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„Moobil+Taxi“ im Kreis Cloppenburg: Das steckt dahinter

Das neue Modellprojekt im Landkreis Cloppenburg setzt auf Taxis als Ergänzung zum ÖPNV. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Warten auf Fahrgäste: Künftig könnten solche Fahrzeuge im Landkreis Cloppenburg eine größere Rolle im öffentlichen Nahverkehr spielen. Foto: dpa/Rumpenhorst

Warten auf Fahrgäste: Künftig könnten solche Fahrzeuge im Landkreis Cloppenburg eine größere Rolle im öffentlichen Nahverkehr spielen. Foto: dpa/Rumpenhorst

Der Landkreis Cloppenburg führt das Projekt „moobil+Taxi“ für die Dauer von 3 Jahren ein. Wie aus einer Mitteilung des Landkreises Vechta hervorgeht, hat dies der Verkehrsausschuss dem Kreistag einstimmig zur Beschlussfassung empfohlen. Bei positiver Entscheidung sei dem Kreistag dann jährlich zu berichten und die Kreisverwaltung werde damit beauftragt, entsprechende Fördermittel einzuwerben, heißt es weiter.

Es werde ausdrücklich festgestellt, dass eine Rückkehr der Gemeinde Saterland in dem Verbund der „moobil+“ Kommunen erwünscht sei und das bei entsprechendem Abschluss einer Vereinbarung der Gemeinde Saterland mit dem Landkreis Cloppenburg der Landrat ermächtigt ist, die notwendigen Vergaben zur erneuten Einbindung der Gemeinde Saterland unverzüglich vorzunehmen. Durch Beschluss des Kreistages vom 29. Juni 2023 wurde die Verwaltung beauftragt ergebnisoffen zu prüfen, ob „moobil+Taxi“ im Landkreis Cloppenburg umgesetzt werden kann.

Doch was ist „moobil +Taxi“ eigentlich?
Dabei handelt es sich um „eine zeitlich flexible Flächenbedienung mit kleinen Fahrzeugen (Taxis)“, heißt es seitens des Landkreises. Ziel sei es, ein optionales Angebot zu schaffen, wenn kein Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) besteht; es soll also nicht zu einem Parallelsystem kommen, vielmehr sollen so räumliche Bedienungslücken geschlossen und eine Zubringer- und Verstärkungsfunktion für den bisher eingerichteten Linienverkehr geschaffen werden.

Wie kann eine Fahrt gebucht werden?
Laut Landkreis soll es möglich sein, Fahrten sowohl digital als auch telefonisch über eine Mobilitätszentrale buchen zu können. Grundgedanke ist dabei, dass die im Landkreis Cloppenburg befindlichen Taxiunternehmen ihre freien Kapazitäten digital melden. Diese Kapazitäten sollen dann über die „moobil+App“ den Bürgerinnen und Bürgern bereitgestellt werden.

Die Kapazitätsgrenze ist jeweils die durch die örtlichen Taxiunternehmen bereitgestellte und freigemeldete Transportkapazität. Vorteil dieser Fahrzeugbereitstellung sei, dass die Fahrzeuge der Anbieter vor Ort, sinnvoll genutzt werden können, ohne dass neue Fahrzeuge angeschafft werden müssen, so Landkreis-Pressesprecher Frank Beumker.

Ein Nutzer des Angebots hat keinen Anspruch auf die alleinige Beförderung

Welche Betriebszeiten von „moobil+Taxi“ sind geplant?
Die Fahrten mit „moobil+Taxi“ sind nachrangig zu den bereits bestehenden Angeboten des ÖPNV und werden per „Moobil+App“ lediglich dann angeboten, wenn keine entsprechende ÖPNV-Beförderungsmöglichkeit besteht. Die Betriebszeiten sind für montags bis freitags von 7 bis 23 Uhr geplant sowie samstags von 7 bis 2 Uhr und sonn- und feiertags von 8 bis 23 Uhr.

Gibt es weitere Ziele, die mit der Etablierung von „moobil+Taxi“ erreicht werden sollen?
Ein weiteres Ziel von moobil+Taxi ist, bei steigender Nutzung möglichst ein Pooling (Bündeln mehrerer Fahrtwünsche) zu erzielen. Ein „moobil+Taxi“-Nutzer hat nicht den Anspruch auf eine alleinige Beförderung, sondern muss dieses Angebot bei Vorliegen der freien Kapazitäten auch gegebenenfalls mit anderen Personen teilen. Dafür wird der Taxi-Anteil (angenommene 25 Prozent) gleichermaßen auf die Anzahl der gepoolten Fahrtwünsche aufgeteilt.

Welche Haltestellen könnte es geben?
Des Weiteren hat der Verkehrsausschuss vier Anträge auf Förderung von Haltestellen des straßengebundenen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) einstimmig zugestimmt. Die Stadt Friesoythe hat einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses in Höhe von bis zu 44.958,86 EUR für den Ausbau der Haltestelle „Kampe, Grundschule“, die Gemeinde Cappeln einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses in Höhe von bis zu 10.500 Euro für den Ausbau der Haltestelle „Darrel, Warnstedter Straße“, die Gemeinde Emstek einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses in Höhe von bis zu 12.300 Euro für den Ausbau der Haltestelle „Drantum, Ecopark-Allee“ und die Stadt Löningen einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses in Höhe von bis zu 127.581,16 Euro für den Ausbau der Haltestelle „Löningen, Schulzentrum/Linderner Straße“ gestellt.

Ausschuss entscheidet in seiner Sitzung im März über Anträge

Das „moobil+Taxi“-Projekt soll in der Eninführungsphase vom Landkreis Cloppenburg finanziert werden, ohne weitere Beteiligung der an „moobil+“-teilnehmenden Kommunen. Die aktuell gültige Richtlinie des Landkreises Cloppenburg für die Förderung von Haltestellen des ÖPNV wurde vom Kreistag am 3. Juni 2021 beschlossen.

Grundsätzlich beträgt die Höhe des Zuschusses nach Ziffer 4.2 dieser Richtlinie 75 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben für sogenannte kleine Investitionsmaßnahmen mit Gesamtkosten von bis zu 100.000 Euro pro Haltestelle oder sonstiger Investitionsmaßnahme beziehungsweise 12,5 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben für größere Investitionsmaßnahmen mit einem Volumen von mehr als 100.000 Euro, sofern die Maßnahme nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) mit 75 Prozent bezuschusst wird. Der Kreisausschuss wird in seiner Sitzung im März abschließend über die Anträge entscheiden, heißt es weiter in der Mitteilung.

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