Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

In der Arkeburg sind Gäste immer willkommen

Anna und Heinz von Döllen haben die größte Doppel-Ringwallanlage Nordwestdeutschlands am Freitag in Goldenstedt feierlich eröffnet. Dabei stellten sie einige Neuerungen vor.

Artikel teilen:
Zahlreiche Gäste nahmen an der Eröffnung der Arkeburg in Goldenstedt teil. Foto: C. Meyer

Zahlreiche Gäste nahmen an der Eröffnung der Arkeburg in Goldenstedt teil. Foto: C. Meyer

Die Arkeburg in Goldenstedt ist die größte Doppel-Ringwallanlage in Nordwestdeutschland – doch kaum einer wisse das, bedauert Heinz von Döllen, der gemeinsam mit seiner Frau Anna die Anna-und-Heinz-von-Döllen-Stiftung gründete, um das Kulturgut vor Ort, wie die Arkeburg, zu bewahren. Künftig sollen deutlich mehr Menschen von der historischen Wallanlage erfahren. Dafür eröffnete das Ehepaar von Döllen am Freitag nach 2-jähriger – coronageschuldeter – Pause im Beisein von rund 50 Gästen die Arkeburg feierlich.

Untätig ist man wegen der Pandemie aber nicht gewesen. So wurde das neue Sachsenhaus fertiggestellt, das künftig als Begrüßungszentrum für die Gäste dienen soll und den Besucherinnen und Besuchern, auch einen Schutz vor der Witterung bietet. Info-Tafeln im Inneren verraten überdies mehr über die Arkeburg. Wie Bernd Ammerich, beim Landkreis Vechta zuständig für Denkmalschutz, erläuterte, handele es sich bei dem Sachenhaus zwar um kein "museales Bauwerk", aber es ist in seiner Bauweise an damalige Sachsenhäuser angelehnt.

Das Eingangstor an der Arkeburger Straße.
Foto: C. Meyer
Anna und Heinz von Döllen freuen sich auf viele Gäste im Sachsenhaus.
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Willibald Meyer (rechts) führte durch das Programm.
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Das Sachsenhaus.
Foto: C. Meyer
Bernd Ammerich (Denkmalpflege Landkreis Vechta) erklärte den Anwesenden die Hintergründe zum Sachsenhaus.
Foto: C. Meyer
Landrat Tobias Gerdesmeyer dankte dem Ehepaar von Döllen für ihr Engagement und warb dafür, die Arkeburg als außerschulischen Lernstandort zu nutzen.
Foto: C. Meyer
Martin Meyer, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Goldenstedt.
Foto: C. Meyer
Dietrich Tangemann vom Heimatverein Varenesch gräßte auch im Namen des Goldenstedter Heimatvereins.
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Foto: C. Meyer
Die neue Toilette.
Foto: C. Meyer

Auffälliges Eingangstor weist den Weg

Mittlerweile ist bekannt – es gab 6 Grabungen –, dass die Arkeburg aus dem 8. Jahrhundert stammt und von den damals noch heidnischen Sachsen unter Herzog Widukind zum Schutz vor den christlichen Franken unter Karl dem Großen gebaut wurde. Rund 10.000 Menschen konnten in der Anlage Unterschlupf finden. Der Bau der Arkeburg vor rund 1200 Jahren sei heute mit Milliarden-Objekten vergleichbar, stellte Heinz von Döllen hervor, der mit seiner Ansprache noch einmal verdeutlichte, wie beeindruckt er von der Geschichte der Anlage ist. Sein Ziel ist es, das kollektive Bewusstsein für die Bedeutung der Arkeburg zu wecken.

Damit die Gäste das Gelände künftig besser finden, wurde am Freitag das Eingangstor samt Info-Tafeln an der Arkeburger Straße enthüllt. Wie Peter Schaumlöffel sagte, hätten in der Vergangenheit die Menschen oft den Eingang zur Arkeburg gesucht. Verantwortliche der Stiftung hätten gemeinsam mit Bernd Ammerich vom Landkreis erarbeitet, wie sich das Problem lösen lasse. Das Ergebnis: Palisaden mit auffälligen, orangefarbenen Tafeln laden nun ein, den Weg zum Sachsenhaus auf sich zu nehmen.

Neu ist auch die Toilette, deren Aufmachung – wie beim Sachsenhaus – historisch angelehnt ist. Heinz von Döllen verrät, dass ein WC unbedingt notwendig war, da Gäste oft danach fragten. Der Bau war durchaus aufwendig, erzählt er weiter. Eine eigene Klärgrube musste unter anderem her.

Arkeburg eignet sich als außerschulischer Lernstandort

Als einen "echten Schatz" bezeichnete der frisch von Corona genesene Landrat Tobias Gerdesmeyer die Arkeburg. Er sei beeindruckt davon, was das Ehepaar von Döllen in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt habe, ließ er in seiner Ansprache wissen. Gerdesmeyer schloss sich der Einschätzung an, dass es viel mehr Werbung für die Arkeburg brauche und sicherte die Unterstützung durch den Landkreis Vechta zu. Die Wallanlage eigne sich zudem als außerschulischer Lernstandort, sagte Gerdesmeyer, weshalb er hoffe, dass die Schulen diese Einladung auch annehmen.

Tobias Gerdesmeyer ließ wissen, dass Heinz von Döllen einmal sagte, dass er sich von dem Geld, das er in seine Stiftungsarbeit investiere, auch eine Jacht hätte kaufen können. Tatsächlich seien bereits mehrere Millionen Euro in die Arkeburg sowie in das andere Projekt der Stiftung, Bredemeyers Hof in Goldenstedt, geflossen, verrät Heinz von Döllen auf Nachfrage. Die neusten Investitionen – das Sachsenhaus sowie die Toilette – haben rund 250.000 Euro gekostet.

Die Geschichte der Arkeburg sei erst gering aufgearbeitet, erwähnte der Landrat, der es als eine Verpflichtung betrachtete, in der Hinsicht mehr zu tun. Tobias Gerdesmeyer hoffe auf eine weitere positive Entwicklung, ließ er seine Dankesworte an das Ehepaar von Döllen ausklingen. Daran wird bereits gearbeitet. So sollen als Nächstes alte, umgestürzte Bäume auf dem Gelände näher untersucht werden, sagt Heinz von Döllen. Außerdem plant er, dass weitere Bodenproben entnommen werden können, da vermutet wird, dass es innerhalb der Wallanlage Häuser gegeben habe. Die entsprechenden Genehmigungen dafür zu erhalten, sei schwierig, moniert er. Er wünscht sich deshalb mehr behördliche wie auch fachliche Unterstützung.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

In der Arkeburg sind Gäste immer willkommen - OM online