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Looschen gibt "Lüttke Lüe" in neue Hände

Hubert Looschen hat sein Amt als  Vorsitzender des Kuratoriums der Garreler Bürgerstiftung "Lüttke Lüe" abgegeben. Sein Nachfolger ist Manfred Nienaber.

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Wechsel bei „Lüttke Lüe“: Hubert Looschen (vorne, links) hat das Amt des Kuratoriumsvorsitzenden an Manfred Nienaber (vorne, rechts) abgegeben. Mit im Bild sind (hinten, von links) André Hellmann (Kuratorium), Pfarrer Paul Horst, Ingrid Nienaber, Thomas Höffmann und Franz-Josef Behrens (Kuratorium). Foto: Schrimper

Wechsel bei „Lüttke Lüe“: Hubert Looschen (vorne, links) hat das Amt des Kuratoriumsvorsitzenden an Manfred Nienaber (vorne, rechts) abgegeben. Mit im Bild sind (hinten, von links) André Hellmann (Kuratorium), Pfarrer Paul Horst, Ingrid Nienaber, Thomas Höffmann und Franz-Josef Behrens (Kuratorium). Foto: Schrimper

Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 erfüllt die Garreler Bürgerstiftung „Lüttke Lüe“ in der Gemeinde Wünsche und sorgt so für leuchtende Augen bei Kindern und Jugendlichen. Und seitdem ist sie mit einem Namen besonders verbunden: Hubert Looschen. Er hatte die Stiftung seinerzeit mit dem 2015 verstorbenen Garreler Grundschulleiter Norbert Högemann – wie er sagt, aus einer „Bierlaune“ heraus – aus der Taufe gehoben. Als Vorsitzender des elfköpfigen Kuratoriums hat Looschen das Wirken von „Lüttke Lüe“ über Jahre geprägt – jetzt hat der 71-Jährige das Amt abgegeben, bleibt dem Kuratorium aber erhalten. Looschen tritt also von der ersten in die zweite Reihe. Sein Nachfolger ist Manfred Nienaber. Er wird das Amt bis Mai 2023 ausüben.

Der 56-Jährige ist sei anderthalb Jahren Kuratoriumsmitglied. Der Garreler arbeitet als Lehrer an der Marienschule in Cloppenburg. In seiner Heimatgemeinde sei Nienaber, wie Looschen hervorhob, „sehr gut vernetzt“. In einer Sitzung des Kuratoriums wurde Looschen für seine Verdienste gedankt. „Ich kenne keinen anderen, der so voller Ideen steckt wie du“, lobte Nienaber seinen Vorgänger. Immer habe dieser dabei andere Menschen im Blick. „Du wirst die Seele dieser Stiftung bleiben“, betonte er. Schließlich sei sie Looschens „Kind“.

Stiftung widmet sich verstärkt der Inklusion

Auch Bürgermeister Thomas Höffmann war voll des Lobes für Looschen und die Stiftung allgemein. „Du warst nicht nur ein Verwalter, du hast die Dinge angepackt und mit Leben gefüllt. So einen Menschen findet man nicht überall.“ „Lüttke Lüe“ bezeichnete der Verwaltungschef als Bereicherung für die gesamte Gemeinde. „Aus einer kleinen Idee ist eine beeindruckende Stiftung geworden.“

Gründungsvater Looschen dankte vor allem den „Bürgerinnen und Bürgern dieser Gemeinde, dass sie uns so gut unterstützt haben“. Darauf sei er stolz. Das gespendete Geld bleibe durch die Stiftung in der Gemeinde, wo Kindergärten, Schulen und Vereine und seit Kurzem auch Kinder mit Handicap unterstützt würden, „damit sie besser am Leben teilnehmen können“. „Die Stiftung ist in den Herzen und in den Köpfen der Menschen angekommen“, freute sich der 71-Jährige. Das zeige sich zum Beispiel daran, dass bei Beerdigungen oft anstelle von Kränzen die Stiftung mit einem Geldbetrag bedacht werde. Kürzlich sei die Stiftung sogar erstmals Erbin geworden.

Bislang 125.000 Euro ausgezahlt

406.000 Euro hat „Lüttke Lüe“ seit der Gründung eingenommen, wie Ingrid Nienaber, Geschäftsführerin der Stiftung, bilanzierte. 54.000 Euro davon seien durch eigene Aktionen wie den Freimarktlauf, Benefizessen und die alljährliche Adventskalenderaktion erwirtschaftet worden. Die Zinserträge belaufen sich laut Nienaber auf 48.000 Euro, die Bilanzsumme auf 260.000 Euro. Ausgezahlt worden seien bislang 125.000 Euro. „Im ersten Jahren haben wir mit
3000 Euro angefangen“, so Nienaber. Inzwischen peile man jährlich 20.000 Euro an, doch wegen der Corona-Pandemie wird diese Summe nicht erreicht werden. Der Grund: Schulfahrten oder Abschlussfeiern, die bislang finanziell unterstützt wurden, mussten in diesem Jahr ausfallen. „Wir freuen uns auf die Zeit, wo wieder mehr Geld von uns eingefordert wird“, fügte Looschen hinzu.

Manfred Nienaber wies auf das besondere „Vertrauensverhältnis“ hin, das zwischen der Stiftung und den Lehrern und Erziehern in der Gemeinde bestehe, die finanzielle Unterstützung beantragen. „Sie wissen, wo Bedarf ist – dort soll es ankommen.“

2250 Kalender stehen im November zum Verkauf

Parellel zu den geringeren Auszahlungen gibt es weniger Einnahmen, weil Aktionen wie das Benefizessen abgesagt werden mussten. Größer denn je wird dagegen die diesjährige Adventskalender-Aktion ausfallen: Erstmals werden 2250 Kalender verkauft. Zu gewinnen gibt es 105 Preise im Gesamtwert von rund 13.500 Euro . „Die Druckerpresse für die Kalender läuft bereits“, kündigte der neue Vorsitzende des Kuratoriums an. „Im November wird gekauft, im Dezember wird gewonnen“, fügte Looschen schmunzelnd hinzu.

Was seinen Nachfolger angeht, zeigte sich der 71-Jährige sehr zuversichtlich. Man habe mit Nienaber eine „sehr gute Wahl“ getroffen. „Er tritt nicht in meine Fußspuren – er macht eigene.“

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