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Feuerwehr blickt auf schwere Coronazeit

Die Cloppenburger Einsatzkräfte haben seit Mitte März keinen regulären Dienstabend mehr gehabt. Langsam wird der Betrieb wieder hochgefahren.

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Foto: FFW CLP / Lichtufß

Foto: FFW CLP / Lichtufß

Seit Mitte März kein regulärer Dienst, die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Cloppenburg durcheinandergewirbelt. „So etwas hat die Menschheit ja noch nicht erlebt. Man lernt mit Dingen umzugehen, die man sonst anders angefasst hätte“, sagt Stadtbrandmeister Horst Lade.

Dabei gebe es positive wie auch negative Erfahrungen. Zu Beginn des Lockdown stellte sich die Frage der Kommunikation, schließlich mussten die rund 100 Kameraden mit regelmäßigen Infos versorgt werden. Der Dienstabend jeden Mittwoch war jedenfalls bislang untersagt. „Ich habe dann unseren wöchentlichen Report als Mail an alle verschickt“, erklärt Lade.

Zudem habe es Videokonferenzen gegeben, bei zu vielen Teilnehmern sei dies aber auch schwierig gewesen. Nach einigen Lockerungen durfte sich die Führungsriege zumindest in der großen Fahrzeughalle treffen. „Die Leute müssen dann exakt formulieren. Das ging dann auch schneller, weil wir nicht zwei Stunden da stehen wollten“, sagt Lade mit einem Augenzwinkern.

Stadtbrandmeister Horst Lade. Foto: FFW CLP  LichtufßStadtbrandmeister Horst Lade. Foto: FFW CLP / Lichtufß

Die große Sorge, dass einige Mitglieder die neu gewonnene Zeit so sehr genießen, dass die Feuerwehr in den Hintergrund rückt, habe sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. „So wie es aussieht, bleiben alle dabei“, so der Stadtbrandmeister. Auf der anderen Seite hätten viele auch gemerkt, was ihnen ohne den Mittwochabend fehlt. „Dass es langsam wieder losgehen kann, ist auch ein Lichtblick“, erklärt Pressewart Björn Lichtfuß.

Während der Zeit der Lockerungen gab es acht Ausbildungsgruppen mit jeweils zehn bis zwölf Feuerwehrleuten und einem festen Ausbilder. Nun könne in Kürze die Zahl auf vier Gruppe mit je 20 Teilnehmern verändert werden. Sie treffen sich jeweils an verschiedenen Tagen in der Woche, um größere Zusammenkünfte zu verhindern. Bei der Gruppenbildung seien die Einsatzschleifen berücksichtigt worden, sodass man stets einsatzbereit ist. Weiterhin von regelmäßigen Treffe ausgenommen ist die Senioren- und Ehrenabteilung, viele der Mitglieder zählen zur Risikogruppe.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen die Neulinge: „Das hat Energie gekostet, sie bei der Stange zu halten“. Eine gute Arbeit hätten auch die Jugendwarte geleistet. Sie beschäftigten die Kinder und Jugendlichen teilweise mit Aufgaben für Zuhause.

Pressewart Björn Lichtfuß. Foto: FFW CLPPressewart Björn Lichtfuß. Foto: FFW CLP

Positiv sei die Entwicklung der Einsatzzahlen während der Coronazeit. In diesem Jahr hat es bislang 128 Einsätze gegeben, Im Vorjahreszeitraum waren es bereits 188. Die Ausrückeordnung sei gleich geblieben, die Fahrzeuge sind allerdings mit weniger Kräften besetzt. Vor Ort wird dann entschieden, ob noch Nachrücker benötigt werden. „Wir haben nichts an Effizienz eingespart“, sagt Lade.

Der große Nachteil an Corona sei, dass gemeinsame Aktionen nicht durchgeführt werden konnten. „Und wir leben von der Kameradschaft“, so Lade. So gab es in der Zeit zwei neue Fahrzeuge, die nicht eingesegnet werden konnten sowie zwei Hochzeiten und einen Trauerfall. Zudem haben fünf Neugeborene zwar einen Storch bekommen, so richtig gefeiert werden konnte allerdings nicht. „Das müssen wir alles nachholen“, erzählt Lichtfuß mit ein wenig Vorfreude in der Stimme.

Für die Zukunft stehen weitere kleinere Termine unter Einhaltung der Hygieneregeln an. Unter anderem werden Ende Oktober verschiedene Mitglieder geehrt. Die große Jahreshauptversammlung mit Wahlen ist für März angesetzt. „In welchem Rahmen das möglich ist, müssen wir abwarten“, sagt Lade.

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