Liebe Emsländer, wo macht ihr bloß eure Führerscheine?
Kolumne: Immer wieder fallen mir Autofahrer mit EL-Kennzeichen negativ auf. Das kann kein Zufall sein.
Friedrich Niemeyer | 30.03.2026
Kolumne: Immer wieder fallen mir Autofahrer mit EL-Kennzeichen negativ auf. Das kann kein Zufall sein.
Friedrich Niemeyer | 30.03.2026

Autofahrer aus dem Emsland haben in Cloppenburg einen schweren Stand. Auch bei mir sind sie längst in einer Schublade gelandet, aus der sie nur schwer herauskommen. Das kommt nicht von ungefähr. Ein Beispiel: Soweit ich mich erinnern kann, wurde ich in meinem Autofahrerleben zweimal innerorts in Cloppenburg überholt. Und zweimal waren es Emsländer. Zufall? Erst drängelten sie, dann scherten sie plötzlich aus und drückten aufs Gaspedal. Was stimmt bloß nicht mit denen? Ich fahr’ doch selbst schon zu schnell! Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren. Mittlerweile heißt es für mich „Obacht und Abstand halten“, sobald die zwei Buchstaben „EL“ vor mir auf der Straße auftauchen. Wer weiß, was der oder die wohl im Schilde führt. Denn jeder in Cloppenburg weiß, dass das per se schlechtere Autofahrer sein müssen. Ganz bestimmt. „Schon in der Fahrschule lautet eine der wichtigsten Regeln, immer mit den Fehlern anderer zu rechnen.“ Ich weiß, das ist ein Vorurteil. Und es ist albern. Zu meiner Verteidigung: Schon in der Fahrschule lautet eine der wichtigsten Regeln, immer mit den Fehlern anderer zu rechnen. Und im Verkehr ist die Situation oft unübersichtlich. Wir müssen schnell Entscheidungen treffen. Die anderen in Gruppen einzuteilen, scheint es einem leichter zu machen, Gefahrenquellen früh zu erkennen. Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Es ist doch so: Ist man einmal von seinem Vorurteil überzeugt, fühlt man sich jedes Mal bestätigt, wenn es wirklich mal eintrifft. Wenn ein Autofahrer mit CLP-Kennzeichen mit waghalsigen Manövern auffällt, ist das schnell vergessen. Aber wenn’s dann mal ein Emsländer war, bleibt es hängen und es heißt: „War ja klar!“ Hinzu kommt: Wer sich gar nicht oder nicht gut in einer Stadt auskennt, fährt unsicherer. Plötzlich wechselt man doch noch auf die Abbiegespur, oder bremst plötzlich, um eine Abfahrt nicht zu verpassen. Zudem sind ortsfremde Autofahrer oft beruflich unterwegs und haben es eilig. Und wenn man ortsfremde Autofahrer fahren sieht, sind es halt meist die aus einem Nachbarlandkreis. Das führt dazu, dass genau die überall einen schweren Stand haben, nicht nur in Cloppenburg. Es gibt übrigens eine Internetseite, auf der man Autofahrer nach Landkreisen mit Noten bewerten kann. Emsländer schneiden mit der Note 3,3 ab und damit nicht schlechter oder besser als Cloppenburger. Zur Person:
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