Kirchensanierung, aber wer bezahlt? Pfarrgemeinde sucht Geldgeber
Der Erhalt der St. Bartholomäuskirche liegt Pfarrer Michael Borth am Herzen. Eine Renovierung ist zweifellos nötig, doch die Finanzierungsfragen sind noch nicht geklärt.
Prägendes Bauwerk: Die St. Bartholomäus-Kirche in Essen wurde 1875 geweiht. Foto: Sperveslage
Sie prägt seit dem Jahr 1875 das Ortsbild in Essen: Die St. Bartholomäus-Kirche, einst im neugotischen Stil erbaut, feiert 2025 ihr 150. Weihejubiläum. Der Zahn der Zeit hat inzwischen jedoch kräftig an dem Gemäuer genagt. Die Kirche soll deshalb möglichst bald renoviert werden.
Sowohl an der Außenwand als auch im Innenbereich müssten verschiedene Maßnahmen durchgeführt werden, erklärt Pfarrer Michael Borth. Für die Außenrenovierung hat der Monumentendienst mit Unterstützung des Landkreises Cloppenburg bereits ein Gutachten erstellt. Ziel ist, den Fortbestand der Kirche auf Dauer zu gewährleisten.
Kirchen waren über Jahrhunderte Träger der Baukultur. Kirchliches Bauen war beispielgebend. So sind viele herausragende Baudenkmäler im Besitz der Gemeinden. Als Eigentümer sind diese verantwortlich dafür, die Gebäude und Ausstattungen zu erhalten. Das stellt inzwischen für viele Kirchengemeinden eine große Herausforderung dar. Gründe dafür sind die sinkenden Mitgliederzahlen und damit geringeren Einnahmen bei steigenden Kosten, etwa für den klimaneutralen Umbau. Maßnahmen, die dem Erhalt einer Kirche dienen, werden in der Regel aus Kirchensteuermitteln bezuschusst. Und zwar mit maximal 65 Prozent der Kosten.
Nachfrage nach Zuschüssen ist sehr hoch
Entsprechende Anträge hat die Pfarrgemeinde bereits beim Bischöflich-Münsterschen Offizialat eingereicht. Ein positiver Bescheid liegt noch nicht vor. Rechnen können die Essener mit dem Geld wahrscheinlich nicht. Denn sie sind bei weitem nicht die Einzigen, die jetzt Hilfe für den Erhalt ihrer Kirche bekommen wollen. Während die Nachfrage nach Bezuschussungen sehr hoch ist, bleiben die Investitionsmittel des Offizialats in Vechta begrenzt. Laut Borth sucht die Gemeindeleitung deshalb nach anderen Geldquellen. Denn ohne feste Zuschüsse dürfte die Renovierung gar nicht erst begonnen werden. "Uns bleibt derzeit nichts anderes, als uns in Geduld zu üben", erklärt der Geistliche. Sobald Klarheit bestehe, werde er über alle notwendigen Maßnahmen informieren, die Kosten vorlegen und mit den Gemeindemitgliedern überlegen, wie der eigene Finanzierungsanteil aufgebracht werden könne.
Etwas anders sieht es bei der Innensanierung aus. Hier liegt der Eigenteil bei weitem höher. Eine neue Lautsprecheranlage hat die Gemeinde bereits in diesem Jahr angeschafft. Verkabelt ist sie noch nicht. Außerdem sollen das Kircheninnere neu ausgemalt und Schäden am Mauerwerk beseitigt werden. Hinzu kommen eine moderne Beleuchtung, die Verbesserung der Sitzqualität und eine Erneuerung der Heizung. Ebenso soll der Holzboden renoviert und Ersatz für den Bodenbelag im Eingangsbereich und auf den Wegen geschaffen werden. Neben der Aufarbeitung der Kunstschätze ist auch eine Grundreinigung der Fenster sowie die Neuverkabelung aller elektrischen Leitungen geplant. Was all diese Maßnahmen kosten werden, steht noch nicht fest. Am Ende sollen die Gemeindemitglieder über das Gesamtkonzept diskutieren und gegebenenfalls Kürzungen oder Streichungen vornehmen.
Gemeinde ist auf Spenden angewiesen
Sicher ist: Damit die Kirche für ihr Jubiläum wieder in neuem Glanz erstrahlen kann, werden erhebliche finanzielle Mittel benötigt. "Das wird uns als Gemeinde sehr herausfordern", betont Borth. Der Pfarrer hat sich darüber mit dem Provisor und den Mitgliedern der Gremien ausgetauscht. Allen sei klar, dass es schwer werde, in der relativ kurzen Zeit größere Spenden zu sammeln. "Aber ich meine, unsere Pfarrkirche ist es auf alle Fälle wert, sich für ihren Erhalt über Gebühr anzustrengen", wirbt Borth. "Die St. Bartholomäus-Kirche wurde uns von unseren Vorfahren unter größten Anstrengungen weitergereicht. Sie begleitet uns in Freud und Leid. Damit sie diese Aufgabe auch in Zukunft erfüllen kann, braucht sie unsere Unterstützung."
Die Zukunft der St. Bartholomäuskirche steht auch im Mittelpunkt eines Abends, zu dem das Bildungswerk Essen am 28. Februar (Mittwoch) ins Karl-Leisner-Haus einlädt. Pfarrer Michael Borth wird sich dort zu den Zukunftsplänen äußern. An dem Abend, der um 19 Uhr beginnt, gehe es aber nicht nur um die Kirche in der Dorfmitte, "sondern auch um uns und unseren Glauben", heißt es in der Einladung.
Glanz soll erhalten bleiben: Pfarrer Michael Borth wirbt um Spenden für die Renovierung der Essener Kirche. Foto: G. Meyer