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Für die Zukunft im Hochwasserschutz: Schöpfwerk in Bibelte wird saniert

Das wichtige Bauwerk für die Wasserregulierung im Saterland ist in die Jahre gekommen. Das Werk wird nach langer Verzögerung saniert und auf den Klimawandel vorbereitet.

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Machen sich ein Bild vor Ort: Verbandsvorsteher Norbert Schulte (links) und der Geschäftsführer der Friesoyther Wasseracht, Martin Windhaus, vor dem Schöpfwerk im saterländischen Bibelte. Foto: C. Passmann

Machen sich ein Bild vor Ort: Verbandsvorsteher Norbert Schulte (links) und der Geschäftsführer der Friesoyther Wasseracht, Martin Windhaus, vor dem Schöpfwerk im saterländischen Bibelte. Foto: C. Passmann

Seit 1950 kontrolliert das Schöpfwerk im saterländischen Bibelte an der Sagter Ems im Landkreis Cloppenburg die Wasserstände. Jetzt erfolgen an dem alten Gemäuer größere Sanierungsmaßnahmen. Denn das wichtige Bauwerk für die Wasserregulierung ist in die Jahre gekommen, die Pumpe musste ausgetauscht werden. Deswegen herrscht an dem sonst so idyllischen Örtchen am nördlichsten Ende des Landkreises seit Monaten Hochbetrieb.

Durch das Schöpfwerk, das im Gewässersystem der Friesoyther Wasseracht ebenfalls fast den nördlichsten Punkt bildet, werden etwa 690 Hektar Fläche entwässert. Die Fläche liege zwischen 1 und 2 Metern über dem Meeresspiegel. "Das Schöpfwerk wurde damals mit einem Trafo im Obergeschoss errichtet. Im oberen Bereich der Fassade sind noch die Zugänge für die Überlandleitung sichtbar", erklärt Martin Windhaus, Geschäftsführer der Wasseracht. Ein Elektromotor mit 45 Kilowatt habe die "trocken aufgestellte" MAN-Pumpe angetrieben.

Die Sanierungskosten belaufen sich auf 730.000 Euro

Eingebaut wird nun eine neue leistungsstarke Pumpe mit einer Leistung von bis zu 1100 Litern in der Sekunde. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 730.000 Euro. Davon koste allein die Pumpe samt Motor, Rohren, Schieber und Rückschlagklappe rund 175.000 Euro. Dazu kommen noch die Nebenkosten mit rund 100.000 Euro. "Das Land Niedersachsen fördert die Sanierungsmaßnahmen mit einem Zuschuss von 53 Prozent", betont Windhaus.

Zusammen mit Verbandsvorsteher Norbert Schulte aus Bokelesch verschaffte sich der Geschäftsführer vor Ort einen Überblick über den Fortschritt. Bereits im Herbst 2021 wurde die Sanierung ausgeschrieben, nach Ablauf verschiedener Fristen erfolgte im Februar 2022 die Auftragsvergabe. "Leider hat sich der Baubeginn wegen einiger Probleme in der Materialbeschaffung deutlich verzögert", schildert Windhaus. Insbesondere die Fertigung der Stahlspundwände habe lange gedauert. Zudem sei die Baustellenerschließung aufwendig gewesen: Die Baustraße und Stellfläche mussten auf dem Deich errichtet werden, um Material und Großgeräte heranzuschaffen.

Martin Windhaus (Mitte) und Norbert Schulte (rechts) lassen sich die Arbeiten am Schöpfwerk Bibelte erklären. Foto: C. PassmannMartin Windhaus (Mitte) und Norbert Schulte (rechts) lassen sich die Arbeiten am Schöpfwerk Bibelte erklären. Foto: C. Passmann
„Nach Abschluss der Maßnahmen gehen wir davon aus, dass das Schöpfwerk für die Zukunft auch im Hinblick auf den Hochwasserschutz durch den Klimawandel ertüchtigt ist.“Nobert Schulte, Verbandsvorsteher

Erst im Juni 2022 liefen die Arbeiten dann richtig an. Neben dem Ersatz für die Pumpe wurden der Einlauf und Auslauf des Schöpfwerkes mit Spundwänden und Stahlbeton neu erstellt. Für einen zukünftig optimierten Pumpbetrieb wurde zudem die Elektrotechnik mit einem Frequenzumrichter ausgestattet. "Aber auch das Mauerwerk der Fassade wird saniert. Schadhafte Klinker werden ausgewechselt, da die Fugen ausgewachsen sind", erläutert Windhaus.   

Es ist jedoch auch noch einiges zu tun: Es fehlen die Rechen vor dem Einlauf sowie die Absturzsicherung. Auch Türen und Fenster sollen erneuert werden. Zudem werden die Innenwände und der Fußboden saniert und letztlich erfolgt die Betonsanierung der Pumpenkammer. "Nach Abschluss der Maßnahmen gehen wir davon aus, dass das Schöpfwerk für die Zukunft auch im Hinblick auf den Hochwasserschutz durch den Klimawandel ertüchtigt ist", sagt Verbandsvorsteher Norbert Schulte.

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