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"Leben retten ist so einfach": Friesoyther AMG-Schüler lassen sich typisieren

177 junge Frauen und Männer nahmen die Einladung ihrer SV an, die die Veranstaltung mit der DKMS organisierte. Ein Vertreter informierte sie zuvor über die Arbeit im Kampf gegen den Blutkrebs.

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Im Gespräch: Marieke Kietz nahm gemeinsam mit ihren SV-Kollegen die Datenerfassung und Registrierung vor. Foto: Wimberg

Im Gespräch: Marieke Kietz nahm gemeinsam mit ihren SV-Kollegen die Datenerfassung und Registrierung vor. Foto: Wimberg

„Leben retten ist so einfach“, heißt es auf den Flyern der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS). Und Menschen eine 2. Chance auf ein Leben zu geben, bereitet viel mehr als nur ein gutes Gefühl. Für den Kampf gegen den Blutkrebs haben nun 177 junge Frauen und Männer des Friesoyther Albertus-Magnus-Gymnasiums an einer Typisierungsaktion im eigenen Hause teilgenommen. "Dank einer engagierten Schülervertretung“, unterstrich DKMS-Vertreter Fynn Müller, konnte die Veranstaltung von der Datenerfassung bis zum Speicheltest reibungslos ablaufen.

Mangelnde Resonanz war für SV-Mitglied Marieke Kietz und ihre Mitstreiter kein Thema: Vor dem alten Musiksaal gab es kaum noch ein Durchkommen und die 17- und 18-Jährigen standen gerne Schlange. 2019 fand die letzte Aktion statt, „da die meisten der damaligen Teilnehmer nicht mehr an der Schule sind, haben wir uns entschlossen, wieder einzuladen“, betonte die Friesoytherin.

Volles Haus: Insgesamt nahmen 177 Schüler der Oberstufe an der Aktion im alten Musiksaal teil. Foto: WimbergVolles Haus: Insgesamt nahmen 177 Schüler der Oberstufe an der Aktion im alten Musiksaal teil. Foto: Wimberg

Zuvor wurden die Gymnasiasten von Fynn Müller über die Arbeit der gemeinnützigen Organisation informiert und erlebten in bewegten Bildern auch menschliche Schicksale. „Das war schon sehr traurig“, kommentierte Leni Schütte (17) aus Scharrel das Video als Auslöser für ihre anschließende Entscheidung, „dass ich mich natürlich registrieren lasse“.

Seit vielen Jahren gelistet ist auch Fynn Müller, der 2020 die Nachricht erhielt, dass er als Spender infrage kommt. Betroffen war ein Mann aus Frankreich, mit dem er 2 Jahre später anonym Kontakt aufnahm. Doch dann erreichte den 27-Jährigen die Mitteilung, dass es einen Rückfall gab und der Mann diesen erneuten Kampf nicht mehr gewinnen konnte. Sein Tod war erschütternd, „aber ich konnte ihm vielleicht noch 2 gute Jahre schenken, die er sonst nicht gehabt hätte“, berichtet Fynn Müller von einem für ihn tröstenden Moment.

Unkompliziertes Prozedere: Nach dem Motto Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein nahm auch Julian Meyer den Abstrich an der Wangenschleimhaut vor. Foto: WimbergUnkompliziertes Prozedere: Nach dem Motto "Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein" nahm auch Julian Meyer den Abstrich an der Wangenschleimhaut vor. Foto: Wimberg

Seitdem engagiert sich der gebürtige Emsländer, der in Vechta  Lehramt studiert, ehrenamtlich bei der DKMS und weiß, dass genau die Angebote und Aktionen direkt vor Ort, Menschen zum Mitmachen bringt. Das Prozedere: Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein. „Der Schritt ist so leicht und die Bedeutung so groß“, sagt der Mitarbeiter, der mit einem Stand auch beim Musikfestival in Wacken war. Im AMG dankte er jedem der Oberstufen-Schüler für die Beteiligung und überreichte den vorläufigen Spenderausweis: „Der richtige kommt dann in Kürze.“

Corona habe die Arbeit der DKMS erwartungsgemäß erschwert, da Typisierungen nur auf digitalem Weg möglich und somit längst nicht so werbewirksam gewesen seien. „Mittlerweile sind wir aber wieder unterwegs und haben den Rückstand schon wieder ganz gut aufgeholt“, so Müller.

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