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Klangvolles Symbol: Europa-Hymne wird auf Böseler Kreisel kunstvoll umgesetzt

Diplom-Metallgestalter Bullermann setzte sich mit seinem Entwurf knapp gegen seinen Künstlerkollegen Bley durch. Die "Ode an die Freude" inspirierte ihn für die Gestaltung an zentraler Stelle.

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So soll es aussehen: Herausragend die 4 Meter hohe Stahlplastik, die den "sanften Flügelschlag" in Schillers Gedicht beschreibt. Skizze: Bullermann 

So soll es aussehen: Herausragend die 4 Meter hohe Stahlplastik, die den "sanften Flügelschlag" in Schillers Gedicht beschreibt. Skizze: Bullermann 

Sie gilt als Loblied „An die Freude“ und steht für Werte wie Frieden, Freiheit und Solidarität. Ein klangvolles Symbol für Europa und ein hoffnungsvoller Appell, dass „alle Menschen Brüder werden“. In Zeiten der Zerrissenheit traf Friedrich Schiller bereits Ende des 18. Jahrhunderts den Zeitgeist und angesichts der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine sollte eines seiner berühmtesten Gedichte, das von Ludwig Beethoven vertont wurde, nicht zu überhören sein. 2 Wochen nach dem russischen Überfall ertönte die 9. Sinfonie auf dem Maidan in Kiew und darüber hinaus über Radiostationen auf dem gesamten Kontinent.

Seit rund 60 Jahren ist Europa zu Gast in Bösel und der Europa-Hymne soll nun an zentraler Stelle ein Denkmal als besondere Note gesetzt werden. Schmiedemeister Alfred Bullermann hat den Gemeinderat mit dieser Idee überzeugt und den Auftrag erhalten, den neuen Kreisel im Kreuzungsbereich „Am Kirchplatz“/Overlaher Straße künstlerisch zu gestalten. Der in Bösel wohnhafte Diplom-Metallgestalter setzte sich in einer knappen Entscheidung, die geheim vorgenommen wurde, mit 9:8 Stimmen gegen seinen Böseler Künstlerkollegen Herbert Bley durch.

In handlicher Form: Seinen Entwurf stellte der Diplom-Metallgestalter den Böseler Politikern mehrfach vor. Foto: BullermannIn handlicher Form: Seinen Entwurf stellte der Diplom-Metallgestalter den Böseler Politikern mehrfach vor. Foto: Bullermann

„Gleich zwei Künstler in der Gemeinde zu haben, die ihr Handwerk verstehen, ist schon ein großes Gut“, betonte Bürgermeister Hermann Block, der sich öffentlich für Bullermanns Idee aussprach.

Der eingereichte und der Politik bereits mehrfach vorgestellte Entwurf von Bullermann bezieht sich auf das Alleinstellungsmerkmal als musikalische und völkerverbindende Gemeinde. „Das ist nicht beliebig auf andere Städte und Gemeinden übertragbar“, begründete er Idee und Anspruch. Die Euro-Musiktage, die Big Band und das Niedersachen-Sound-Orchester seien für ihn „wertvolle Marken und überregional präsente Botschafter für ein weltweites friedliches Zusammenleben“.

Sein Werk sieht eine zentral positionierte Stahlplastik vor, die von einem plastisch geschmiedeten kreisrunden Notenband mit einem Durchmesser von rund 13 Metern und einer Höhe von rund einem Meter umsäumt ist.

8 Pfosten tragen die Verse der ersten Strophe und die Namen der Ortsteile

Jeder Notenkundige erkenne in diesem handwerklich detailliert dargestellten „Band der Freude“ sofort die Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunken“. In die 8 Pfosten, die die vier Verse der ersten Strophe der Sinfonie in doppelter Ausführung tragen, können auf der Innenseite schwenkbare Einbaustrahler eingelassen werden, um die hoch aufragende Zentralskulptur auch in der Dämmerung und in der Dunkelheit für den Straßenverkehr blendfrei anzustrahlen. Außerdem tragen die Pfosten die Namen der 8 Ortsteile der Gemeinde Bösel: Petersdorf, Glasdorf, Hülsberg, Osterloh, Ostland, Overlahe, Westerloh und Edewechterdamm.

Inmitten des konvex aufgeschütteten Kreisels befindet sich eine insgesamt rund 4 Meter hohe Stahlplastik, die den „sanften Flügelschlag“, den Friedrich Schiller in seinem Liedtext beschreibt, symbolisiert. Die bunten Farben der Plastik, „stehen für die menschliche Vielfalt und Gleichberechtigung in der Welt“, so Bullermann. Neben dem Kunstwerk soll das Areal in der Ortsmitte auch für Flaggen zur Verfügung stehen. Das Budget darf sich in Höhe  von rund 60.000 Euro bewegen, Zuschüsse fließen aus der Städtebauförderung.

Die Idee von Herbert Bley: 5 Monolithe, deren Motive sich am Leben und den Menschen in der Gemeinde orientieren. Skizze: BleyDie Idee von Herbert Bley: 5 Monolithe, deren Motive sich am Leben und den Menschen in der Gemeinde orientieren. Skizze: Bley

Der Entwurf des Künstlers und Pädagogen Herbert Bley, der sich in Form von fünf Monolithen mit dem Heimatgedanken und den Menschen vor Ort auseinandersetzt, soll aber nicht in der Schublade verschwinden.

Im Zuge der weiteren geplanten Umgestaltungen im Ort werde auch seine Idee aufgegriffen, kündigt Block an. „Plätze gibt es dafür einige, und die wollen wir nutzen“, sagte der Verwaltungschef. Bley hatte bereits den Kreisel am Ortseingang (Friesoyther Straße) gestaltet.

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