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Motto: „Solidarisch ist man nicht alleine“

Die Gewerkschaft begrüßt das Kurzarbeitergeld. Sorge bereitet die Gesundheit der Arbeitnehmer.

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Der DGB-Vorstand des Landkreises Vechta ruft mit einer Fotocollage zur Solidarität in der wirtschaftlichen Krise auf (oben, von links): Elsbeth Chiodini, Achim Schrader, Audra Brinkhus-Saltys sowie (unten, von links) Kurt Voss und Franz-Josef von Döllen. Foto: DGB

Der DGB-Vorstand des Landkreises Vechta ruft mit einer Fotocollage zur Solidarität in der wirtschaftlichen Krise auf (oben, von links): Elsbeth Chiodini, Achim Schrader, Audra Brinkhus-Saltys sowie (unten, von links) Kurt Voss und Franz-Josef von Döllen. Foto: DGB

Der Termin im Kalender war fett markiert, der Europaplatz in Vechta reserviert und auch einige Reden existierten schon auf dem Papier. Doch auf das geplante Programm mit Ansprachen, Musik und Informationsständen musste der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am 1. Mai verzichten. Wegen der Corona-Pandemie fiel die Kundgebung zum „Tag der Arbeit“ aus. Stattdessen präsentierte sich der Vorstand aus dem Landkreis Vechta mit Videos, Fotos und Statements im Internet.

Unter dem Mai-Motto „Solidarisch ist man nicht alleine“ richteten sich die Gewerkschaftler um ihre Kreisvorsitzende Audra Brinkhus-Saltys an das Publikum im weltweiten Netz. Gemäß den Abstandsregeln hatte jedes Vorstandsmitglied zuhause einen persönlichen Beitrag vorbereitet. Ganjana Herbertz, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Oldenburg, die bei der Veranstaltung auf dem Europaplatz ans Mikrofon getreten wäre, veröffentlichte Auszüge ihrer Rede in einer Pressemitteilung.

"Durch gemeinsames und solidarisches Handeln können wir uns dieser Krise erfolgreich stellen und Beschäftigung sichern."

Ganjana Herbertz, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Oldenburg

Im Schulterschluss mit Martina Bruse, Geschäftsführerin der IG Metall Oldenburg und Wilhelmshaven, hob Herbertz die Bedeutung der Solidargemeinschaft hervor, die sich für bessere und faire Arbeitsbedingungen, besonders während der Krise, einsetze: „Wir sind auch in diesen schweren Zeiten voll handlungsfähig. Durch gemeinsames und solidarisches Handeln können wir uns dieser Krise erfolgreich stellen und Beschäftigung sichern.“

„Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten derzeit Beachtliches und arbeiten hart, um Wirtschaft und Infrastruktur am Laufen zu halten. Viele von ihnen arbeiten noch immer im Büro und in Fabriken. Es muss unser oberstes Ziel sein, ihre Gesundheit zu schützen“, ergänzte Bruse. Hier brauche es funktionierende Hygiene-Maßnahmen und auch in Zeiten von allgegenwärtiger Kurzarbeit ein Einkommen, von dem Arbeitnehmer gut leben können.

„Wir als IG Metall haben seit Wochen intensiv darauf gedrängt, das Kurzarbeitergeld zu erhöhen, um vielen betroffenen Beschäftigten die Sorgen vor dem drohenden Entgeltverlust zu ersparen. Die neue Aufstockungsreglung ist dabei eine erste positive Entwicklung“, erklärte die Geschäftsführerin.

Bürgermeister Kater weist auf wirtschaftliche Probleme hin

Den Aufruf zur Solidarität teilte auch Vechtas Bürgermeister Kristian Kater, der sich gerne mit einem Grußwort an der Kundgebung beteiligt hätte. In seiner vorbereiteten Rede geht er auf den massiven Einfluss der Pandemie auf die Arbeitswelt ein. Kleine und mittelständische Unternehmen seien ebenso betroffen wie börsennotierte Global Player. Sie alle müssten große Umsatzeinbußen am Markt verkraften. Das gefährde Hunderttausende Arbeitsplätze.

Auch der Landkreis Vechta sei stark betroffen. Nach Erhebungen des Forschungsunternehmens „Prognos“ seien gut 70 Prozent der Arbeitnehmer vor Ort in Branchen tätig, die mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen hätten, so der Bürgermeister weiter. Er ist davon überzeugt: „Staat, Wirtschaft und Gewerkschaft können nur gemeinsam einen Weg aus der Krise finden.“

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