Ich bin dann mal „wech“
Kolumne: 3,5 Jahre Oldenburger Münsterland liegen hinter mir. Jetzt ruft die Heimat. Es geht zurück nach Ostwestfalen, zurück zu meinen Wurzeln. Denn: Heimat ist ein Gefühl.
Meike Oblau | 23.02.2026
Kolumne: 3,5 Jahre Oldenburger Münsterland liegen hinter mir. Jetzt ruft die Heimat. Es geht zurück nach Ostwestfalen, zurück zu meinen Wurzeln. Denn: Heimat ist ein Gefühl.
Meike Oblau | 23.02.2026

Er ist gekommen, der Tag, an dem ich von einer Kollegin zu einer Ehemaligen mutiere. 3,5 Jahre Oldenburger Münsterland liegen hinter mir – ein Begriff, den ich bis vor etwas mehr als eben diesen 3,5 Jahren ehrlicherweise gar nicht kannte. Dann kam das Vorstellungsgespräch, damals noch in Vechta am Neuen Markt, mein erster Spaziergang durch die Innenstadt, meine Wohnungsbesichtigung nahe des Kuhmarktes und ich dachte: Hey, das ist ja fast wie zu Hause hier. Gut, außer, dass man auch abends „Moin“ sagt. Zu Hause ist aber das richtige Stichwort, denn da geht es nun wieder hin. Nach Ostwestfalen, zurück zu meinen Wurzeln. Ich werde künftig direkt in meiner Heimatstadt arbeiten. Mehr noch: unmittelbar am historischen Kirchplatz, der Keimzelle der Stadt. Von da aus kann ich ein altes Fachwerkhaus sehen, von dem ich weiß, dass meine Oma vor über 100 Jahren genau dort geboren wurde. Erinnerungen an jeder Ecke: die alte Schule, der Stadtpark, die Stadtbibliothek. Vielleicht merkt man erst, wie sehr man dran hängt, wenn man mal weg war. „Heimat ist ein Gefühl, sagt man ja so schön, und meine Heimat ist und bleibt Gütersloh.“ Heimat ist ein Gefühl, sagt man ja so schön, und meine Heimat ist und bleibt Gütersloh. Ja, ich weiß, Vechta hat sich Mühe gegeben und mir zum Beispiel ein Kreishaus da hingestellt, das vom selben Architekten entworfen wurde wie das Gütersloher Kreishaus. Der Menschenschlag ist auch gar nicht so anders – viel Mittelstand, viel Fleischindustrie, teilweise viel Karneval (auch wenn er manchmal mit einem seltsamen Buchstaben anfängt). Aber sorry, OM: Mein Herz schlägt ostwestfälisch. Mit im Gepäck habe ich reichlich schöne Erinnerungen, und ich hoffe, der Kontakt zu vielen lieben Kollegen wird bestehen bleiben. Ganz bestimmt werde ich nicht nein sagen zu einer Einladung zum Stoppelmarkt, zu einem spannenden Match im Rasta Dome oder einem Sommertag im Cloppenburger Museumsdorf. Es ist ein Abschied, der mir schwerfällt – und der mir auch schwergemacht wurde. Nicht nur wegen meiner tollen Kollegen, nein, auch die Stadt Vechta wollte mich offenbar so gar nicht gehen lassen. Es hatte zwar auf der Homepage vielversprechend geheißen, dass seit 2023 die Abmeldung eines Nebenwohnsitzes auch digital möglich sei – das war aber wohl zu viel „Neuland“. Es ging dann doch nicht online. Ich wollte auch unbedingt nochmal ins Rathaus… Ebenso schwer war es augenscheinlich, mir zu sagen, ab wann eine Abmeldung möglich ist und welche Unterlagen ich dafür mitbringen muss. Die Stadt Vechta hat alles gegeben, um meinen Weggang zu verhindern. Aber nun hat’s geklappt – die deutsche Bürokratie hat mich nicht aufgehalten. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wie der Ostwestfale sagt: Ich bin dann mal „wech“. M.O. sagt: Tschüss, OM!Zur Person:
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