Früherer Jägerhof wird zwangsversteigert
Gebäude an der Steinfelder Straße hat seit der Fertigstellung im Jahr 1939 wechselvolle Geschichte hinter sich.
Klaus-Peter Lammert | 17.03.2020
Gebäude an der Steinfelder Straße hat seit der Fertigstellung im Jahr 1939 wechselvolle Geschichte hinter sich.
Klaus-Peter Lammert | 17.03.2020

Der Glanz war einmal: Früher war der Jägerhof ein beliebtes Ausflugsziel, heute befinden sich im Gebäude Wohnungen. Foto: Lammert
Eigentlich sollte die Zwangsversteigerung des früheren Jägerhofes in Damme an der Steinfelder Straße am 25. März (Mittwoch) um 9 Uhr im Amtsgericht in Vechta beginnen. Das Gericht hat den Termin aufgehoben. Die Versteigerung werde zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, hieß es. Es handelt sich bei dem Gebäude um ein früher sehr bekanntes Ausflugsziel und einen bekannten Saal in der Stadt. Seinen Namen erhielt der 1939 errichtete Jägerhof nach seinem ersten Besitzer, Bernhard Jäger aus Lübeck. Er war, so schreibt es Josef Schmutte im dritten Band „Die Steinfelder Straße – vom Schweizerhaus bis Olandtseck“ der Reihe „Damme in Bildern“, seit den 1930er Jahren Gastronom im Eisenbahnererholungsheim beziehungsweise der späteren Gauschule gewesen. Heute befindet sich in diesem Gebäude das Seniorenheim Haus Maria-Rast. Zu Beginn der 1980er Jahre, als der Dammer Bauunternehmer Ernst Bosche das Gebäude erworben hatte, entstanden in dem bis dato als Gastwirtschaft und Hotel genutzten Jägerhof Wohnungen. In den Unterlagen zur Zwangsversteigerung heißt es, bei dem zweigeschossigen Wohngebäude, dessen Verkehrswert samt dem Grundstück auf 265000 Euro taxiert wird, handele es sich um ein frei stehendes Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen Die Gesamtwohnfläche beträgt rund 490 Quadratmeter, die einzelnen Wohnungen sind zwischen 57 und 149 Quadratmeter groß. Zum Areal gehören ferner Garagen, ein ehemaliges landwirtschaftliches Nebengebäude sowie ein Laubwald. Insgesamt beträgt die Grundstücksgröße fast 7300 Quadratmeter. Die Wohnungen, heißt es in den Unterlagen, seien allerdings nicht mehr zeitgemäß. Das war beim Jägerhof bei der Eröffnung 1939 anders, nachdem das durch die Bauunternehmer Heinrich Kohake (Zimmermann) und Heinrich Münsterjohann (Maurer) errichtete Gebäude mit dem charakteristischen Runderker fertiggestellt war. Als erste feierten der spätere Dammer Bürgermeister und Präsident der Carnevalsgesellschaft von 1614, Josef Stromann, und seine Frau Maria nach Angaben Josef Schmuttes am 25. Mai 1939 im Jägerhof ihre Hochzeit. 1951 wechselte das Gebäude, das die Briten nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1951 in Beschlag genommen hatten, den Eigentümer. Rudi Bell und seine Frau Erna erwarben es von Bernhard Jäger. Nur sechs Jahre später veräußerten die es an die langjährigen Wirte des Schweizerhauses, Clemens und Maria Rump. Deren Tochter Elisabeth Schäfer verpachtete es zunächst an Günther Jung, ehe sie den Komplex verkaufte. Ernst Bosches Sohn Jürgen veräußerte das Gebäude schließlich nach Angaben Josef Schmuttes 1996 an die Familie Rake.
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