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Kreisverwaltung: Teilschließung des Garreler Schlachthofes "nicht zielführend"

Gesundheitsamt und Schlachthofbetreiber passen das Hygienekonzept an: Künftig wird täglich getestet, das gilt auch für betriebsfremde Personen. Die Corona-Lage im Kreis Cloppenburg hier im Überblick.

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Archivfoto: Hermes

Archivfoto: Hermes

Das Cloppenburger Gesundheitsamt meldet auch am Mittwoch weitere neue Coronafälle beim Garreler Schlachthof der Böseler Goldschmaus. Demnach sind 8 weitere Mitarbeiter positiv getestet worden. Die derzeitige Entwicklung beim Hotspot im Landkreis Cloppenburg ist Anlass für ein weiteres Gespräch zwischen Vertretern des Gesundheitsamt und Firmenleitung gewesen. Daran haben auch Landrat Johann Wimberg und Erster Kreisrat Ludger Frische teilgenommen, berichtet Kreissprecher Frank Beumker.

Wichtigstes Ergebnis: Der Schlachthof wird vorerst nicht geschlossen, auch eine Teilschließung sei nicht geplant, berichtet Beumker. Dies sei in Augen der Kreisverwaltung "aktuell nicht zielführend". Argumentiert wird dies mit einer nach wie vor diffusen Lage innerhalb des Schlachthofes. "Ein einzelner Hotspot in bestimmten Bereichen des Betriebes ist nicht auszumachen, es handelt sich um ein verteiltes Geschehen", erklärt Beumker. Unter den am Dienstag fünf gemeldeten neuen Fällen innerhalb der Belegschaft hätten sich 2 Reiserückkehrer befunden. Diese seien getestet worden, ehe sie einen Fuß in den Betrieb gesetzt hätten.

Stattdessen soll das Hygienekonzept in dem Schlacht- und Zerlegebetrieb nun angepasst werden. "Das Gesundheitsamt hat eine tägliche Testung der Mitarbeiter einschließlich der Betriebsfremden - unter anderem Handwerker - angeordnet", berichtet Beumker.

Insgesamt sind es 55 Neuinfektionen, die das Cloppenburger Gesundheitsamt am Mittwoch meldet. Den 55 neuen Fällen stehen am Dienstag 52 Personen gegenüber, die seit Dienstag als genesen gelten. Dadurch steigt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Kreisgebiet auf 456.

Demnach liegen positive Testergebnisse in 9 von 13 Städten und Gemeinden vor. Allein in Cloppenburg sind es 11 neue Fälle, im Saterland 10. Allein die Hälfte der neuen Fälle in der Nordkreis-Gemeinde sind innerhalb einer Großfamilie festgestellt worden. Bei einem Bauunternehmer in Bösel sind 3 Mitarbeiter positiv getestet worden. Ein weiteres positives Testergebnis liegt am Mittwoch außerdem in der Zahnarztpraxis in Barßel vor - dort sind am Wochenende 3 Infektionen nachgewiesen worden.

Eine erleichternde Nachricht gibt es derweil von der Grundschule in Markhausen. Dort ist, wie bereits am Dienstag berichtet, eine Lehrerin positiv getestet worden. Wie die Schule dem Gesundheitsamt mitgeteilt habe, befindet sich die Lehrerin bereits seit Ende Januar im Home-Office. "Es ging von ihr somit weder für Kollegen noch für Schüler ein Infektionsrisiko aus.", berichtet Beumker.

Die Lage in den 3 Krankenhäusern im Kreisgebiet: Zurzeit müssen 17 infizierte Patienten stationär behandelt werden - das sind 2 weniger als am Vortag. 3 von ihnen liegen auf der Intensivstation. Laut Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz: DIVI) müssen davon 2 Patienten beatmet werden müssen. Nach derzeitigem Stand (3. März, 12.15 Uhr) sind 26 von 28 Intensivbetten belegt.

Das Landesgesundheitsamt hat wie bereits berichtet am Mittwoch für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tagesinzidenz von 133,0 gemeldet - das ist erneut der niedersachsenweit höchste Wert. Nach derzeitigem Stand stehen 925 Einwohner des Landkreises unter amtlich angeordneter Quarantäne.

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