechnischen Isolierungen werden erneuert, führt Frank Kühling weiter aus. Zur Dosierung und Entkeimung des Trinkwassersystems wird eine Wasseraufbereitungsanlage mit entsprechenden Hygienespüleinrichtungen installiert. Ebenso werde die Lüftungsanlage erneuert und mit einem Wärmerückgewinnungssystem versehen. Eine Art Mehrzweckraum wird zudem neu geschaffen, sagt der Verwaltungsmitarbeiter. Dieser könne als Teeküche genutzt oder es können dort künftig beispielsweise Schulungen durchgeführt werden.

Provisorische Umkleiden während der Bauzeit

Während der Sanierungsmaßnahme kann die Sporthalle aber weiter genutzt werden. Es werden Umkleideprovisorien eingerichtet, erklärt Frank Kühling. So werden in der neuesten Halle auf der Tribüne Leichtbauwände aufgestellt, um 6 Umkleiden einzurichten. Nur duschen können die Sportlerinnen und Sportler vorerst nicht mehr in der Sporthalle. 

Die Fassade wird schließlich an die der angrenzenden Benediktschule angepasst, erklärt Kühling. Auch der Haupteingang der Sporthalle ist künftig neben der Mensa. Derzeit müssen die Sportlerinnen und Sportler einmal um die Halle gehen, um ins Gebäude zu kommen. Wegen der Parkplatzsituation - die Stellplätze sind beim Busbahnhof - soll das aber nicht so bleiben.

Optisch gut zu unterscheiden: Links ist die Benediktschule, rechts die Sporthalle. Im Rahmen der Sanierung wird die Fassade der Sporthalle der der Schule angeglichen. Foto: C. MeyerOptisch gut zu unterscheiden: Links ist die Benediktschule, rechts die Sporthalle. Im Rahmen der Sanierung wird die Fassade der Sporthalle der der Schule angeglichen. Foto: C. Meyer

Die Kosten für die Sanierungsmaßnahme an der Sporthalle schätzt die Visbeker Verwaltung mittlerweile auf rund 2 Millionen Euro. Als der Ratsbeschluss Ende 2020 fiel, lag die Kostenschätzung noch bei etwa rund 1,5 Millionen Euro. Aufgrund der in den vergangenen Monaten entstandenen Preissteigerungen bei Baustoffen und Materialien sowie der hohen Auslastung der Handwerksbetriebe werde mit einer Preissteigerung von circa 25 bis 30 Prozent gerechnet, erklärt Frank Kühling. Einen Teil der Kosten übernimmt das Land: Im Rahmen des Sportstättensanierungsprogramms des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport erhält die Gemeinde Visbek eine Förderungssumme in Höhe von 400.000 Euro.

Zurzeit werden die erforderlichen Leistungen und Baumaßnahmen durch die zentrale Vergabestelle des Landkreises Vechta öffentlich ausgeschrieben, schildert Kühling den aktuellen Stand. Nach dem Baustart in diesem Herbst soll das Projekt bis Mitte September 2022 abgeschlossen sein.

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