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Gehlenborg ist neuer Seniorenbeauftragter in Garrel

Der 74-Jährige übernimmt das Amt von Peter Krichbaum und kann auf dessen Unterstützung zählen. Gehlenborg kann zudem auf ein eigenes, über Jahrzehnte geknüpftes Netzwerk bauen.

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Blumen zum Abschied: Bürgermeister Thomas Höffmann (Mitte) dankte Peter Krichbaum für sein Engagement in den vergangenen Jahren. Links ist der Nachfolger Eugen Gehlenborg zu sehen. Foto: Thomas Vorwerk

Blumen zum Abschied: Bürgermeister Thomas Höffmann (Mitte) dankte Peter Krichbaum für sein Engagement in den vergangenen Jahren. Links ist der Nachfolger Eugen Gehlenborg zu sehen. Foto: Thomas Vorwerk

Die Gemeinde Garrel hat einen neuen Seniorenbeauftragten. Am Montag wurde in der Ratssitzung Eugen Gehlenborg als Nachfolger von Peter Krichbaum bestimmt. Er wird in den kommenden Jahren die Interessen der älteren Einwohner vertreten. Wobei Gehlenborg herausstellt: "Es geht um das gemeinsame Leben im Wohnort, denn wir werden alle einmal alt."

Wie vielfältig der Aufgabenbereich ist, das ließ Peter Krichbaum während eines Pressetermins mit seinem Nachfolger und Bürgermeister Thomas Höffmann wissen. Gleich sein erstes Projekt habe gereicht, um ihn an dem Job zweifeln zu lassen. "Altglascontainer gibt es in Hessen alle paar Hundert Meter", sagt Krichbaum, der vor 6 Jahren von Darmstadt nach Garrel gezogen war. In Garrel stehen sie "nur" an der Kläranlage und am Sportplatz.

Krichbaum fragte sich: "Wie sollen ältere Menschen mit Rollator oder Rollstuhl dort hinkommen?" Also wandte er sich an die Gemeinde, die ihn an den Landkreis verwies. Für zusätzliche Container müsse es entsprechende Aufstellflächen geben, erfuhr er dort. Da er es aus Hessen so kannte, dass die Container an den Supermärkten stehen, schrieb er alle Discounter und Super- sowie Sonderpostenmärkte an. "Keiner hat geantwortet. Da war ich richtig sauer, denn man kann wenigstens eine Antwort erwarten."

Es gab viele schöne Erlebnisse

Entmutigen lassen habe er sich von diesem Erlebnis nicht, sagt Krichbaum. Dafür habe es zu viele schöne Begegnungen gegeben. Die Sprechstunde im Rathaus – immer am 1. Donnerstag im Monat – sei anfangs gut besucht gewesen. Corona habe allerdings diese Offerte lange unmöglich gemacht.

Helfen konnte der Seniorenbeauftragte auch bei Problemen mit manchen Angeboten im Internet, die die Senioren gar nicht wahrgenommen hätten und bei denen sie monatlich 3-stellige Beträge zahlen sollten. Lokale Medien hatten davon berichtet und es hatte sich sogar bis Vrees herumgesprochen, dass Krichbaum helfen kann.

Auch wenn seine Wahlperiode abgelaufen ist, ein Projekt möchte Peter Krichbaum auf jeden Fall noch zu Ende führen: Notfallnummern für Ruhebänke. Die Idee sei nicht ganz neu und auch schon woanders im Landkreis Cloppenburg umgesetzt worden, es müsse sich nur jemand drum kümmern. Bei dem System gehe es darum, dass besonders im Außenbereich die kommunalen Parkbänke nummeriert werden und diese Ziffern bei der Einsatzleitstelle in Oldenburg mit den exakten Koordinaten hinterlegt sind. Wenn jemand bei seinem Spaziergang einen Schwächeanfall oder gar einen Infarkt erleide, könne über die Notrufnummer (110) anhand der Zahl schnell die präzise Position mitgeteilt werden, erklärt Krichbaum.

Absagen kam für Gehlenborg nicht infrage

Als Nachfolger hatte die Garreler Gruppe MannÜ60 Eugen Gehlenborg ins Gespräch gebracht. Bürgermeister Höffmann erreichte den ehemaligen DFB-Vizepräsidenten auf dem Weg nach Frankfurt. Mit 74 Jahren wollte sich der Garreler eigentlich eher von Ehrenämtern trennen, als sich neue Aufgaben zu suchen. Eine Absage aber sei nicht infrage gekommen, versichert Gehlenborg. "Man kann nicht immer sagen: 'Das kann jemand anderes machen.'" Die ersten Ideen hat er schon auf dem Zettel. Dazu gehört auch eine "Nette Toilette". Dahinter verbirgt sich ein Angebot, dass Menschen dort, wo es keine öffentlichen Toiletten gibt, ein WC nutzen können. In Cloppenburg hätten sich zahlreiche Geschäfte dieser Initiative angeschlossen. So etwas könne er sich auch für die Gemeinde Garrel vorstellen, sagt Eugen Gehlenborg. 

Bei seiner Arbeit kann sich der neue Seniorenberater auf sein eigenes, über Jahrzehnte geknüpftes Netzwerk stützen. Peter Krichbaum hat am Dienstag aber zugesagt, ihm mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. An den Sprechstunden soll festgehalten werden und Gehlenborg könnte sich auch vorstellen, mittels einer Umfrage in der Gemeinde auszuloten, was besonders den älteren Semestern fehlt.

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