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Für Technik ist es nie zu früh

Die Lohner Ketteler-Schule sowie drei Kindergärten erhalten Materialschränke. Einen Großteil der Kosten von 16.000 Euro übernehmen Sponsoren. Den Rest steuert die Stadt bei.

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Vor allem Mädchen sollen für technische Zusammenhänge und Prozesse begeistert werden.  Foto: Timphaus

Vor allem Mädchen sollen für technische Zusammenhänge und Prozesse begeistert werden.  Foto: Timphaus

Technik macht Spaß – das können die Kinder aus vier Lohner Bildungseinrichtungen ab jetzt regelmäßig selbst entdecken. Die Ketteler-Schule sowie die Kindergärten St. Barbara, St. Michael und „Die Großen Strolche“ haben insgesamt fünf sogenannte Techniktürme für den Unterricht angeschafft.

Die farbenfrohen Schränke enthalten zahlreiche Materialien, Experimentier- und Baukästen, die das entdeckende und forschende Lernen fördern. Ob Magnetismus, Pneumatik oder Zahnräder: Mithilfe der Materialien lernen Kinder verschiedene Themengebiete aus dem Bereich Technik kennen und vertiefen ihre Kenntnisse.

Die Idee der Techniktürme stammt aus den Niederlanden. Dort arbeiten nach Angaben des Herstellers etwa 40 Prozent aller Grundschulen mit den mobilen Materialschränken.

Fördern Forschergeist: Vertreter der Sponsoren, Einrichtungen und Stadt beim Gruppenbild. Foto: TimphausFördern Forschergeist: Vertreter der Sponsoren, Einrichtungen und Stadt beim Gruppenbild. Foto: Timphaus

Die Leiterin der Ketteler-Schule, Christine Richter, und ihr Kollegium waren zufällig auf die Techniktürme gestoßen. Gemeinsam mit den Kindergärten initiierten sie ein Pilotprojekt, welches bei guter Resonanz laut Richter nach zwei Jahren auf weitere Lohner Bildungseinrichtungen ausgeweitet werden könnte.

"Es ist wichtig, das Interesse für technische Zusammenhänge und Prozesse schon in jungen Jahren zu wecken."Christine Richter, Leiterin der Ketteler-Schule in Lohne

Da Kinder gerade in den Kindergärten und Grundschulen überwiegend von Frauen unterrichtet werden, wird das Thema oft vernachlässigt. Auch Schulleiterin Christine Richter gibt zu, dass die Pädagoginnen oft „nicht unbedingt vorbereitet“ seien auf die Vermittlung technischer Zusammenhänge und Prozesse. „Es ist wichtig, das Interesse in jungen Jahren zu wecken.“

Einfacher Zugang zu Lehr- und Lernmaterialien

In der Grundschule wurde der Stundenplan auf den Einsatz der Techniktürme angepasst. Sachunterricht wird nun in allen Jahrgängen unter anderem in einer Doppelstunde erteilt, damit genügend Zeit für Experimente und Konstruktionen bleibt. Richter zieht ein erstes Fazit: „Die Kollegen sind begeistert vom einfachen Zugang für die Schüler zu den Materialien.“

Für Edith Kowalski, Leiterin des Kindergartens St. Michael, ist vor allem der spielerische Ansatz gewinnbringend. „Das Freispiel ist in der Kita das wichtigste Element des Lernens.“

Die Leiterinnen der Bildungseinrichtungen erhoffen sich mit den Materialien, vor allem auch Mädchen zu begeistern. Angesichts des Fachkräftemangels in technischen Berufen könne man sich nicht allein auf die Jungs verlassen, sagt Richter. Kowalski wünscht sich indes, dass durch die Beschäftigung mit technischen und naturwissenschaftlichen Themen auch Geschlechterzuschreibungen aufgebrochen werden können.

Zweijähriges Pilotprojekt kostet 16.000 Euro

Die fünf Techniktürme kosteten circa 16.000 Euro. Folgende Sponsoren unterstützen das Projekt: Envitec, Zimmerei Sieveke, Dettmer Verpackungen (Delo), Atka Kunststoffverarbeitung, Bürgerstiftung Lohne, Volksbank Lohne-Mühlen, LzO-Stiftung Vechta und ein Lohner Unternehmen, welches nicht genannt werden möchte.

Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer teilt mit, dass etwa 76 Prozent – mehr als 12.000 Euro – durch Spenden finanziert wurden. Den Rest hat die Stadt Lohne beigesteuert. „Es ist wichtig, Wissen aus dem MINT-Bereich – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – frühzeitig zu vermitteln“, sagt Gerdesmeyer und verweist auch auf die Lohner Initiative zur Förderung des Elementarbereichs – kurz Life. Seit seiner Gründung vor 13 Jahren unterstützt die Stadt die Arbeit dieses Vereins – aktuell mit einem jährlichen Zuschuss von 12.000 Euro.

Schränke voller Abenteuer: In den Techniktürmen finden sich viele Experimentier- und Baukästen. Foto: TimphausSchränke voller Abenteuer: In den Techniktürmen finden sich viele Experimentier- und Baukästen. Foto: Timphaus

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