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Költgen sieht Einsatz des „Löwen von Münster“ als Auftrag

Der Geistliche erinnert in Bethen an den Widerstand des Kardinals von Galen gegen das NS-Regime. Anlass ist der 80. Todestag des Bischofs von Münster, dessen Totenmaske ausgestellt wird.

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Monsignore Dr. Dirk Költgen würdigte in seiner Predigt den mutigen Einsatz des Kardinals Clemens August Graf von Galen, dessen Totenmaske (vorne) im Chorraum und später in der Krypta der Basilika in Bethen ausgestellt wird. Foto: Kessens

Monsignore Dr. Dirk Költgen würdigte in seiner Predigt den mutigen Einsatz des Kardinals Clemens August Graf von Galen, dessen Totenmaske (vorne) im Chorraum und später in der Krypta der Basilika in Bethen ausgestellt wird. Foto: Kessens

Das mutige Wirken des „Löwen von Münster“ gegen das NS-Regime würdigte Monsignore Dr. Dirk Költgen im Sonntagsgottesdienst anlässlich des 80. Todestages des Kardinals Clemens August Graf von Galen (22. März 2026). Eine Totenmaske des verstorbenen Kirchenmannes erinnert an den Kardinal, die im Chorraum, später dann in der Krypta der Basilika zu sehen ist.

„Bereits kurz nach seiner Weihe entlarvte von Galen im Osterbrief 1934 die ‚menschenverachtende Weltanschauung‘ der Nationalsozialisten“, sagte Költgen. 1936 habe er in Xanten offen die Diskriminierung von Christen angeprangert. Von Galen unterstützte zudem den „Kreuzkampf“ im Oldenburger Münsterland für den Erhalt christlicher Schulen. 1937 sei er in Rom maßgeblich an der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ beteiligt gewesen, die weltweit Beachtung fand und als einzige Enzyklika auf Deutsch verfasst wurde.

Protest von Galens gegen Ermordung kranken Menschen

Auf dem Höhepunkt der NS-Macht habe von Galen sein Leben aufs Spiel gesetzt, als er im Sommer 1941 in seinen drei berühmten Predigten in der Lambertikirche in Münster gegen die Ermordung kranker Menschen („Euthanasie“) und die Vertreibung von Ordensleuten klagte, führte der Monsignore aus. „Dieser Protest hatte einen kleinen Erfolg zu verzeichnen“, konstatierte Költgen, „die Öffentlichkeit wurde hellhörig, und die Tötung sogenannten ,unwerten Lebens’ wurde teilweise gestoppt“.

Költgen beschrieb von Galen als einen Mann, der nicht gleichgültig zusah, sondern sich als Anwalt der Schwachen einmischte. Seine Kraft schöpfte er aus einem unerschütterlichen Glauben. Sein Zeugnis müsse als Auftrag verstanden werden, auch heute entschieden für die Würde jedes menschlichen Lebens einzutreten – vom Anfang bis zum Ende. Költgen betonte auch die besondere Beziehung von Galens zum Wallfahrtsort Bethen. Hier habe er mehrmals mit tausenden Gläubigen Gottesdienste gefeiert.

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