Natürlichkeit ist David Sperling bei der Arbeit wichtig
Er ist erst 17 Jahre alt, hat aber schon eine eigene Firma für Video- und Fotografie in Lohne. Ihn faszinieren die Möglichkeiten, die Bewegtbild bietet.
Andreas Timphaus | 28.07.2020
Er ist erst 17 Jahre alt, hat aber schon eine eigene Firma für Video- und Fotografie in Lohne. Ihn faszinieren die Möglichkeiten, die Bewegtbild bietet.
Andreas Timphaus | 28.07.2020

Erst 17 Jahre und schon eine eigene Firma: David Sperling aus Lohne hat sich seine Fähigkeiten an der Kamera selbst beigebracht – über das Anschauen von Youtube-Tutorials. Foto: Timphaus
"Stage 7“ ist nicht nur den Lohnerinnen und Lohnern mittlerweile durchaus ein Begriff. Der Tanzverein hat sich in den vergangenen Jahren über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Wer sich schon mal ein Video eines Auftritts der Tänzerinnen und Tänzer angeschaut hat, dem wird fast unweigerlich David Sperling begegnet sein. Wahrscheinlich nicht direkt: Vor der Kamera lässt sich der 17-Jährige nur selten blicken. Aber hinter besagtem Apparat fühlt er sich pudelwohl. Der junge Lohner betreibt Video- und Fotografie - und das professionell. Seit Februar 2019 hat er mit "inTake" eine eigene kleine Firma. Da er noch nicht volljährig ist, war der Weg dorthin nach eigener Aussage mit großem Aufwand verbunden. "Das Jugendamt hat bei uns zu Hause vorbeigeschaut und auch vor dem Amtsgericht musste ich mit meinen Eltern vorstellig werden", sagt Sperling. Besonders das Bewegtbild hat es ihm angetan. An der Videoproduktion reizen ihn nach eigenen Angaben "die Vielfalt und die Möglichkeiten". Er nennt den Schnitt, die Kameraführung und das Bearbeiten von Farben als Beispiele. "Es gibt so viele Komponenten in dem Bereich. Man kann sich einfach in jede Richtung ausleben", schwärmt er. Sperling hat sich auf Tanzvideos spezialisiert. Doch auch Unternehmensvideos gehören zu seinem Portfolio. Für "Mexify", mit 962 000 Abonnenten einer der größten Gaming-Youtuber in Deutschland, übernimmt Sperling den Videoschnitt. Als künstlerisches Vorbild nennt er Miles-Vincent Kleveman, einen Videoproduzenten (Sidestream Production) aus Hannover, bei dem er seine ersten Meriten sammelte. Inzwischen arbeitet er auch hin und wieder für den Lohner Andre Menke-Zumbrägel (Crafted Filmproduktion). Eine Herausforderung stellt für Sperling stets die Planung eines Drehs dar. "Ich mag es eigentlich lieber, wenn ein Video einfach so entsteht", gibt er zu. Aktuell arbeitet er an Rückblick-Interviews anlässlich des fünfjährigen Bestehens von "Stage 7". Das erfordert viel Organisation. "Ich muss mich dann immer selbst disziplinieren", sagt er. Vielleicht ist es ja dieser Hang zur Spontanität, der ihn auch zur filmischen Begleitung von Events hinzieht. "Diese Videos entstehen aus dem Tag heraus", sagt er. Sperling ist es wichtig, dass die Protagonisten seiner Videos authentisch wirken. "Ich achte sehr auf Natürlichkeit. Ich hasse gestellte Imagevideos über alles." Ihm ist es laut eigener Aussage am liebsten, wenn "die Leute ihren Job machen – und ich begleite sie dabei". Das passt auch zum introvertierten Charakter des 17-Jährigen. "Ich bin niemand, der in einen Raum geht und die Aufmerksamkeit auf sich lenken möchte", sagt der junge Lohner, der sich seine Fähigkeiten über das Anschauen von Youtube-Tutorials selbst beigebracht hat. Nur beim Tanzen selbst - Sperling gehört zur Formation "Limited" und gibt Kurse im Hip-Hop-Bereich - kommt er aus sich heraus. Auch am Marimbaphon und Schlagzeug lebt sich der Berufsschüler gerne aus. Sperling absolviert derzeit eine zweijährige schulische Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten (GTA) an der Berufsbildenden Schule (BBS) Technik in Cloppenburg. Zuvor hatte er seinen Abschluss an der Albert-Schweitzer-Realschule in Lohne gemacht. "An der BBS Technik erlerne ich die Grundlagen der Mediengestaltung: Farbenlehre, Fotografie, Typografie, Drucktechniken und Marketing." Anschließend könnte sich Sperling vorstellen, eine Ausbildung zum Mediengestalter aufzunehmen. Aber auch ein Studium wäre möglich – die GTA-Ausbildung in Verbindung mit einem halbjährigen Praktikum erlaubt ihm den Besuch einer Fachhochschule. Ob Ausbildung oder Studium: Der Lohner möchte sich in jedem Fall weiterhin kreativ ausleben – so wie mit seiner Video- und Fotografie. "Das ist ein Hobby. Ich will damit keinen großen Profit machen." Ob er sich denn vorstellen könnte, seiner Leidenschaft später beruflich voll nachzugehen? "Eine Selbstständigkeit bedeutet großen Druck. Das bereitet mir vielleicht (noch) zu viel Angst. Aber man weiß ja nie, was kommt", sagt Sperling.David Sperling hat einen Hang zur Spontanität
17-Jähriger besucht die BBS Technik in Cloppenburg

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