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Goldenstedt verliert nur ganz wenig Grünfläche

Wachstum fordert Tribut. Vor Ort gibt es aber durchaus Unterschiede. Wohnhäuser, Gewerbebauten und Straßen haben sich ausgebreitet. Aktuell wird nachhaltiger geplant.

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Viel Grün und auch etwas Blau: Das Goldenstedter Moor ist eines der größten Naturschutzgebiete in der Region. Foto: Rolfes

Viel Grün und auch etwas Blau: Das Goldenstedter Moor ist eines der größten Naturschutzgebiete in der Region. Foto: Rolfes

Die Bevölkerung im Kreis Vechta wächst seit vielen Jahren kontinuierlich, die Wirtschaft auch. Damit einher geht die Versiegelung von immer mehr Grünflächen. Offenbar ist es jedoch möglich, diesen Flächenkonflikt nicht ausufern zu lassen. So hat die Gemeinde Goldenstedt in den vergangenen 30 Jahren trotz allen Wachstums nur 1,0 Prozent oder 49 Hektar ihrer Grünfläche verloren.

Das geht aus Katasterdaten des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) in Hannover hervor, die von dieser Zeitung ausgewertet wurden.

Demnach lag der Grünflächenanteil an der Gesamtfläche Goldenstedts im Jahr 1989 noch bei 85,5 Prozent (7564 Hektar) und Anfang 2019 immerhin noch bei 84,5 Prozent (7515 Hektar). Weniger Agrar-, Wald- und Moorflächen hat keine andere Kommune vor Ort verloren. Goldenstedt am nächsten kommen noch die Gemeinden Bakum (- 159 Hektar) und Neuenkirchen-Vörden (- 197 Hektar).

Als Erklärung führt Goldenstedts Gemeindesprecher Steffen Boning an, dass die Kommune auf der einen Seite über diverse geschützte Landschaftsteile wie das Herrenholz und das Goldenstedter Moor verfüge. Diese seien in den vergangenen 30 Jahren auch in ihrem Ursprung erhalten geblieben. Boning: „Zudem konnte die Gemeinde Goldenstedt durch Bauleitplanungen der Innenverdichtung die Inanspruchnahme größerer Vegetationsflächen größtenteils vermeiden.“

Der kreisweit höchste Rückgang an Grünflächen wird in der Stadt Vechta registriert. Insgesamt 518 Hektar sind seit 1989 verschwunden. Das entspricht einem Minus von fast sechs Prozent. Der Grund: „In den letzten 30 Jahren ist die Bevölkerung Vechtas von 23000 auf nahezu 34000 gestiegen. Ebenso gibt es heute in Vechta viel mehr Gewerbe und Industrie, und viel mehr Versorgungs- und Bildungseinrichtungen“, sagt Stadtsprecher Herbert Fischer.

Ähnlich sieht es in der deutlich kleineren Gemeinde Holdorf aus. Dort ist der Grünflächenanteil seit 1989 um 4,5 Prozent oder 242 Hektar zurückgegangen. „Der Rückgang ist aus meiner Sicht eindeutig auf die prosperierende Entwicklung der Gemeinde zurückzuführen. Die Ausweisung neuer Gewerbegebiete und zusätzlicher Baugebiete schlagen sich hier nieder“, erklärt Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug. Trotzdem sei der Gemeinde „der Erhalt ihrer natürlichen Umwelt sehr wichtig“. Daher würden die Ratsgremien ihr Handeln auch immer wieder überprüfen. So sei zuletzt etwa „die Geschwindigkeit zur Vermarktung der gemeindlichen Bauflächen“ gedrosselt worden.

Auch in Vechta ist umgedacht worden. Seit 2012 hat sich der Grünflächenanteil wieder um 1,6 Prozent (150 Hektar) erhöht. Dies sei durch Kompensationsmaßnahmen gelungen, heißt es bei der Stadt. „Diese Maßnahmen sind allesamt ökologisch hochwertiger ausgeführt worden als die Flächen, die für die Stadtentwicklung in Anspruch genommen wurden“, sagt Sprecher Fischer.

Der Titel „Grünste Gemeinde im Kreis Vechta“ gebührt derweil Bakum (siehe Grafik). Der Vegetationsflächenanteil liegt dort aktuell bei 84,8 Prozent. Dahinter folgen Goldenstedt (84,5 Prozent) und Neuenkirchen-Vörden (83,6 Prozent).

In Jubelstürme bricht Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck ob dieses Ergebnisses aber nicht aus, weiß er doch, dass Bakum eine Flächengemeinde ist und mit 81 Einwohnern je Quadratkilometer die geringste Bevölkerungsdichte vor Ort hat. Zum Vergleich: In Visbek leben 117 Menschen je Quadratkilometer, in der Stadt Vechta sogar 369. Trotzdem arbeite Bakum daran, „zwar stetig, aber durchaus linear und damit nur gering“ zu wachsen, bekräftigt Averbeck. Ferner gebe es ein Konzept zur Innenverdichtung. Gleichwohl sei es natürlich ein Standortvorteil, dass die Einwohner Bakums innerhalb kürzester Zeit in der Natur sind.

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