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Gehlenberg gewinnt Dorfwettbewerb dank "Dynamik"

Die Friesoyther Ortschaft setzt sich gegen Nikolausdorf und Falkenberg durch. Aber auch das kleine Auen-Holthaus darf zum Landeswettbewerb fahren. Weitere 3 Dörfer bleiben im Rennen um den Titel.

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Geben die Dorfsieger bekannt: (von links) Ansgar Meyer, Marlies Hukelmann, Johann Wimberg und Organisator Andreas Wegmann. Foto: Kreke

Geben die Dorfsieger bekannt: (von links) Ansgar Meyer, Marlies Hukelmann, Johann Wimberg und Organisator Andreas Wegmann. Foto: Kreke

Gehlenberg  ist Kreissieger des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft". Die Friesoyther Ortschaft habe in der Konkurrenz zu 30 teilnehmenden Dörfern vor allem mit ihrer "Dynamik" gepunktet, erklärte die Jury-Vorsitzende Marlies Hukelmann aus Löningen am Mittwochabend nach der Entscheidung. Die Plätze 2 bis 5 belegen Nikolausdorf, Falkenberg, Altenoythe und Peheim.

In der Kategorie der Bauerschaften bis 300 Einwohner siegt Auen-Holthaus (Gemeinde Lindern) vor Lodbergen, Garen, Osterlindern und den punktgleichen Dorfgemeinschaften Marren und Überhäsiges Viertel. In den Landesentscheid im nächsten Jahr ziehen 5 Dörfer aus beiden Kategorien. Neben den beiden Siegern Gehlenberg und Auen-Holthaus schickt die Jury Falkenberg, Lodbergen und  Nikolausdorf ins Rennen.

Klein und groß dürfen gleichberechtigt antreten

Die Auswahl von 3 größeren und 2 kleineren Orten werde "einigen sicher sauer aufstoßen", erwartet Hukelmann, aber: "So sind die Regeln." Denn unabhängig von ihrer Größe sollten die Dorfgemeinschaften motiviert werden, sich weiter zu entwickeln. "Das ist mir eine Herzensangelegenheit", betonte Hukelmann. Alle Entscheidungen der Jury seien einmütig gefallen. Auch in der Punktvergabe hätten die 4 Kreistagsabgeordneten und die 4 Experten in der Jury "eng beieinander gelegen", betonte Ansgar Meyer, der zuständige Dezernent des Landkreises.  

Erleichtert hat die Beurteilung, dass alle Jury-Mitglieder die Dörfer kennen, denn: Die sonst übliche Bereisung der Kommission fiel wegen der Kontaktbeschränkungen aus, die Vorbereitungstreffen in den Orten auch. Die Dorfgemeinschaften reichten stattdessen Fotos und Filme, Unterlagen und Beschreibungen ihrer Bemühungen und Projekte ein. "Das war eine Herausforderung", bestätigte die Vorsitzende: "Da hat das Salz in der Suppe gefehlt. Wir hätten gern gesehen, wie die Leitbilder der Dörfer in der Praxis umgesetzt werden." Eine Absage hätte jedoch allen 31 Teilnehmern den Weg in den Landesentscheid 2021 und den Bundesentscheid 2023 versperrt.

Den Ausschlag für Gehlenberg gab laut Hukelmann die spürbare "Dynamik" der Ortsgemeinschaft. Nach dem 3. Platz im letzten Kreiswettbewerb  2017 habe sich die Dorfgemeinschaft "nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht", sondern begonnene Projekte mit Schwung weiter verfolgt und am Ende "überzeugend präsentiert". "Für mich zählt auch dieser Prozesscharakter", unterstrich die Vorsitzende.

"Wenn die Dörfer eine Zukunft haben, dann über die Vereine. Die sind das Bindeglied."Marlies Hukelmann

Vor allem die größeren Dörfer würden von Schulen und Kitas profitieren, weil sich dort engagierte Eltern träfen. Aber auch Bauerschaften ohne solche Einrichtungen hätten "unheimliches Potenzial", wie das Beispiel Auen-Holthaus zeige. "Die leben vom Zusammenhalten und Mitmachen", sagte die Politikerin. Zudem spielen die Vereine für sie eine entscheidende Rolle. "Wenn die Dörfer eine Zukunft haben, dann über die Vereine", meinte die Jury-Vortsitzende: "Die sind das Bindeglied."

Ein Beleg: Beverbruch erhält für seine Gemeinschaftsinitiative zur Einrichtung eines Dorfladens den mit 1000 Euro dotierten Sonderpreis der Jury. Damit sei zugleich ein Ort der Begegnung erschaffen oder erhalten worden, unterstrich Landrat Johann Wimberg. Er sprach allen teilnehmenden Dörfern seinen Dank aus. Der Einsatz, die Dörfer lebendig zu halten und weiterzuentwickeln, sei "alle Anerkennung wert". 

Kunst für den Sieger: Die Stele von Schmied Alfred Bullermann ist im Original mannshoch. Am Freitag wird sie in Gehlenberg enthüllt. Foto: KrekeKunst für den Sieger: Die Stele von Schmied Alfred Bullermann ist im Original mannshoch. Am Freitag wird sie in Gehlenberg enthüllt. Foto: Kreke

Die 5 Erstplatzierten erhalten zudem Geldprämien von 5000, 3000, 2000 und 100 Euro. Die Sieger unter den kleineren Bauerschaften erhalten 1500 und 1000, ab dem 3. Platz je 700 Euro. Alle anderen Teilnehmer werden mit 500 Euro belohnt. Die sonst übliche große Siegerehrung für alle fällt diesmal wegen der Pandemie aus. In Gehlenberg soll am Freitag um 19 Uhr in einer coronakonformen Feier zumindest die neue Stele enthüllt werden, die der Schmied und Designer Alfred Bullermann aus Markhausen entworfen hat.

So beurteilt die Jury:

  • Struktur, Konzepte, Zusammenarbeit (maximal 30 Punkte): Dabei nimmt die Jury Stärken, Schwächen, Ziele und Ergebnisse der Dorfentwicklung unter die Lupe. Dazu gehören der Zusammenklang von Landwirtschaft, Handwerk und Wohnen, aber auch Nahversorgung, Digitalisierung, Arbeitsplätze sowie Kindergärten und Schulen.
  • Soziales und Kulturelles (Höchstpunktzahl 25): Bewertet werden das Vereinsleben, Kultur- und Freizeitangebot, Jugend- und Seniorenarbeit, Integration, Pflege von Dorftradition und Brauchtum.
  • Baugestaltung und -entwicklung (Höchstpunktzahl 20): Hier geht's um die Gestaltung und Pflege öffentlicher Straßen und Plätze, ortsprägende Bauwerke und den Umgang mit historischen Häusern. Auch die Gestaltung privater Häuser und ihres Umfelds zählen.
  • Grüngestaltung und -entwicklung (Höchstpunktzahl 25): Öffentliche und private Grünanlagen und naturnahe Lebensräume für Flora und Fauna suchte die Jury. Das schließt den schonenden Umgang mit der Landschaft, mit Flüssen und geschützten Bäumen ein.

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