Freude über „Wunder von Huckelrieden“
Jahresrückblick: Was Menschen durch gemeinsames Handeln erreichen können, bewies ein Vorfall in dem Löninger Ortsteil. Eine Seniorin war tagelang verschwunden. Es gab ein Happy End.
Georg Meyer | 30.12.2025
Jahresrückblick: Was Menschen durch gemeinsames Handeln erreichen können, bewies ein Vorfall in dem Löninger Ortsteil. Eine Seniorin war tagelang verschwunden. Es gab ein Happy End.
Georg Meyer | 30.12.2025

Glücksgefühle: Nach der erlösenden Nachricht lagen sich die Freundinnen der Familie in den Armen. Foto: G. Meyer
Über ein echtes Wunder hat OM-Medien Anfang Juli berichtet. Im Löninger Ortsteil Huckelrieden wurde eine vermisste Seniorin nach tagelanger Suche lebendig in einem Waldstück wiedergefunden. Möglich geworden war dies, weil viele Freiwillige dem Aufruf der Angehörigen gefolgt waren und das unwegsame Gebiet gleich mehrfach nach der Demenzkranken durchkämmt hatten. Fast eine Woche zuvor war die 81-Jährige spurlos aus ihrem Wohnhaus verschwunden. Ironie der Geschichte: Es steht nur wenige hundert Meter vom späteren Fundort entfernt. Trotzdem galt die Frau tagelang als unauffindbar. Eine erste Suche der Polizei endete ergebnislos. Auch der Einsatz von Spürhunden brachte nicht den gewünschten Erfolg. In den sozialen Medien bat die Familie schließlich die Bevölkerung um Unterstützung. An einer ersten Suche beteiligten sich danach hunderte Menschen aus Löningen und der Umgebung. Nachdem auch diese Aktion fehlgeschlagen war, machte sich unter Angehörigen und Freunden allmählich Verzweiflung breit. Ans Aufgeben dachten sie trotzdem nicht und starteten einen letzten Versuch. Wieder kamen rund 200 Freiwillige. Mitglieder der Feuerwehr Löningen teilten sie auf und Landwirte brachten sie mit Anhängern zu ihren Einsatzorten. „Wir hoffen auf ein Wunder“, sagte die Tochter der Vermissten kurz vor Beginn der Aktion gegenüber OM-Medien. Und das Wunder gelang: Der 16-jährige Julian Benken befand sich mit seiner Gruppe in einem Waldstück in der Nähe der Schutenmühle, als er plötzlich einen Körper entdeckte, der in einer Kuhle unter einem Baum lag. Es handelte sich um die Vermisste. Schnell bemerkte Julian auch, dass die Frau noch lebte. „Zum Glück war eine Arzthelferin sofort zur Stelle und kümmerte sich um sie“, berichtete der Schüler anschließend. Kaum eine Stunde nach Beginn der Aktion war diese bereits wieder beendet – und zwar mit dem maximalen Erfolg. Die Seniorin kam zur Behandlung ins Krankenhaus. Sie hatte zwar körperlich gelitten, doch nach einigen Tagen ging es ihr wieder deutlich besser. Von der Resonanz auf ihren Aufruf zeigte sich ihre Tochter Bianca Stramm überwältigt. „Ich kann mich nur bei all diesen tollen Menschen bedanken, die in dieser schlimmen Situation zu uns halten“, sagte sie gerührt. Ihre Freundin Veronika Wenner, die die Suche ebenfalls tagelang in Atem gehalten hatte, zollte allen Helfern großen Respekt. „Sie sind teilweise bei 36 Grad im Schatten losgezogen, bis sie irgendwann auf dem Zahnfleisch marschierten.“ Nun seien alle mit einem Wunder belohnt worden. „Und das zeigt mir, dass man nie zu früh aufgeben darf.“

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