Molberger Kirche braucht ein neues Dach
Mitarbeiter des Monumentendienstes haben Schäden an dem historischen Bau dokumentiert. Ein neues Dach würde nach Schätzungen des Provisors um die 350.000 Euro kosten.
Dennis Schrimper | 10.09.2020
Mitarbeiter des Monumentendienstes haben Schäden an dem historischen Bau dokumentiert. Ein neues Dach würde nach Schätzungen des Provisors um die 350.000 Euro kosten.
Dennis Schrimper | 10.09.2020

Historisch – und reparaturbedürftig: Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist wurde 1899 bis 1902 errichtet. Provisor Josef Wobbeler ist dankbar für die Hinweise und Handlungsempfehlungen, die der Inspektionsbericht der Kirchengemeinde gibt. Foto: Schrimper
Der Bericht von Mitarbeitern des Monumentendienstes, die die Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Molbergen Anfang August untersucht hatten, lässt keinen Zweifel zu: Der Zahn der Zeit hat vor allem am Dach des historischen Gotteshauses genagt. „Da tut sich eine größere Baustelle auf“, sagt Kirchenprovisor Josef Wobbeler und blättert in dem Untersuchungsbericht. „Wir werden in den nächsten zwei Jahren nicht um ein neues Kirchendach herumkommen.“ Wobbeler rechnet dafür mit Kosten in Höhe von 300.000 bis 350.000 Euro. Zahlreiche Dachpfannen auf dem Kirchenschiff wiesen sogenannte Ermüdungsbrüche auf, erklärt Wobbeler. Moose, Flechten und Algen haben sich breit gemacht. Es gebe Abplatzungen und kaum wahrnehmbare Risse – den Mitarbeitern des Monumentendienstes, die eine Drohne im Einsatz hatten, blieben diese Schadstellen jedoch nicht verborgen. Die Dachkonstruktion als solche weise keine Mängel auf, ist der Provisor froh. „Die Balkenanlage ist gut in Schuss.“ Bevor das Dach erneuert werden kann, soll ein Dachdecker die gröbsten Schäden beseitigen, informierte Wobbeler. Anders als im Falle der Dacherneuerung, für die ein Finanzplan aufgestellt werden müsse, können viele weitere Reparaturen am Gebäude mit Mitteln des Kichenhaushalts durchgeführt werden. Auch diesbezüglich gebe der Bericht des Monumentendienstes der Kirchengemeinde „eine gute Planungshilfe“ an die Hand, so Wobbeler. Unter anderem sind Spannungsrisse und Abplatzungen im Mauerwerk dokumentiert, Baumsamen haben in brüchigen Fugen Wurzeln geschlagen. In diesen Fällen müssten Steine ausgetauscht werden. Am Aufgang zum Orgelboden hat sich laut Wobbeler Feuchtigkeit ausgebreitet. Grund sei eine seinerzeit verwendete Ölfarbe, die den Raum dämme. „So kann die Feuchtigkeit nicht nach außen treten“, erläutert der Provisor. Das führe dann zu sogenannten Ausblühungen. Mit neu aufzutragendem Kalkputz, der atmungsaktiver sei, könne das Problem behoben werden. Einige Deckenbalken sollen weiter im Auge behalten werden. Daran hat sich der gescheckte Nagekäfer zu schaffen gemacht. Ein Monitoring soll nun Klarheit bringen, ob der Schädling noch aktiv ist. Man wolle nicht unnötig „die chemische Keule“ schwingen, so Wobbeler. Eventuell könne ein Befall auch mit Hitze beseitigt werden. Um diese Schäden an der historischen Bausubstanz zu beheben, bevor sie akut werden, seien in den folgenden zwei Jahren jeweils 5000 bis 10.000 Euro aus dem Haushalt aufzuwenden, so der Provisor.Bericht ist "gute Planungshilfe"
Schäden an historischer Bausubstanz beheben, bevor sie akut werden
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