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In Bakum angeln nicht nur Erwachsene

Der Fischereiverein der Gemeinde Bakum hatte einst die größte Jugendabteilung im Landkreis. Die Gruppe existiert bis heute. Aber was bringt Jugendliche zum Angeln?

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Bei den großen Veranstaltungen lernen die jungen Mitglieder von den Erfahrenen. Foto: Fischereiverein Bakum

Bei den großen Veranstaltungen lernen die jungen Mitglieder von den Erfahrenen. Foto: Fischereiverein Bakum

Stundenlang still am See sitzen und darauf hoffen, einen Fisch zu fangen? Angeln ist langweilig, denken viele. Und dazu nichts für Kinder. Dem widersprechen die rund 200 Mitglieder des Fischereivereins in der Gemeinde Bakum energisch. Den Beweis liefere eine Gruppe Jugendlicher, die zum Verein gehört; der Jugendwart ist Christian Hüggelmeyer.

Vor ein paar Jahren habe der Bakumer Verein die größte Jugendgruppe des Landkreises gehabt, erzählt Hüggelmeyer. 30 Jungs waren damals aktiv. Mittlerweile seien es 15 Jungs im Alter von 11 und 17 Jahren; einige seien erst vor kurzem dazugekommen. Der Verein unterstütze sie so gut wie möglich, sagt der Vorsitzende Gerhard Benkert.

Wichtig und unbezahlbar für die Anfänger sei der Rat der Älteren. Außerdem gebe es Aktionen, um besondere Erlebnisse zu schaffen. Jugendwart Hüggelmeyer veranstaltet etwa zwei bis dreimal im Jahr ein Nachtangeln. Wenig Schlaf, viele Aale, eine gute Gemeinschaft: Drei Pluspunkte, die bei den Jugendlichen ankommen.

Kinder gehen immer mit Spaß und Ehrgeiz an den See

Die ganz jungen Angelfans können bei der Ferienpassaktion in das Hobby reinschnuppern. Die Aktion werde immer gut angenommen, erklärt der Vorsitzende. Dort lernen die Kinder, wie man die Fische weidgerecht behandelt und sich in der Natur benimmt.

Die Kinder und Jugendlichen seien dem Angelsport gegenüber viel offener. Für sie seien die Treffen am See immer aufregend. Dazu der neue Sport, neue Menschen: Das sei doch schön, findet Hüggelmeyer. Es überwiege der Ehrgeiz, etwas Neues lernen zu wollen. Und wenn dann tatsächlich der erste Fisch am Haken hänge, sei die Freude groß,  weiß der Jugendwart.

Die Eltern seien meist sehr überrascht, wenn sie die Kinder vom Angeln abholen. „Die fragen dann oft mit einem Augenzwinkern, wie es war. Wir können sagen: ‚Die Kinder saßen 2 Stunden still am See‘“, erzählt Hüggelmeyer. Denn Angeln sei für jeden eine gute Möglichkeit, einmal abzuschalten und zu entspannen – weg von der Playstation oder dem PC, ab in die Natur und den Stress hinter sich lassen.

Noch ein Plus: die vielen Arten, das Equipment einzusetzen. Das finden nicht nur die Fische zum Anbeißen. „Es gibt zigtausend Angelarten“, schwärmt Hüggelmeyer. Vom aktiven Spinfischen bis hin zum Karpfenangeln, für das man manchmal eine ganze Nacht brauche.

Und dann erzählt Hüggelmeyer, wie er mit seinem Sohn angeln war. Nach langer Ruhe hätte der nun 17-Jährige ihn auf ein Vogelnest im Wald aufmerksam gemacht. „Ich war überrascht, dass er das überhaupt gesehen hat“, lacht der Vater. Später habe der Sohn dann zugegeben: Beim Angeln könne man den Stress des Alltags vergessen und sich auf die kleinen Dinge konzentrieren.

Angler konkurrieren durchgehend mit anderen Vereinen

Umso trauriger sei der schleichende Mitgliederschwund bei den Kindern und Jugendlichen, berichtet Benkert enttäuscht. Ein Grund sei Corona. Ein zweiter die starke Konkurrenz um die Zeit der Kinder. Angeln kontra Fußball: Da sei meist der Ballsport der Sieger. Zumal Bakum als eher kleiner Verein besonders im Nachteil sei. Andernorts sei das Vereinsleben reger. So hätten einige Vereine zum Beispiel Vereinshäuser, um Feiern und Aktionen abzuhalten.

Auch schwanke das Interesse mit der Saison. Vielen falle zum Sommer hin auf, dass sie jetzt wieder angeln könnten und fragen wegen des Angelscheins an, berichtet Hüggelmeyer. Daher werde zurzeit wieder ausgebildet, erklärt Benkert.


  • Info: Wer Interesse am Angeln hat, kann sich unter Telefon 04447/1560 oder Email vorstand@sv-bakum.de bei dem Fischereiverein Bakum melden.

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