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Gärten mit Pflanzenvielfalt überzeugen

Wer bewusst auf eine naturnahe Gestaltung seines Gartens gesetzt hat, hatte beim Terrifica-Wettbewerb der Uni Vechta am Ende die Nase vorn. Der 2. Teil der Aktionswoche startet im Frühjahr.

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Haben ihren Garten naturnah gestaltet: Die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs (von links, oben) Cornelia Rothkegel-Hartke und Ferdinand Hartke, Sebastian Ostermann, Christian Behnen, Dagmar und Klaus-Peter Maas, Dorothea Meinsen sowie Maria und Johannes Reiners. Foto: Uni Vechta / privat

Haben ihren Garten naturnah gestaltet: Die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs (von links, oben) Cornelia Rothkegel-Hartke und Ferdinand Hartke, Sebastian Ostermann, Christian Behnen, Dagmar und Klaus-Peter Maas, Dorothea Meinsen sowie Maria und Johannes Reiners. Foto: Uni Vechta / privat

"Genug drüber geredet, jetzt wird gehandelt!" – unter diesem Motto organisiert das Terrifica-Projektteam der Universität Vechta die Aktionsreihe "Klima-aktiv im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon". Zum Auftakt wurden bei einem Wettbewerb klimafreundliche Gärten und Balkone im Oldenburger Münsterland gesucht – und gefunden. Eine Jury zeichnete jetzt 6 Gewinnerinnen und Gewinner aus. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Uni Vechta hervor. Der 2. Teil der Aktionsreihe, der die aktive Umgestaltung des eigenen Balkons oder Gartens in den Fokus nimmt, startet im Frühjahr.

Ein gemeinsamer Rundflug mit einer Hummel, ein virtueller Rundgang per Video, detaillierte Zeichnungen per Hand und fast schon künstlerische Detailaufnahmen von Insekten und Blumen – die Vielfalt der eingereichten Beiträge im Wettbewerb war groß. Dementsprechend schwierig sei es für die Jury gewesen, ein Urteil zu fällen und sich auf 6 Gewinner-Gärten zu einigen, heißt es.

Punkte gibt's für Pflanzenvielfalt 

Durchgesetzt haben sich schließlich die Gärten, die sich besonders durch ihre Pflanzenvielfalt und die bewusste naturnahe Gestaltung hervorgehoben haben. Zum Einsatz kommen da beispielsweise Totholzhaufen und Trockenmauern, die den Tieren als Unterschlupfmöglichkeiten dienen, oder auch kleine Tümpel und Teiche als Wasserstellen sowie sogenannte wilde Ecken, die komplett sich selbst überlassen werden.

Die Gewinner erhielten Gutscheine für die Seminarangebote an der Kreisvolkshochschule Vechta und an der Katholischen Akademie Stapelfeld. Außerdem haben sie die Möglichkeit an dem Seminar "Mein Wunschgarten – pflegeleicht und insektenfreundlich" teilzunehmen.

Die Gewinnerinnen und Gewinner haben in der Mitteilung schließlich erklärt, worauf sie in ihrem Garten besonders stolz sind: Dagmar und Klaus-Peter Maas aus Goldenstedt: "Am meisten Freude bereitet es uns, wenn wir in unserem Garten sitzen und die vielfältige Tierwelt beobachten und hören können, die sich hier tummelt. In erster Linie sind das die vielen unterschiedlichen Singvögel, aber auch interessante Insekten und Schmetterlinge sowie unsere Frösche im kleinen Gartenteich. Das ist für uns ein Zeichen, dass unser Garten ein gesundes Ökosystem darstellt und für fast jeden etwas bietet. Und ein gesundes Ökosystem ist unserer Meinung nach das Wichtigste für das Klima."

„Es gibt unheimlich viel zu entdecken und zu lernen. Da sich der Garten quasi ständig verändert, wird es auch nie langweilig.”Gewinner Sebastian Ostermann

Dass solch ein naturnah gestalteter Garten ein Abenteuerspielplatz für Groß und Klein sein oder werden kann, weiß Sebastian Ostermann aus Steinfeld: "Es gibt unheimlich viel zu entdecken und zu lernen. Da sich der Garten quasi ständig verändert, wird es auch nie langweilig."

Dorothea Meinsens Garten in Friesoythe zeigt, wie eigener Obst- und Gemüseanbau aktiv zum Klimaschutz beiträgt: "Wir versorgen uns mit frischem Obst und Gemüse, mit selbstgemachten Säften, Wein, Marmelade, Eingemachtem, Nüssen, Kartoffeln und vielem mehr aus dem eigenen Garten ohne klimaschädliche Transportemissionen."

Wasser zum Gießen kann gespart werden 

Auch das Thema Klimaanpassung wird von den Gewinnerinnen und Gewinnen aufgegriffen: Eine passende und möglichst bodenbedeckende Bepflanzung heben Maria und Johannes Reiners aus Friesoythe als zentral hervor. So könne auch Wasser zum Gießen eingespart werden.

Ganz ohne Wasser kommt ein blühender Garten – vor allem in den vergangenen heißen Sommern – aber nicht aus. Dazu betont Christian Behnen aus Bakum, wie froh er ist, dass er auf seinem Grundstück das Regenwasser fast komplett auffangen beziehungsweise, dass es versickern kann: "Unter anderem hat dazu die im Jahr 2005 vorgenommene Entsiegelung unseres Hauszugangs beigetragen, indem Betonsteine durch Holzhackschnitzel ersetzt wurden."

Dass private Gärten zu einer großen, generationenübergreifenden Leidenschaft werden können, stellt Cornelia Rothkegel-Hartke aus Lohne dar: "Wir freuen uns, dass wir inzwischen schon über Generationen hinweg den alten Baumbestand auf unserem Grundstück erhalten können. Durch unsere private Initiative, die Eichen unter Landschaftsschutz zu stellen, hat dieser Baumbestand die Chance, noch lange eine grüne Insel mitten in der Stadt zu sein."

„Wir sind begeistert von den tollen Gärten, die es bereits hier im Oldenburger Münsterland gibt, aber es besteht auch noch Entwicklungspotenzial“Professor Dr. Marco Rieckmann, Leiter des Terrifica-Projektteams an der Universität Vechta

"Wir sind begeistert von den tollen Gärten, die es bereits hier im Oldenburger Münsterland gibt, aber es besteht auch noch Entwicklungspotenzial", wird Professor Dr. Marco Rieckmann, Leiter des Terrifica-Projektteams an der Universität Vechta, in der Pressemitteilung zitiert. Denn in nur sehr wenigen Einsendungen  sei auf das Thema "Einsatz erneuerbarer Energien" – beispielsweise durch die Nutzung von Solarenergie für im Garten benötigten Strom – eingegangen worden. Ein klimafreundlicher Balkon im Oldenburger Münsterland konnte gar nicht gefunden werden – aus Mangel an Einsendungen.

An dieser Stelle ergeben sich erste Ansatzpunkte für den zweiten Teil der Aktionsreihe, der im Frühjahr stattfinden wird. Solch eine Umgestaltung hin zu mehr Klima- und Insektenfreundlichkeit und Naturnähe bedarf allerdings einer guten Planung. Um alle Interessierten dabei zu unterstützen, sollen Erfahrungen und Tipps der Gewinnerinnen und Gewinner des ersten Wettbewerbs noch einmal detaillierter öffentlich vorgestellt werden.

  • Info: Die Reihe wird im Januar auf der Homepage des Verbunds Oldenburger Münsterland (www.oldenburger-muensterland.de) erscheinen. Näheres zum Wettbewerb gibt es unter www.wissen-teilen.eu/klimafreundlichesom.

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