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Erstes Familientreffen von Eltern mit Kindern mit Down-Syndrom

Mütter und Väter von Kindern mit Trisomie 21 tauschen sich aus. Ins Rollen gebracht hat alles ein Artikel aus der Oldenburgischen Volkszeitung im vergangenen Jahr. Er wurde zum "Selbstläufer".

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Treffpunkt Spielplatz: Die Familien hatten ihr erstes Treffen in Vechta. Foto: Gerwanski

Treffpunkt Spielplatz: Die Familien hatten ihr erstes Treffen in Vechta. Foto: Gerwanski

Wenn sich Mütter, Väter und kleine Kinder ganz zwanglos zu einem gemeinsamen Frühstück treffen, kann es schon mal etwas lebhafter zugehen. So war es auch beim ersten Treffen von Eltern, deren Kinder mit dem Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt, auf die Welt gekommen sind. Zeitlich gesehen war der Anlass des Treffens, das am Samstag in Vechta stattfand, der Welt-Down-Syndrom-Tag am Montag.

Aber für die Eltern hatte das Treffen einen viel entscheidenderen Aspekt. Vor genau einem Jahr hatten Sarah Kaufmann und Carina Aumann aus Lohne in einem Artikel in der Oldenburgischen Volkszeitung auf ihre familiäre Situation hingewiesen. Denn ihre Söhne Johann und Hugo haben dieses 21. Chromosom, das bei ihnen einmal zu viel vorkommt und das zu Beeinträchtigungen führen kann. Bald nach Erscheinen des Artikels zeigte sich, dass es weitere Familien im Kreis gibt, die ebenfalls in solch einer Situation stehen. "Der Bericht vom letzten Jahr wurde zum Selbstläufer", blickt Sarah Kaufmann dankbar zurück. Neue Kontakte entstanden. Und so waren bei dem Treffen am Samstag gut und gerne 20 Personen dabei. Allesamt junge Eltern, deren Kinder im Alter zwischen 8 Monaten und 3 Jahren sind.

Diagnose löste erst einmal eine Krise aus

"Ich freue mich, andere Eltern kennenzulernen“, erklärt Petra Knake aus Vechta zu Beginn des Treffens. "Durch den Artikel und die Kontakte untereinander weiß man, dass man nicht alleine ist. Das nimmt einem auch manche Sorgen.“ Bei den meisten Eltern war es so, dass sie vor der Geburt nichts von der möglichen Beeinträchtigung ihres Kindes wussten. Aber dann wurde nach der Entbindung die Diagnose mitgeteilt: Trisomie 21. "Das löst erst einmal eine Krise aus“, sagt Petra Knake. Doch letztendlich komme man zu der Erkenntnis, es ist gut so und man müsse keine Angst haben. "Wir sind eine normale Familie, führen einen normalen Alltag, können beispielsweise auch ganz normal einkaufen gehen“, betont sie. Nun gut, mitunter dauere bei Anton einiges etwas länger, mitunter fehle auch die Einsicht etwas so und nicht anders zu machen.

Über das gelungenen Treffen freuen sich: (von links) Petra Knake mit Anton, Sarah Kaufmann mit Johann und Carina Aumann mit Hugo. Foto: GerwanskiÜber das gelungenen Treffen freuen sich: (von links) Petra Knake mit Anton, Sarah Kaufmann mit Johann und Carina Aumann mit Hugo. Foto: Gerwanski

Wenn Sarah Kaufmann zurückblickt auf die Geburt, so denkt sie noch daran, dass die Übermittlung der Diagnose "nicht so prickelnd“ war. Längst sei die Familie aber in die unvermutete Situation hineingewachsen. "Wir werden überall gut aufgenommen“, betont sie. Hineinwachsen müssen die Eltern auch in die Möglichkeiten der Frühförderung. Was steht einem an Hilfe zu? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Alles muss immer wieder neu auf den Weg gebracht werden, immer wieder müssen Anträge gestellt werden. In diesem Rahmen gibt es allerdings auch Erleichterungen. "Antons aktuelle Therapien werden in der Kinderkrippe angeboten“, berichtet Petra Knake. "Das hilft ungemein.“

Welche Frühförderung ein Kind in Anspruch nehmen sollte und kann, ist natürlich unterschiedlich. Sie kann schon mit der Förderung der Wahrnehmung beginnen oder mit der Förderung der Muskulatur. Auch logopädische Unterstützung kann wichtig sein, denn betroffene Kinder beginnen oftmals später als andere zu sprechen. Es sei ein gelungenes Treffen gewesen, zieht Sarah Kaufmann ihr Resümee. "Es gab einen guten Erfahrungsaustausch“, betont sie. "Wir wissen, dass wir als Eltern auf einem Nenner sind.“ Ein neues Treffen sei zunächst noch nicht geplant. Der Elternkreis sei aber auch nicht als Selbsthilfegruppe anzusehen. Dennoch: Der Kontakt untereinander bleibe bestehen, denn inzwischen seien viele Freundschaften entstanden. "Und dann gibt es auch unsere WhatsApp-Gruppe“, sagt Sarah Kaufmann, "da erfährt jede Familie immer wieder etwas Neues.“

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