Cloppenburg bleibt niedersachsenweit der Landkreis mit den meisten Coronafällen. Jetzt soll ein Sanitätstrupp der Bundeswehr bei den Testungen helfen. Es gibt 611 Quarantänefälle.
Die Coronalage im Landkreis Cloppenburg bleibt angespannt. Das Cloppenburger Gesundheitsamt hat 14 Neuinfektionen gemeldet. Damit gibt es im Kreisgebiet mit Stand von Dienstag (22. September) 172 aktive und nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Am Vortag lag die Zahl bei 165. Den am Dienstag gemeldeten neuen positiven Testergebnissen stehen 7 Personen gegenüber, die als genesen gelten.
Ein Schüler der Oberschule Cappeln ist laut Angaben der Kreisverwaltung positiv getestet worden. Zwei Klassen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Dazu wurde jeweils ein weiterer Schüler des Copernicus Gymnasiums in Löningen und ein Schüler der BBS am Museumsdorf positiv getestet. "Die weiteren Fälle kommen aus vielen Bereichen der Gesellschaft", teilt Kreissprecher Sascha Rühl am Dienstag mit. Einige der neuen Fälle sind Kontaktpersonen von Infizierten und wurden jetzt positiv getestet.
Hilfe von der Bundeswehr: Ein Santitätstrupp (hier Soldaten, die bei den mobilen Tests in Gütersloh geholfen haben) wird in Cloppenburg erwartet. Archivfoto: dpa/Inderlied
Kreis bittet Bundeswehr um Amtshilfe
Der Landkreis Cloppenburg hat derweil die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. "Dort wurde unbürokratisch und schnell Hilfe zugesichert", erklärte Rühl am Dienstag. In Cloppenburg wird nun die Ankunft eines Sanitätstrupps erwartet - vermutlich noch in dieser Woche. Die Soldaten sollen DRK und Gesundheitsamt bei den Coronatests unterstützen.
Damit setzt sich der Anstieg des Infektionsgeschehens seit nunmehr 13 Tagen weiter fort (siehe Grafik). Die meisten aktuellen Coronafälle werden in der Stadt Löningen (83) gemeldet. Die weiteren Fälle verteilen sich wie folgt auf diese Städte und Gemeinden: Barßel (1), Bösel (1), Cappeln (3), Cloppenburg (22), Emstek (11), Essen (8), Friesoyhte (5), Garrel (6), Lastrup (16), Lindern (5), Molbergen (7), Saterland (4).
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Aktuell stehen 611 Einwohner des Landkreises Cloppenburg unter häuslicher Quarantäne. Das ist deutlich mehr als am Vortag (480). Tatsächlich sind es aber noch wesentlich mehr, wie die Kreisverwaltung bestätigt. Denn: In der Statistik werden viele Schüler, die unter Quarantäne stehen, gar nicht erfasst. Grund: Die Quarantäne werde ganzen Jahrgängen und Klassen verordnet, unabhängig von den Schülerzahlen in den jeweiligen Klassen, so die Kreisverwaltung. "Wenn Schüler positiv getestet wurden, wird eine gesonderte Quarantäne verordnet, die sich nach der Zeit der Ansteckung richtet. Diese Schüler werden dann in der Statistik geführt, da sie das Gesundheitsamt besonders im Blick hat", teilte die Kreisverwaltung mit.
Kostenlose Tests für Pflegepersonal
Nach Absprache mit dem Niedersächsischen Sozialministerium wird der Landkreis das Pflegepersonal sämtlicher stationärer Altenpflegeeinrichtungen im alten Amt Löningen auf das Coronavirus testen. Eine entsprechende Forderung stellte am Montag bereits die Pflegekammer Niedersachsen.
7-Tagesinzidenz aktuell bei 60,3
Wie bereits berichtet, hat das Niedersächsische Landesgesundheitsamt am Dienstagvormittag für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tagesinzidenz von 60,3 gemeldet. Ein so hoher Wert wird derzeit landesweit in keinem Landkreis bzw. keiner kreisfreien Stadt erreicht (siehe Grafik oben). Am Montag musste darüber hinaus die Kreisbehörde vermelden, dass es den ersten Todesfall gibt, der in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion steht (OM online berichtete). Aufgrund von Gerüchten sieht sich die Kreisverwaltung veranlasst, nähere Informationen zu veröffentlichen: Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 80-Jährigen aus Löningen, der unter Vorerkrankungen litt.
Hinweis: Bei unserer Berichterstattung über die Corona-Entwicklung im Landkreis Cloppenburg greifen wir auf die Informationen des Cloppenburger Gesundheitsamtes zurück. Eben diese Daten werden mit ihrer Veröffentlichung an das Landesgesundheitsamt in Hannover übermittelt. Dort wird am Folgetag die 7-Tagesinzidenz berechnet und jeden Vormittag, basierend auf einem Datensatz von 9 Uhr, veröffentlicht.
Wie der Landkreis mitgeteilt hat, sind diese Berechnungen maßgeblich für etwaige Maßnahmen, die die Kreisverwaltung treffen muss. Aus diesem Grund übernehmen wir nicht abweichende Berechnungen der 7-Tagesinzidenz, beispielsweise des Robert-Koch-Instituts (RKI). Wir machen das deshalb, um unsere Berichterstattung übersichtlich und für jedermann nachvollziehbar zu halten. Darüber hinaus erklärt auch das RKI, dass die zuständigen Gesundheitsämter das Infektionsgeschehen am aktuellsten abbilden können. Die aktuelle Lagebewertung des Landesgesundheitsamts finden Sie hier.