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Friesoyther Gymnasiasten machen sich für Oldenburger Frauenhaus auf den Weg

Die Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums wollen mit ihrem Sternmarsch am 19. November das Schutzhaus unterstützen. Mitarbeiterin Franziska Strosche stellte Arbeit und Initiative vor.

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Auf einen Blick: Franziska Strosche vom Frauenhaus (2. von links) wurde von der AMG-SChülervertretung mit Kathrin Meemken, Pascal Rauert, Madleen Cloppenburg, Marvin Niemeyer, Anna Eilers, Maximilian Moorkamp und David Antal (von links) willkommen geheißen. Fotos: Claudia Wimberg

Auf einen Blick: Franziska Strosche vom Frauenhaus (2. von links) wurde von der AMG-SChülervertretung mit Kathrin Meemken, Pascal Rauert, Madleen Cloppenburg, Marvin Niemeyer, Anna Eilers, Maximilian Moorkamp und David Antal (von links) willkommen geheißen. Fotos: Claudia Wimberg

Angst und Verzweiflung sind kaum noch zu ertragen, der Alltag von Unterdrückung geprägt. "Gewalt, in welcher Form auch immer, ist nie okay und immer verboten", sagt Franziska Strosche nachdrücklich. "Und niemand ist schuld", fügt die Mitarbeiterin des Autonomen Frauenhauses Oldenburg hinzu, als sie den Schülern des Friesoyther Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) eines der ältesten Schutzhäuser für Frauen und Kinder in Deutschland vorstellt.

Für diese 1977 gegründete Initiative werden sich die Jahrgänge am 19. November auf den Weg machen und das bei ihrem Sternmarsch gesammelte Geld spenden. Gerade in Corona-Zeiten sei die Zunahme von häuslicher Gewalt vermehrt thematisiert worden, "deshalb haben wir uns für dieses Projekt entschieden", betonen die Mitglieder der Schülervertretung, die alle Klassen zu den Informationsveranstaltungen im Forum begrüßten.

Der Schritt ins Frauenhaus sei nicht leicht, aber manches Mal der letzte Ausweg, weiß Franziska Strosche. Wer sich dafür entscheide, sei geschlagen und verletzt, beschimpft und klein gemacht, kontrolliert und eingesperrt worden – vielleicht auch gegen den eigenen Willen verheiratet.

Stellte sich auch den Fragen der Schüler: Franziska Strosche.  Stellte sich auch den Fragen der Schüler: Franziska Strosche. 

Häusliche Gewalt gehe an Kindern nie vorbei. Wenn sie selbst nicht unmittelbar physisch angegriffen werden, dann leiden sie auf jeden Fall psychisch. Frauen sind laut der 2019 veröffentlichten Statistik des Bundeskriminalamts mit 81 Prozent weitaus häufiger betroffen, als Männer. Jede dritte Frau (35 Prozent) ab dem 15. Lebensjahr wird in ihrem Leben Opfer physischer oder sexualisierter Gewalt, heißt es.

Nur die wenigsten zeigen es an und Veränderung erfordere Kraft und Mut. Die Angst vor Eskalation und dem sozialen Abstieg, der Verlust des vertrauten Umfeldes sowie mangelndes Selbstbewusstsein lähmen die Entscheidung. Doch wer sie treffe,  sei in guten Händen: In Oldenburg stehen elf Zimmer für zwölf Frauen und acht Kinder zur Verfügung, darüber hinaus gebe es Gemeinschaftsräume und Spielräume für die Kinder.

Ein selbstverantwortliches Leben werde gefördert und die Bewohnerinnen erhalten eine größtmögliche Unterstützung in privaten und bürokratischen Angelegenheiten und damit neue Perspektiven fürs Leben. Durchschnittlich verbringen sie drei bis vier Monate im Frauenhaus, dessen Adresse geheim sei und dessen Mitarbeiter Tag und Nacht erreichbar seien, lernten die Friesoyther Schülerinnen und Schüler.

Hausaufgabenbetreuung wird aktuell geplant

Danach ziehen sie in eine eigene Wohnung oder streben mit ihrem Mann mit therapeutischer Begleitung einen Neuanfang an: "Da gibt es die unterschiedlichsten Geschichten", sagt Franziska Strosche und dankt den Jugendlichen für ihre Mithilfe. Mit den Spenden können besondere Ausflüge organisiert und Geburtstags- und Weihnachtswünsche wahr werden. Ein Projekt, das zurzeit geplant werde, sei eine Hausaufgabenbetreuung. Außerdem sei es den Verantwortlichen wichtig, dass jede Frau ins Frauenhaus kommen könne. Somit verwenden sie Gelder zur Finanzierung von Aufenthalten, die nicht staatlich gefördert werden. "Denn jede Frau muss eine kleine Miete zahlen", erklärt Franziska Strosche.

Nicht zuletzt ginge es um die Erstausstattung der Bewohnerinnen, um Reparaturen im Gebäude sowie um eine angemessene und gemütliche Atmosphäre. Und auch dafür sei das Geld gut angelegt.

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