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Mutmaßlich islamfeindliches Plakat in Cloppenburg entdeckt

Die Polizei hat den Staatsschutz informiert. Das Motiv stammt vermutlich aus dem Internet und könnte Teil einer Kampagne sein.

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Das Plakat wurde bei den "Machern" an der Brandstraße aufgehängt. Foto: Hermes

Das Plakat wurde bei den "Machern" an der Brandstraße aufgehängt. Foto: Hermes

Verärgert haben die "Macher" am Donnerstagmorgen auf die Fensterfront ihre Räume an der Cloppenburger Brandstraße geblickt. Offenbar haben Unbekannte in der Nacht zuvor ein Plakat auf die Scheibe geklebt mit der Aufschrift: "Integrier dich, weiße Frau!" 

Zu sehen sind ein Mann mit Bart und einer muslimischen Kopfbedeckung, eine blonde Frau und eine vollkommen verschleierte Person. Der Text fordert dazu auf, die "religiösen Gefühle" der "anderen Kulturkreise" nicht länger zu verletzen und sich "respektvoll" zu verhalten. Polemik? Eine islamfeindliche Provokation? Wahrscheinlich.

„Das Plakat ist erstmalig in unserem Bereich bekannt geworden", teilt die Polizei auf Anfrage mit. Das Aufhängen des vorliegenden Exemplars stelle nach Ansicht der Beamten keine Straftat dar. Möglich wäre einzig eine Sachbeschädigung anzuzeigen, wenn das Plakat von der Scheibe nicht rückstandslos zu entfernen sei. Der Staatsschutz sei aber informiert und der Fall an ihn weitergeleitet worden.

Weitere Plakate hingen beim Rathaus

Das Motiv des Plakats  könnte nach Informationen von OM Online auf einen rechten Youtuber mit dem Pseudonym "Shlomo Finkelstein" zurückgehen. Die Videoplattform hat seine Kanäle inzwischen zwar gesperrt; im Netz geht die Kampagne mit fragwürdigem Inhalt jedoch weiter. Zu dem Plakatmotiv, was nun in Cloppenburg aufgetaucht ist, sagt "Finkelstein" in einem Video: „Wichtig war es mir hier, die besagte weiße Frau als klare Aggressorin und die muslimischen Migranten als klare Sympathieträger darzustellen und gleichzeitig subtil genug zu bleiben, dass das ganze realistisch wird.“ 

In seinem Telegramkanal hat die Kunstfigur unter anderem am 12. August zu einer Plakatier-Aktion aufgerufen. Die passenden Exemplare werden zum Download angeboten. Weitere Motive fanden sich beim Cloppenburger Rathaus. Zu Finkelsteins Followern gehören unter anderem Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker. Inhaltliche Ziele der Attacken sind oftmals Ausländer, alle politischen Parteien bis auf NPD und AfD sowie die öffentlichen Medien.

Weitere Plakate wurden in der Nähe des Rathauses aufgehängt. Foto: HermesWeitere Plakate wurden in der Nähe des Rathauses aufgehängt. Foto: Hermes

Sollten Anwohner oder Firmeneigentümer ähnliche Plakate vorfinden, bittet die Polizei um einen Hinweis. Zeugen, die etwas Verdächtiges gesehen haben, können sich unter Telefon 04471/18600 melden.


Meine Meinung 

Kommentar von Oliver Hermes (Reporter)

Es ist armselig und feige, Vorurteile und Hass gegenüber Ausländern zu schüren. Der Urheber der ganz bewusst irreführenden Plakate bleibt gerne im Verborgenen und ist im Internet auch nur mit einem oder mehreren Decknamen unterwegs. Verantworten muss er sich so ja nicht.

Unbekannt bleibt auch die Person, die die Plakate ausgedruckt, einlaminiert und in Cloppenburg aufgehängt hat. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit politischen Themen ist von diesen Menschen gar nicht gewollt. Übrig bleiben lediglich falsche und plumpe  Behauptungen. Ganz einfach ausgedrückt: Das ist pure Hetze.

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