Im Eingangsbereich des Friesoyther Rathauses hängt ein neues Kunstwerk. Das große Glasmosaik auf verzinktem Eisenblech in Form des historischen Wappens der Stadt schimmert kupfern. Geschaffen wurde es 1966 von Georg Schmidt-Westerstede, dessen Tochter Susann und Schwiegersohn Manfred Hylla den Nachlass des Künstlers betreuen und am Dienstag zur Übergabe vor Ort waren.
Ihr Vater hat in der Nachkriegszeit wohl mehr Kunst im öffentlichen Raum in der Region erschaffen, als jeder andere, schätzt Susann Hylla. Schmidt-Westerstede wuchs in Westerstede auf und etablierte sich in Oldenburg als freischaffender Künstler. Vor allem schuf er Kunst am Bau. In den 50er-Jahren bis zu seinem Tod 1982 entstanden viele Reliefs aus Materialien wie Metall, Bronze, Beton oder Klinker, die noch heute in der Öffentlichkeit zu finden sind. Seit einigen Jahren ist das Ehepaar dabei, die zahlreichen Werke zu beschildern.
In Friesoythe sind mehrere Werke von Schmidt-Westerstede zu finden
Auch die Version des historischen Wappens, das bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges genutzt wurde, hing bis 2020 in der Öffentlichkeit. Genauer an dem früheren Standort der Nordwest-Zeitung in der Peterstraße in Oldenburg. Mit dem Umzug des Medienhauses war für die Wappen der Landkreise und kreisfreien Städte aus dem Verbreitungsgebiet kein Platz mehr. So kehren die Kunstwerke frisch restauriert nach und nach in den Kreis- und Rathäusern ein, berichtet Manfred Hylla.
Die Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers freut das aus zweierlei Gründen. Sie ist als gebürtige Westerstederin bestens mit dem Schaffen von Georg Schmidt bekannt, der sich aus Verbundenheit zu seinem Heimatort den Beinamen gab. Außerdem freue sie sich, dass nun im Rathaus "ein Stück Historie präsentiert" werden kann.
Das Wappen ist nicht das einzige Werk von Schmidt-Westerstede in Friesoythe: Ein Metallrelief von ihm hing erst im Trauzimmer und nun im Treppenhaus des Rathauses. Das Glasmosaik "Kristalle" versteckt sich in dem alten Ankermann-Werk am Pehmertanger Weg.