Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Gesundheitsämter beenden die werktägliche Meldung von Coronazahlen

In Abstimmung mit den Kreishäusern gibt es künftig mittwochs eine wöchentliche Zusammenfassung der Infektionslage auf OM-Online. Am Freitag werden 1668 Fälle von den Gesundheitsämtern gemeldet.

Artikel teilen:
Symbolfoto: dpa

Symbolfoto: dpa

Am Sonntag (3. April) wird ein neues Kapitel in der Corona-Pandemie aufgeschlagen. Fast alle bisherigen Regeln fallen weg, die täglichen Zahlen spielen dann kaum noch eine Rolle im Alltag der Menschen, auch wenn eben jene die Zahlen wegen der Omikron-Welle weiter auf einem hohen Niveau sind. Aber: Eine Überlastung des Gesundheitssystems ist angesichts milder Krankheitsverläufe laut Experten nicht zu erwarten. "Die Lage auf den Intensivstationen im Landkreis ist im grünen Bereich, obwohl es noch nie so viele Corona-Infektionen gab wie in dieser Zeit", bestätigt auch Cloppenburgs Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl am Freitag.

Aus diesem Grund stellt OM-Online die künftige Corona-Berichterstattung um. An diesem Freitag gibt es die letzte Ausgabe des Corona-Newsletters. Und: Ab kommende Woche wird es keine werktäglichen Meldungen der Coronazahlen aus den beiden Kreishäusern in Cloppenburg und Vechta geben. In Abstimmung mit OM-Online wird es aber künftig mittwochs eine wöchentliche Zusammenfassung der Infektionslage im Oldenburger Münsterland geben. Jene Daten, die auch weiterhin werktäglich aktualisiert werden, wird es auch künftig auf unserer Themenseite unter www.om-online.de/corona grafisch aufbereitet zum Abruf geben. Das gilt auch für die App der OM-Medien.

"Jeder sollte aktuell seinen Teil zum Schutz von anderen und sich selbst leisten."Cloppenburgs Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl

In der Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Corona-Meldung sieht Kreissprecher Rühl auch eine Entlastung für das Cloppenburger Gesundheitsamt. Dort werde nach wie vor am Limit gearbeitet. "Durch das Ende der Amtshilfe der Bundeswehr und der Landesbediensteten ist das Gesundheitsamt endgültig nicht mehr in der Lage, die mehreren hundert Fälle, die täglich in der Omikron-Welle anfallen, zeitnah zu erfassen. Das schwächt die Aussagekraft der täglichen Meldung erheblich", sagt Rühl am Freitag. 

Beide Kreishäuser weisen noch einmal ausdrücklich darauf hin, wo auch nach dem 3. April weiterhin  die Regeln gelten: Etwa die Maskenpflicht in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Praxen und im Öffentlichen Personennahverkehr. In Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und Schulen muss zudem weiterhin getestet werden. "Mit den bekannten Mitteln wie Maske tragen, Hände waschen, Testangebote nutzen, Abstand halten und lüften sollte aktuell jeder seinen Teil zum Schutz von anderen und sich selbst leisten", mahnt Rühl.

Die Kreissprecher beider Landkreise erinnern aber daran, dass trotz der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen die Pandemie noch nicht vorbei ist. Es sei "nach wie vor Vorsicht mit dem Corona-Virus geboten", mahnt Vechta Kreissprecher Jochen Steinkamp. Die bekannten Abstands- und Hygieneregeln blieben wichtig, der beste Schutz vor schweren Krankheitsverläufen sei die Corona-Schutzimpfung. Wie Vechtas Gesundheitsamtsleiterin Sandra Guhe die Lage einschätzt, darüber hat OM-Online mit ihr gesprochen.

Die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Cloppenburg:

Dem Cloppenburger Gesundheitsamt liegen am Freitag 592 neue positive Testergebnisse vor. Die Fälle werden aus allen Städten und Gemeinden gemeldet, wobei es allein in Cloppenburg 109 und in Friesoythe 94 Neuinfektionen. Die übrigen Fälle verteilen sich relativ gleichmäßig auf die anderen elf Kommunen, wobei es in Lindern lediglich 17 neue Fälle sind.

Zurzeit werden 17 infizierte Patienten stationär behandelt (Vortag: 19). Es liegt aktuell kein Covid-Patienten auf der Intensivstation (Vortag: 0). Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Freitag für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tage-Inzidenz von 1648,6 gemeldet.

Die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Vechta:

Dem Vechtaer Gesundheitsamt liegen am Freitag 592 neue positive Testergebnisse vor. Die Fälle werden aus allen Städten und Gemeinden gemeldet, wobei die drei Städte Vechta (248), Lohne (221) und Damme (136) dreistellige Zahlen melden. Die übrigen Fölle verteilen sich relativ gleichmäßig auf die anderen sieben Kommunen.

Aktuell werden 29 infizierte Patienten stationär in einem der Krankenhäuser im Kreisgebiet behandelt (Vortag: 26). Davon liegt ein Patient auf der Intensivstation (Vortag: 2). Das RKI hat am Freitag für den Landkreis Vechta eine 7-Tage-Inzidenz von 2092,6 gemeldet. Das ist ein neue Höchstwert seit Beginn der Pandemie.

Die aktuellen Daten aus Hannover:

Die landesweite 7-Tage-Inzidenz ist am Freitag gesunken. Der Wert beträgt jetzt 1922,3 (Vortag: 1951,2). Der niedersachsenweit höchste Wert wird für den Landkreis Wittmund mit 4074,3 gemeldet, der niedrigste für den Landkreis Lüchow-Dannenberg mit 952,5.

Ebenfalls gesunken ist die Hospitalisierungsinzidenz. Der Wert beträgt 15,5 (Vortag: 15,6). Der Leitindikator basiert auf der Zahl der mit einer Covid-19-Erkrankung eingewiesenen Personen in Krankenhäusern in den vergangenen 7 Tagen. 

Bei der prozentualen Belegung der Intensivbetten durch Covid-19-Erkrankte ist der Wert am Freitag auch gesunken. 7,3 Prozent der Intensivbetten in Niedersachsen werden derzeit durch Covid-19-Patienten belegt (Vortag: 7,7).

"Auf das Infektionsmanagement vor Ort hat diese Änderung keine Auswirkungen."Oliver Grimm, Pressesprecher des Gesundheitsministeriums

Wie das Land Niedersachsen am Freitag mitgeteilt hat, erfolgt die Weiterleitung der lokalen Fallzahlen von Hannover aus nur noch montags bis freitags an der RKI. Dementsprechend sind künftig keine Veränderungen bei den 7-Tage-Inzidenzen von freitags bis montags zu erwarten. "Die Übermittlung der COVID-19 Meldefälle in Niedersachsen wird wie im Infektionsschutzgesetz vorgeschrieben, arbeitstäglich erfolgen", kündigt Oliver Grimm, Pressesprecher des Gesundheitsministeriums an. 

Auch wenn die 7-Tage-Inzidenz zur Beobachtung des Infektionsgeschehens weiterhin bedeutsam bleibe, sei diese nicht mehr der vorrangige Leitwert für die Lagebeurteilung. "Mit dem Übergang auf eine arbeitstäglichen Übermittlung ist auch eine Entlastung der Gesundheitsbehörden verbunden, die seit zwei Jahren durch zusätzliche Wochenenddienste die durchgehende Übermittlung der Meldefälle gewährleistet haben", berichtet Grimm und betont: "Auf das Infektionsmanagement vor Ort hat diese Änderung keine Auswirkungen." 

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Gesundheitsämter beenden die werktägliche Meldung von Coronazahlen - OM online