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Mit dem Inklusionshaus in Deindrup wird ein Traum wahr

Das frisch eingeweihte Gebäude eröffnet der Dorfgemeinschaft und dem Sonnenhof ganz neue Möglichkeiten. Die ersten Veranstaltungen stehen schon vor der Tür.

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Hinter dem Projekt steckt Teamarbeit. Über den erfolgreichen Weg bis zur Fertigstellung des Inklusionshauses freuen sich die Vertreter von Stadt, Dorfgemeinschaft, Sonnenhof und Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (von links): Helmut Gels, Reinhold Bothe, Josef Kläne, Franz-Josef Wilkens, Conrad Traidl, Uwe Bartels, Hartmut Kurzbach, Norbert Wencker, Kristian Kater und Dirk Lübbe. Foto: Speckmann

Hinter dem Projekt steckt Teamarbeit. Über den erfolgreichen Weg bis zur Fertigstellung des Inklusionshauses freuen sich die Vertreter von Stadt, Dorfgemeinschaft, Sonnenhof und Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (von links): Helmut Gels, Reinhold Bothe, Josef Kläne, Franz-Josef Wilkens, Conrad Traidl, Uwe Bartels, Hartmut Kurzbach, Norbert Wencker, Kristian Kater und Dirk Lübbe. Foto: Speckmann

Die Freude über das Erreichte war den Akteuren ins Gesicht geschrieben: Nach vielen Jahren der Planung, einem zähen Ringen um Fördermittel und einer nicht ganz einfachen Bauphase konnten die Verantwortlichen und ihre Gäste am Mittwochabend die Einweihung des Inklusionshauses in Deindrup feiern. Dabei herrschte große Einigkeit, dass dieses Ziel ohne gemeinsame Anstrengungen auf allen Ebenen nicht erreicht worden wäre.

Die Dorfbewohner hatten in den letzten Tagen noch kräftig Hand angelegt, um das neue Domizil in gebührender Form zu präsentieren. Getan ist die Arbeit damit nicht, wie Vechtas Bürgermeister Kristian Kater (SPD) in der Feierstunde feststellte: „Jetzt geht es erst richtig los. Alle sind in den Startlöchern und freuen sich riesig auf ganz neue Möglichkeiten, die durch dieses Haus und weitere Projekte entstehen.“

Spannender Rundgang: Der Sinnesgarten mit seinen Spiel- und Erlebniselementen ist eine Attraktion für die ganze Familie. Foto: SpeckmannSpannender Rundgang: Der Sinnesgarten mit seinen Spiel- und Erlebniselementen ist eine Attraktion für die ganze Familie. Foto: Speckmann

Das Inklusionshaus solle insbesondere das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Handicap fördern und werde dabei viele Berührungspunkte ermöglichen, so der Bürgermeister. Es sei sowohl der neue Mittelpunkt des Dorflebens als auch ein soziales, kulturelles und touristisches Zentrum für Einheimische und Gäste. Und es sei eine attraktive Spielstätte für Kinder und ein vielfältig nutzbarer Veranstaltungsort.

Kater würdigte den Einsatz aller Beteiligten und dankte dem Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ARL) für die Unterstützung. Ohne Fördermittel wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Allein die Investitionskosten für das Gebäude beziffert die Verwaltung mit rund 1,3 Millionen Euro. Außenanlagen inklusive Sinnesgarten schlagen mit etwa 300.000 Euro zu Buche. Die Stadt Vechta erhält Landesmittel in Höhe von insgesamt 650.000 Euro.

ARL-Dezernatsleiter Norbert Wencker bat um Nachsicht, dass die Fördermittel des Landes Niedersachsen aufgrund der Vielzahl an Anträgen erst im zweiten Anlauf genehmigt worden seien, und kam zu dem Schluss: „Das Geld ist auf jeden Fall sehr gut angelegt.“ Ortsbürgermeister Dirk Lübbe (CDU) lobte die Teamarbeit und versicherte für den Ortsrat: „Parteiübergreifend werden wir dieses Projekt weiterhin so unterstützen, wie es sich gehört.“

"Ich habe immer davon geträumt, einen räumlichen Mittelpunkt im Ort zu haben, wo die Bevölkerung sich trifft, wo man Veranstaltungen organisieren kann."Reinhold Bothe, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Dorferneuerung, Hartmut Kurzbach, blickte mit Stolz auf den Entwicklungsprozess, der vor 14 Jahren vom damaligen Bürgermeister Uwe Bartels (SPD) angeschoben und von Nachfolger Helmut Gels (CDU) fortgesetzt wurde. Das Haus sei nicht nur für Spreda und Deindrup ein Gewinn, sondern für die ganze Stadt Vechta. Die zukünftigen Veranstaltungen würden eine Bereicherung für das soziale Zusammenleben.

Dem kann sich Reinhold Bothe nur anschließen. Für ihn geht mit der Einweihung ein Wunsch in Erfüllung, den ganz sicher viele Dorfbewohner teilen: „Ich habe immer davon geträumt, einen räumlichen Mittelpunkt im Ort zu haben, wo die Bevölkerung sich trifft, wo man Veranstaltungen organisieren kann“, erklärte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Spreda-Deindrup. In der Vergangenheit seien viele gute Ideen an fehlenden Räumlichkeiten gescheitert.

Die Inklusion sei ein wichtiges Thema und habe wohl letztendlich die Türen für das Projekt geöffnet, so Bothe. Obwohl das barrierefreie Gebäude eine überwiegende Nutzung durch die Bewohner und Mitarbeiter des Sonnenhofes erfahre, werde die Dorfgemeinschaft hier ihr Domizil haben. Auf Basis der jahrelangen Zusammenarbeit wolle sein Verein auch möglichst viele gemeinsame Veranstaltungen mit dem Sonnenhof durchführen.

"Das ist wie ein Sechser im Lotto.“Franz-Josef Wilkens, Vorstand der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof

„Das ist wie ein Sechser im Lotto“, meinte Franz-Josef Wilkens, Vorstand der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof. Er freute sich gemeinsam mit Werkstattleiter Conrad Traidl sowie den Bewohnern und Mitarbeitern der Einrichtung über die neuen Räume in unmittelbarer Nachbarschaft und die Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft. In den nächsten Jahren werde es darum gehen, das Gebäude mit Leben zu füllen.

Wie wichtig das Inklusionshaus für die Begleitung von Menschen mit Unterstützungsbedarf ist, können interessierte Besucher in Kürze vor Ort erfahren. Die Multifunktions- und Therapieräume werden in das traditionelle Sonnenhof-Fest am 4. September einbezogen. In das Programm wird sich auch die Dorfgemeinschaft einbringen. Im Oktober soll es einen „Tag der offenen Tür“ geben.

Blick in den Flur: Die Besucher des barrierefreien Gebäudes können die Treppe oder auch wahlweise den Aufzug benutzen. Foto: SpeckmannBlick in den Flur: Die Besucher des barrierefreien Gebäudes können die Treppe oder auch wahlweise den Aufzug benutzen. Foto: Speckmann

Während die Restarbeiten nahezu erledigt sind und die letzten Einrichtungsgegenstände in Kürze zur Verfügung stehen, plant der Trägerverein um Reinhold Bothe bereits weitere Aktivitäten für dieses Jahr. Das städtische Gebäude soll unter anderem zum Urnengang bei der Landtagswahl dienen und den Weihnachtsmarkt bereichern. In der Adventszeit rollt dann der Ball: Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft.

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