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Freie Schulen beklagen Unterfinanzierung durch das Land

Schon die Corona-Sonderzahlungen für Lehrer belasten die Träger. Schulvertreter am Kolleg St. Thomas (KST) in Vechta machten nun ihrem Ärger Luft.

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Schwierige Debatte um die Schulfinanzierung: (von links) Stefan Politze, Uwe Kathmann, Ingo Windeler (Elternrat), Guido Pott, Prior Pater Karl Gierse von den Dominikanern, Frank Rohenkohl, Professorin Dunja Hinze-Selch, Mark Brockmeyer und Thomas Wessler. Foto: Heuer

Schwierige Debatte um die Schulfinanzierung: (von links) Stefan Politze, Uwe Kathmann, Ingo Windeler (Elternrat), Guido Pott, Prior Pater Karl Gierse von den Dominikanern, Frank Rohenkohl, Professorin Dunja Hinze-Selch, Mark Brockmeyer und Thomas Wessler. Foto: Heuer

Träger und Elternvertreter kritisieren die schlechte Finanzierung der Freien Schulen in Niedersachsen. Bei einem Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Guido Pott und Stefan Politze beim Kolleg St. Thomas (KST) in Vechta machten die Schulvertreter ihrem Ärger Luft. Die Sozialdemokraten waren laut Mitteilung der Einladung von Schulleiter Mark Brockmeyer in das Gymnasium der Dominikaner gefolgt. Politze gilt für die Schulvertreter als stellvertretender SPD-Fraktionschef und kultuspolitischer Sprecher seiner Partei als richtiger Ansprechpartner für das Thema.

Uwe Kathmann, Vorstand der kirchlichen Schulstiftung St. Benedikt – unter anderem Träger der Liebfrauenschule in Vechta – erklärte: Freie Schulen litten seit 8 Jahren unter einer Unterfinanzierung. Das Land erstatte lediglich noch 75 Prozent der Personalkosten. Da freie Schulträger gleichzeitig aber auch keine hohen Schulgelder verlangen wollten, werde die Situation für sie immer schwieriger. Weitere 4 Jahre auf eine Verbesserung der Finanzierung zu warten, das gehe nicht, erklärte Kathmann.

Auch Thomas Weßler, Vorstand der Schulstiftung Osnabrück mit 21 Schulen, beklagte: Die Finanzierung öffentlicher und freier Schulen laufe kräftig auseinander. "Für einen freien Träger sind insbesondere die Pensionskosten für verbeamtete Lehrkräfte nicht mehr zu stemmen. Hier sind die eigenen Kosten inzwischen fast doppelt so hoch wie die zugestandene Finanzhilfe", sagte er.

Unterfinanzierung ist nach Einschätzung der Schulträger in allen Bereichen spürbar

Die Unterfinanzierung ist nach Einschätzung der Schulträger in allen Bereichen spürbar. So mache die vom Land festgelegte Corona-Sonderzahlungen an Lehrkräfte allein für das Kolleg St. Thomas 65.000 Euro aus, rechnete Brockmeyer vor: "Dieses Geld ist in keinem Haushalt vorgesehen und wird uns vom Land nicht refinanziert." Dazu beklagte er einen großen Verwaltungsaufwand für Förderprogramme. Die Förderung solle besser in die allgemeine Finanzhilfe des Landes eingerechnet werden.

Der Vorsitzende der KST-Elternschaft, Frank Rohenkohl, misst den Freien Schulen einen hohen Stellenwert zu: "Pluralismus im Bildungswesen schützt vor Fehlentwicklungen", sagte er. Und: Es seien doch alles Landeskinder, die hier beschult werden. Nach dem tieferen Sinn einer strukturellen Unterfinanzierung fragte Professorin Dunja Hinze-Selch: "Wollen wir nur noch Konzernschulen haben, die sich selbst finanzieren, oder wollen wir traditionelle Schulen beibehalten?"

Schulen in freier Trägerschaft sollten nicht schlechter behandelt werden als öffentliche Schulen

Politze erklärte: Schulen in freier Trägerschaft sollten nicht schlechter behandelt werden als öffentliche Schulen. Eine seiner Töchter besuche auch eine freie Schule. Hinter der schlechteren Finanzierung stecke keine Absicht, sondern gewachsene Strukturen. Er begrüße die Pluralität in der Schullandschaft und gehe davon aus, dass Verhandlungen zwischen dem Kultusministerium und freien Schulträgern in naher Zukunft eine Verbesserung bringen werden.

Politze sagte allerdings auch: Alle Ressorts des Landes müssten Einsparungen hinnehmen, um den 10-Milliarden-Euro-Corona-Sonderfond zu stemmen. Grundsätzlich sei er dafür, die Bildungsfinanzierung neu aufzustellen. Mit einer Schuldenbremse lasse sich Bildung jedenfalls nicht finanzieren.

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