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Kreistag unterstreicht Chancen

Die Vertreter des Landkreises in den C-Port-Gremien können bei den geplanten Neuansiedlungen auch künftig frei entscheiden. Einen Weisungsbeschluss lehnten die Kreistagsmitglieder mehrheitlich ab.

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Kein Weisungsbeschluss: Die Kreisvertreter in den C-Port-Gremien können auch künftig frei entscheiden.  Foto: Stix

Kein Weisungsbeschluss: Die Kreisvertreter in den C-Port-Gremien können auch künftig frei entscheiden.  Foto: Stix

Einen Weisungsbeschluss in Sachen C-Port hatte die Gruppe UWG/Grüne für die Kreistagssitzung am Dienstagabend beantragt. Die Gruppenmitglieder wollten damit erreichen, dass der Kreistag die Vertreter des Landkreises in den C-Port-Gremien anweist, Grundstücksverkäufe „und alle sonstigen Schritte zur Verwirklichung der Projekte der Revis und Kaskum im C-Port bis auf Weiteres abzulehnen und möglichst zu verhindern“.

Der Antrag wurde gegen vier positive Voten von der Mehrheit des Kreistages abgelehnt. In der Diskussion machten die Vertreter der anderen Fraktionen deutlich, dass sie in den geplanten Anlagen vor allem Chancen für den Landkreis und die Landwirtschaft sehen.

Olivier hofft auf "Imagewechsel für die Region"

Wilhelm Bohnstengel (SPD) etwa sieht in den Anlagen eine Möglichkeit, die Überdüngung zu reduzieren, Prof. Dr. Lucien Olivier hofft durch die Projekte auf einen „Imagewechsel für die Region“. Beide wiesen darauf hin, dass der Verkauf der Grundstücke an Revis und Kaskum keine Baugenehmigung sei, sondern lediglich die Möglichkeit eröffne, die Projekte in einem Genehmigungsverfahren zu prüfen.

Nachdenkliche Töne schlug Dr. Michael Steenken, Kreistagsmitglied aus dem Saterland, an. „Ratsherren und -frauen im Saterland werden seit Wochen unter anderem über Social-Media-Kanäle bedroht und beleidigt“, sagte er. „Das führt zu Belastungen auch im privaten Bereich.“

Probleme mit der Kommunikation

Grund dafür seien die hochkochenden Emotionen. „Man sollte zur Sachlichkeit zurückkehren“, appellierte Steenken. Er konstatierte, dass es im Saterland bei der Diskussion um die Anlagen Probleme mit der Kommunikation gebe. Das müsse man in den Griff bekommen und auch die kritischen Stimmen ernst nehmen, betonte er. „Aber leider“, so sein Befund, „findet man bei dem Thema zu vielen Menschen nur schwer Zugang.“


Rückkehr zur Sachlichkeit - Kommentar von Heiner Stix (OM-Reporter)

Die Sozialen Medien sind dafür bekannt, dass in ihnen oft ein asozialer Ton angeschlagen wird. Auch bei den Postings zu den am C-Port geplanten Anlagen ersetzen Drohungen und Beleidigungen zunehmend die inhaltliche Auseinandersetzung. Und immer öfter werden ehrenamtliche Politiker, die ihre Freizeit für die Allgemeinheit hergeben, Opfer solcher Entgleisungen. Wer ein politisches Ehrenamt übernimmt weiß, dass Kritik dazu gehört. Wenn daraus aber Hass und Anfeindungen werden, wenn Fakten als Fake, Aussagen von Politik, Verwaltung und Unternehmen pauschal als Lügen und behördliches Handeln als Mauschelei bezeichnet werden, wenn Verschwörungstheorien einfache Nachfragen ersetzen, dann läuft verdammt viel falsch. Michael Steenken hat recht, wenn er eine Rückkehr zur Sachlichkeit anmahnt. Er hat aber leider auch recht damit, dass man viele Menschen gar nicht mehr erreicht.

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