Meine erste Reise nach Litauen
Meine Woche: Eine Dienstreise führte über Polen nach Litauen. Eine Erfahrung, die es wert war, sie gemacht zu haben.
Carina Meyer | 13.10.2024
Meine Woche: Eine Dienstreise führte über Polen nach Litauen. Eine Erfahrung, die es wert war, sie gemacht zu haben.
Carina Meyer | 13.10.2024

Man weiß spätestens, wenn man an einer Autobahn-Filiale einer sehr bekannten Fastfood-Kette hält, um dort lediglich die Toilette aufzusuchen, dass man nicht mit seinen üblichen Reisebegleitern unterwegs ist. Als ich mich an eines der Bestellterminals stellte, die Spracheinstellungen auf Deutsch änderte – wir waren schließlich in Polen – und nur darauf wartete, für alle anderen die Bestellungen entgegenzunehmen, erntete ich durchweg verwirrte Blicke. „Was machst du da?“ Ich wollte bestellen, ohne auf die Polnisch-Kenntnisse von Bernhard angewiesen zu sein. Ich hielt das für praktisch. Mit dieser Annahme war ich allein. „Wir essen hier nicht.“ Nicht? „Wir fahren weiter. Wir wollen was Richtiges essen.“ Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass wir noch an drei weiteren Fastfood-Ketten vorbeifuhren, bevor wir etwas „Richtiges“ fanden. Eine Reise mit Unbekannten ins Unbekannte bedarf sicherlich Neugier, Abenteuerlust und ein wenig Mut. Ich muss zugeben, dass ich ein paar Tage vor der Abfahrt ein bisschen nervös war. Wann fährt man schon mit fünf, einem größtenteils fremden Menschen nach Litauen? Ich weiß ja nicht, wie Ihre Alltagsgestaltung so aussieht, aber für mich war das eine Premiere. Um eines direkt vorwegzunehmen: Die Reise nach Litauen war wirklich eine Bereicherung. Und was ich währenddessen über das Land im Baltikum erfahren durfte, konnte man die Tage in einer Reportage lesen. Ich habe vor allem zahlreiche freundliche Menschen kennenlernen dürfen – angefangen bei der Reisegruppe aus dem Landkreis Vechta, die da bestand aus: Alfons Hoping – zugegeben, wir kannten uns schon durch die regelmäßige Berichterstattung über das Kinderheim, das er unterstützt –, Clemens Rottinghaus, Bernhard Serwuschok, Benno Lübberding und Hans Warnke. Es gibt nicht viele Menschen, mit denen ich schon so viele friedliche Stunden auf den Autobahnen Europas verbrachte. „Trotz der sprachlichen Hürden – ich kann überraschenderweise kein Litauisch – durfte ich dann vor Ort eine große Gastfreundschaft erleben.“ Während dieser Reise durfte ich nicht nur lernen, was „richtiges Essen“ an Raststätten ist, ich durfte auch lebhaften Erzählungen von früheren Fahrten nach Litauen lauschen. Von Lkw-Fahrern, die bei der Polizei „ausgelöst“ werden mussten oder von den Stunden, die man an den Grenzen ausharren musste, bevor es weiterging. Was es da wohl zu essen gab? Das müsst ihr mir beizeiten nochmal erzählen. Ach ja, im Gegenzug durftet ihr dann von mir etwas über das moderne Verständnis von der Aufteilung der Care-Arbeit erfahren. „I‘m fun at parties“, würde man da wohl auf Englisch sagen. Trotz der sprachlichen Hürden – ich kann überraschenderweise kein Litauisch – durfte ich dann vor Ort eine große Gastfreundschaft erleben. Außerdem glaube ich, auf einer Party noch nie so früh am Abend so viele Menschen auf der Tanzfläche gesehen zu haben. Falls ich mich je gefragt haben sollte, wie deutsch ich bin – ich bin eine echte Kartoffel. Das Feiern hatten die Gäste auf dieser Party zumindest mir deutlich voraus. Apropos Kartoffeln. Kulinarisch muss man stets für alles offen bleiben, sobald man die heimische Küche verlässt – sonst verpasst man schließlich was. Sogar als sogenannte Pescetarierin – Fisch-Vegetarierin – kam ich auf meine Kosten. Ich war ab dem ersten Abend Fan des Herings in Leinöl, den uns unser „Herbergsvater“ Žilvinas servierte. Begeistert war ich auch vom Knoblauchbrot, das gefühlt überall als Snack gereicht wurde. Abgenommen habe ich während dieses Kurztrips auf jeden Fall nicht. Es war zwar meine erste Reise nach Litauen, aber ich hoffe, dass es nicht meine letzte gewesen sein wird. Ich denke, es gibt noch viel mehr zu erfahren und zu entdecken. Klaipėda zum Beispiel klingt doch nach einem guten Ziel für eine zweite Reise ins Baltikum.Zur Person:
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