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EU-Abgeordnete unterstützt Vorhaben gegen Diskriminierung

Katrin Langensiepen kommt auf Einladung der Initiative „Frauen für Demokratie“ nach Vechta. Diese fordert eine Antidiskriminierungsstelle.

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EU-Abgeordnete Katrin Langensiepen (von links) mit Dr. Araththy Logeswaran bei der Veranstaltung in der Universität Vechta. Foto: Gündel

EU-Abgeordnete Katrin Langensiepen (von links) mit Dr. Araththy Logeswaran bei der Veranstaltung in der Universität Vechta. Foto: Gündel

Ein Dialog, der das Thema Antidiskriminierung in den Fokus des Landkreises rückte, hat an der Universität Vechta stattgefunden. Organisiert worden war die Veranstaltung von der Initiative „Frauen für Demokratie“ in Zusammenarbeit mit dem AStA der Uni Vechta. Finanziell unterstützte sie das Bündnis für Demokratie Vechta, heißt es in einer Mitteilung der Rassismusforscherin und Mitbegründerin der Initiative, Dr. Araththy Logeswaran. Sie moderierte die Diskussion, zu der Katrin Langensiepen, EU-Abgeordnete (Bündnis90/Die Grünen), eingeladen war. Langensiepen gilt demnach als erste und einzige Frau mit sichtbarer Behinderung im Europäischen Parlament. Sie setze sich seit Jahren für Gleichstellung und Antidiskriminierung ein.

Ein Blick auf die Zahlen aus dem Bericht  für 2024 der Antidiskriminierungsstelle des Bundes belege einen kontinuierlichen Anstieg von Beratungsanfragen – ein klares Signal dafür, dass Diskriminierung nach wie vor ein drängendes Problem darstelle. Logeswaran wies jedoch darauf hin, dass die offizielle Statistik nur die Spitze des Eisbergs abbildet. In ländlichen Regionen wie Vechta fehlten flächendeckende Beratungsstrukturen, und viele Betroffene entschieden sich aus Angst vor negativen Konsequenzen gegen eine Meldung. Diese „Dunkelziffer“ bleibe unsichtbar, solange keine niederschwelligen Anlaufstellen existierten.

Um die Dringlichkeit zu verdeutlichen, berichtete die Moderatorin von einem rassistischen Vorfall in Lohne, heißt es weiter. Der Vorfall, der erst wenige Tage zuvor geschehen sei, zeige deutlich, dass Diskriminierung nicht nur ein abstraktes Problem, sondern eine unmittelbare Realität in der Region sei. Katrin Langensiepen bestätigte demnach diese Einschätzung und schilderte, wie rechtspopulistische sowie rechtsextreme Tendenzen in Deutschland und Europa die Ressourcen für Antidiskriminierungsarbeit zunehmend unter Druck setzen: „Wir beobachten eine Verschiebung der Gelder, und deshalb müssen wir wachsam bleiben und immer wieder nachhaken“, so die Abgeordnete.

Für die Bürgerinnen und Bürger in Vechta bedeute das, dass bestehende Strukturen nicht ausreichten, um Diskriminierung wirksam zu bekämpfen. Die Abgeordnete wies auf soziale und ökonomische Folgen – von verlorenen Arbeitsplätzen über höhere Gesundheitskosten bis zu einem geschädigten sozialen Zusammenhalt – hin. Durch die Einrichtung einer unabhängigen Antidiskriminierungsstelle könnten diese Folgekosten reduziert werden, weil Betroffene schneller Hilfe erhielten und präventive Maßnahmen frühzeitig umgesetzt würden.

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