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Neue Boccia-Bahn in Vechta eingeweiht

Die Bahn auf dem Gelände des Tennisvereins wurde auf Betreiben von Anwohnern und der Initiative "SelbstgestALTER" gebaut. Ein Anwohner wünscht sich mehr solcher Anlagen.

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Freuten sich über die neue Boccia-Bahn: (von links) Sandra Sollmann, Kristian Kater, Gertrud Korf, Ludger Niswitz, Helga Daum, Wolfgang Bilzer, Sarah Berkensträter, Maria Holzum (Amicitia) und Joseph Stuckenborg (Lions Club), Andreas Böske (Tennisverein). Foto: Kessen

Freuten sich über die neue Boccia-Bahn: (von links) Sandra Sollmann, Kristian Kater, Gertrud Korf, Ludger Niswitz, Helga Daum, Wolfgang Bilzer, Sarah Berkensträter, Maria Holzum (Amicitia) und Joseph Stuckenborg (Lions Club), Andreas Böske (Tennisverein). Foto: Kessen

"Die Boccia-Bahn ist sehr gelungen und sucht ihresgleichen in Vechta." Man konnte Wolfgang Bilzer die Begeisterung anmerken. Als "Lotse im Quartier" war er daran beteiligt, dass jetzt auf dem Gelände des Tennisvereins Vechta eine neue Boccia-Bahn entstanden ist. Genutzt werden soll sie nun hauptsächlich von den Bewohnern rund um den Vechtaer Lattweg.

Boccia in Vechta? Das Spiel mit den Kugeln ist längst nicht mehr nur in Italien beliebt. Immer gilt der Sport als sehr sozial, weil viel geplaudert werden kann. Auch in der Kreisstadt gibt es Fans.

Die Vechtaer Gruppe gründete sich vor einiger Zeit als Resultat der Initiative "SelbstgestALTER", hieß es beim Ortstermin auf der neuen Bahn. Die Initiative sei auch jetzt mit der neuen Anlage befasst gewesen. Die "SelbstgestALTER" wiederum sind der Sozialstation Nordkreis Vechta angegliedert und wollen, so ihr Anspruch, Menschen beim Thema "Leben im Alter" begleitet.

4 Bewohner aus der Vechtaer Siedlung am Lattweg – Ludger Nieswitz, Wolfgang Bilzer, Helga Daum und Gertrud Korf – hatten sich bei der Initiative gemeldet, erzählen sie. Durch eine Workshop-Reihe seien sie zu "Lotsen im Quartier" geworden.

Alte Boccia-Bahn wurde zu klein

Als solche organisiere und plane das Quartett zusammen mit dem hauptamtlichen Team Aktionen, Vorträge oder Fahrten für die Bewohner rund um den Lattweg. Unter anderem habe sich so die Boccia-Gruppe gegründet, die auf einer kleinen Bahn auf dem Gelände des Tennisvereins Vechta spielen durfte. "Wir waren und sind sehr froh über die Gastfreundschaft des Tennisvereins", sagt Bilzer. Die Boccia-Spieler könnten die gesamte Infrastruktur des Geländes, wie zum Beispiel die Toiletten, nutzen.

Doch da immer mehr Menschen dabei sein wollten, sei die Bahn irgendwann zu klein geworden. Zudem habe es bei Regen nur einen Baum als Unterstand gegeben. "Deshalb hatten wir 2018 die Idee, eine neue Boccia-Bahn mit einem Pavillon auf dem Gelände zu errichten", erklärt Bilzer. Zusammen mit Sarah Berkensträter von den „SelbstgestALTERn“ seien Möglichkeiten mit der Stadt ausgelotet und Anträge geschrieben worden.

Stadt finanzierte die 12.000 Euro teure Bahn

Letztendlich habe die Stadt 12.000 Euro für die Boccia-Bahn gegeben.  "Seit Ende 2019 können wir die Bahn nutzen", freut sich Bilzer. Neben einigen Fremdfirmen habe auch der städtische Bauhof geholfen. Die Einweihung sei schon für Mai 2020 geplant gewesen: "Da hat uns Corona aber einen Strich durch die Rechnung gemacht."

Dieses Jahr hat es nun mit der Einweihung geklappt. Zu der waren auch Bürgermeister Kristian Kater (SPD) und Erste Stadträtin Sandra Sollmann gekommen. "Wir wollen Vechta für alle Generationen lebenswert gestalten", begründet Kater die Zustimmung zum Projekt. "Solche Aktionen wie eine Boccia-Gruppe sind Ausduck des gelebten Miteinanders." Bilzer würde sich mindestens 4 dieser Anlagen im Stadtgebiet wünschen. Kater bremst ein wenig: "So etwas kann nicht in jedem Stadtteil funktionieren."

"Herzstück" der Anlage ist der Pavillon

Laut Bilzer ist die Boccia-Bahn 16 Meter lang und von beiden Seiten bespielbar. "Damit können gleichzeitig 12 Personen auf der Bahn spielen." Die Spielstandsanzeigen habe man indes selber gebaut. "Um das Spielfeld herum stehen 4 Bänke, die von der LzO Vechta gesponsert wurden."

"Das Herzstück der Anlage ist unser neuer Pavillon mit Bänken und Tischen", meint Bilzer. Die Kosten würden sich auf etwa 3.500 Euro belaufen. Diese hätten nur durch die "großzügigen Spenden" des Lions Club Vechta sowie von Amicitia gestemmt werden können.

Boccia-Gruppe schafft Vertrauensverhältnis

Vorausgegangen war der Idee, eine Boccia-Gruppe zu gründen, das Projekt der Nachbarschaftsbörse. Dort agierten die Lotsen als eine Art Vermittler von Hilfeleistungen zwischen den Nachbarn. "Die Resonanz war leider nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben", gesteht Bilzer. Das habe aber vor allem daran gelegen, dass viele Menschen gar keine Hilfe annehmen wollten.

Das wollten die Lotsen ändern: "Mit der Boccia-Gruppe sollte ein Vertrauensverhältnis geschaffen werden." Nach über 2 Jahren Spielzeit resümiert Bilzer: "Es ist uns gelungen, dass die Menschen zusammengerückt sind." Nun würde untereinander immer mal wieder Hilfe unkompliziert ausgetauscht werden.

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