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Interview: Ministerpräsident Weil räumt "Mangel" im Corona-Warnstufensystem ein

Die Hospitalisierung soll nicht mehr entscheidend sein. Mit Blick auf die Zahlen im Kreis Cloppenburg sagt Weil, dass jeder Landrat bei einer zugespitzten Lage sofort eigene Maßnahmen ergreifen könne.

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Die Corona-Regeln werden verschärft, sagt Ministerpräsident Stephan Weil im Gespräch mit OM Online. Fotos: M. Niehues

Die Corona-Regeln werden verschärft, sagt Ministerpräsident Stephan Weil im Gespräch mit OM Online. Fotos: M. Niehues

Mit Blick auf die rasant steigenden Zahlen im Landkreis Cloppenburg und einer seit Wochen landesweit höchsten 7-Tage-Inzidenz:  Auch hier gilt weiter Warnstufe 0. Wenn wir das bestehende Corona-Warnstufensystem in Niedersachsen mit einer Alarmanlage vergleichen möchten: Der Einbrecher steht schon im Wohnzimmer, vom Bewegungsmelder ist aber kein Piepton zu hören. Hat das System versagt oder war es zumindest nicht scharf genug gestellt?
Das System hat leider bundesweit einen Mangel. Es gibt ja drei Indikatoren: Die aktuellen Infektionszahlen, die Belastung auf den Intensivstationen und die Einweisungen in die Krankenhäuser. Diese sogenannte Hospitalisierung ist der Leitfaktor, der am Ende für die Warnstufen maßgeblich sein soll. Genau bei diesem Faktor liegen wir in Niedersachsen aber immer noch ziemlich niedrig, anderenfalls wären wir landesweit schon in Warnstufe eins. Diese Gewichtung halte ich für falsch und werde das auch in den Bund-Länder-Gesprächen zum Ausdruck bringen. Die Inzidenzen sind wichtig, weil sie frühzeitig anzeigen, wie viele Fälle voraussichtlich im Krankenhaus landen werden. Die Hospitalisierung zeigt nachgelagert dann nur noch die tatsächlichen Neuaufnahmen in den Kliniken an. Der Indikator Belegung der Intensivstationen ist wichtig, weil er aussagt, wie die Situation am eigentlichen Nadelöhr konkret aussieht. Deswegen sollte es vor allem darauf auch ankommen.

Im Übrigen ist aber schon jetzt kein Landkreis daran gehindert, das zu machen, was er aus seiner Sicht für geboten hält. Wir haben  in der Corona-Verordnung geklärt, dass die Hauptverwaltungsbeamten - also die Landräte und Oberbürgermeister - sofort alle Maßnahmen ergreifen können - unabhängig von einer Warnstufe, hin oder her. Vor Ort kann das geschehen, was man dort für notwendig hält.

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