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Neues Internetportal: Weshalb Cloppenburgs Landrat ein bisschen neidisch nach Estland schaut

Auf der neuen Website des Landkreises ist auch ein Online-Antragsportal integriert. Landrat Johann Wimberg kritisiert dabei jedoch die Rechtslage, die die Digitalisierung in Teilen ausbremse.

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Stellten die neue Homepage vor: Lis Fiebig vom Referat Strategie und Innovation und Landrat Johann Wimberg. Foto: Hermes

Stellten die neue Homepage vor: Lis Fiebig vom Referat Strategie und Innovation und Landrat Johann Wimberg. Foto: Hermes

Weitere Schritte auf dem Weg der Digitalisierung geht der Landkreis Cloppenburg. Ab sofort gibt es eine neu strukturierte und gestaltete Internetseite, die unter anderem auch ein Online-Antragsportal umfasst.

Hier finden Besucher online ausfüllbare Anträge, die dann aber noch ausgedruckt und unterschrieben werden müssen. „Da hält leider die Rechtslage in Deutschland noch nicht Schritt mit dem Wunsch nach Digitalisierung“, erklärte Landrat Johann Wimberg bei der Vorstellung der neuen Homepage.

Andere Länder seien viel weiter in der digitalen Entwicklung

Andere Länder seien da bereits viel weiter in der Entwicklung, Wimberg nannte zum Beispiel Estland. Dort könne man bis auf einige wenige Vorgänge alles Behördliche von zu Hause aus erledigen. „Davon sind wir aufgrund des Gesetzgebers leider noch weit entfernt“, sagte der Landrat. Wenn man in Deutschland komplette Online-Anträge anbieten wolle, sei das nur in Einzelfällen möglich. Diese wolle der Landkreis aber nutzen, so gibt es in den Bereichen Bafög und Elterngeld künftig Anträge, die auch online abgeschickt werden können. „Es ist jetzt ein erster Einstieg“, so Wimberg weiter.

Wie Lis Fiebig mitteilte, sollen die Anträge immer weiter umgestellt werden, sofern möglich. Die Homepage werde in den kommenden Wochen und Monaten auch immer weiter ausgebaut. Die Bürger gelangen nun über mehrere Wege an das richtige Formular. Entweder direkt über die Startseite über das Portal oder auch über die Inhaltsseiten, die spezifisch zu einzelnen Themen angelegt worden sind. „Der Anspruch ist, mit wenigen Klicks zum Ziel zu kommen“, sagt Wimberg.

Kreisrat Ansgar Meyer wirkt bei Entwicklung mit

Entscheidend bei der Entwicklung mitgewirkt hat auch Kreisrat Ansgar Meyer: „Vorher musste man sich erst für das jeweilige Themengebiet entscheiden und sich durch eine Vielzahl an Informationen klicken, bis der eigentliche Antrag gefunden werden konnte. Dies werde nun immer weiter ausgebaut, nach einer einmaligen Anmeldung könne auf sämtliche Anträge und Formulare zugegriffen werden. „Das wird in Zukunft einige Behördengänge sparen“, hofft Meyer.

Das Layout der Seite ist komplett neu. „Die Themenbereiche haben sich aber nicht verändert, sie sind jetzt nur einfacher über eine Kachelansicht zu finden“, so Fiebig. Zudem gebe es nur noch einen News-Bereich sowie Verlinkungen zu den verschiedenen Social-Media-Kanälen des Landkreises. In den Mitteilungen gibt es die Möglichkeit einer Volltextsuche, zudem könne man nun nach Kategorien unterteilen. Noch mehr in den Fokus sei das eigene Karriereportal gerückt. Man versuche auch, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Vor allem in der Pandemie oder zur Ukraine-Krise und mit dem vermehrten Einzug crossmedialer Inhalte habe man festgestellt, dass ein neues System mit neuen Funktionen gebraucht werde.

Seite sei auch für Smartphones angepasst

Die Seite sei auch für Smartphones angepasst. Der Anbieter, mit dem der Landkreis zusammengearbeitet hat, geht bei der Nutzung von 70 Prozent über mobile Endgeräte sowie 30 Prozent über herkömmliche Browser aus. Ein nächstes Ziel für die nähere Zukunft ist der Ausbau der Barrierefreiheit, so soll eine Funktion für sehbehinderte Menschen integriert werden. „Das passt auch zu unserer aktuellen Ausstellung im Kreishaus“, erklärte Wimberg. Dort erheben Menschen mit und ohne Beeinträchtigung ihre Stimme für Inklusion, leicht verständliche Sprache war eines der Anliegen.

„Seit März haben wir dann alles eingepflegt.“Lis Fiebig vom Referat Strategie und Innovation

Die Entwicklung und Ideensammlung sei vor einem Jahr gestartet, berichteten Fiebig und Wimberg. Ein entsprechender Arbeitskreis habe ständig im Austausch mit den einzelnen Ämtern gestanden, so sei die Aktualität der Texte und Fotos gewährleistet gewesen. „Seit März haben wir dann alles eingepflegt“, so Fiebig. Eine positive Weiterentwicklung sei auch die Verknüpfung von Mitarbeitern mit ihren Kontaktdaten und Aufgabenfeldern. So könne man nun schneller den passenden Ansprechpartner im Kreishaus finden. „Das entlastet vor allem unsere Zentrale“, sagt Sprecher Sascha Sebastian Rühl.

Die Bearbeitung und Entwicklung sei in einer schwierigen Zeit umgesetzt worden. Der Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie hätten die Landkreis-Mitarbeiter zusätzlich gefordert. Wimberg freute sich deshalb umso mehr über den Start: „Das ist ein entscheidender und guter Schritt nach vorne.“ Die Internetseite sei auch ein Aushängeschild des Landkreises und als ein erster Eindruck auf Außenstehende wie Investoren oder Touristen entscheidend.

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