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Lebensgefahr für uns, Leichtigkeit für sie

Kolumne: Der Winter hält uns weiterhin fest in seiner Hand. Während wir über Eis rutschen, zeigen Athleten bei den Winterspielen atemberaubende Höchstleistungen.

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Er ist doch noch nicht so ganz verschwunden. Überraschend stand er wieder vor der Tür: der Winter. In diesem Jahr hat er uns schon so einiges abverlangt.

Schnee, Eisregen, Blitzeis, Glätte – während sich unsereins beim ersten Schritt aus der Haustür die Haxen bricht oder überlegt, ob er den Weg vom Auto zum trauten Heim nicht doch lieber krabbelnd bewältigt, sieht das in Mailand und Cortina d'Ampezzo derzeit ganz anders aus.

Egal, ob auf Schlittschuhen, Skiern, per Schlitten, Bob oder auf Brettern – die Athleten der olympischen Winterspiele zeigen uns aktuell Tag für Tag, wie man das richtig macht, mit der Fortbewegung bei Eis und Schnee.

Und dabei lassen sie es so einfach aussehen: eine Pirouette hier, ein Salto da – nichts leichter als das. Mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde von einem 50 Meter hohen Turm in den Hang segeln? Kein Problem. Eine Fahrt durch einen engen Eistunnel – am besten noch mit dem Kopf voraus? Easy.

„Als absolute ‚Wintersport-Nichtskönnerin‘ ist es doch immer wieder faszinierend, wozu der menschliche Körper so fähig ist.“

Mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit eine steile, bucklige Piste hinunterrasen und dabei ganz nebenbei auch noch akrobatische Tricks auf zwei Sprungschanzen zeigen? Okay, diese Sportart – „Moguls“ genannt – wirkt dann doch wirklich halsbrecherisch und sieht nicht ganz so gesund aus. Mir tat jedenfalls schon beim Zusehen, jedes meiner Gelenke weh.

Als absolute „Wintersport-Nichtskönnerin“ ist es immer wieder faszinierend zu sehen, wozu der menschliche Körper so fähig ist. Mit einer Selbstverständlichkeit und Unbeschwertheit rufen die Athleten täglich ihre sportlichen Bestleistungen ab – und das alles auf einem eisigen, rutschigen und damit unberechenbaren Untergrund. Was für unsereins Lebensgefahr bedeutet, ist für die Wettkämpfer das Normalste der Welt. Dabei vergisst man schnell mal: Hinter all der Leichtigkeit liegen Jahre harter Arbeit.

Wenn wir vor dem Fernseher, fläzend und Chips essend, mal wieder im Begriff sind, uns aufzuregen, dass es keine Medaille für Deutschland gab, sollten wir auch daran denken. Oder daran, wie olympiareif eigentlich unser eigener Weg durchs Blitzeis war. Denn die Leistung der Sportler hat vor allem eines verdient: ganz viel Respekt.


Zur Person:

  • Jana Pille ist Redakteurin der OM-Medien.
  • Der Kontakt zur Autorin ist möglich unter der E-Mail-Adresse redaktion@om-medien.de.

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