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Eine pädagogische Wunderwaffe auf 4 Pfoten

Er bellt und stupst auch mal an: Schulhund Balou soll ab der kommenden Woche Schüler und Lehrer an der Ludgerus-Schule in Vechta unterstützen.

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Pfote drauf: Herbert Nerkamp und sein Hund Balou sind demnächst gemeinsam an der Ludgerus-Schule im Einsatz. Foto: Nerkamp

Pfote drauf: Herbert Nerkamp und sein Hund Balou sind demnächst gemeinsam an der Ludgerus-Schule im Einsatz. Foto: Nerkamp

Er ist blond, hat dunkle Augen und 4 Pfoten: Auf immer mehr Schulfluren wandern in Deutschland neben den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften auch Hunde von Klassenzimmer zu Klassenzimmer. Einer von den rund 500 von Pädagoginnen und Pädagogen gelisteten Schulhunden in der Bundesrepublik ist der 3-jährige Balou. Als "pädagogische Wunderwaffe" soll er ab der kommenden Woche an der Ludgerus-Schule in Vechta für ein positives Klassenklima sorgen, sagt sein Besitzer und Lehrer an der Schule, Herbert Nerkamp. Gleichzeitig soll seine Anwesenheit die Lernleistung der Schüler verbessern und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder und Jugendlichen schärfen.

Wie die meisten anderen Schulhunde auch, lebt Balou als normaler Familienhund bei Herbert Nerkamp. Allerdings ist er eben nicht als Familienhund, sondern als sogenannter Diensthund im Einsatz. Um an einer Schule als "Co-Pädagoge" eingesetzt werden zu dürfen, hat Balou ein 2-jähriges spezielles Trainingsprogramm hinter sich. Der junge Labrador sei zwar "manchmal noch etwas frech", sagt Nerkamp mit einem Augenzwinkern. Dies sei allerdings überhaupt kein Problem.

Schüler sollen gestärkt werden

Eingesetzt werden soll der Rüde zunächst in den sonderpädagogischen Stunden an der Schule, erklärt Nerkamp. Dort wird Balou mit Schülern, die einen speziellen Förderbedarf haben, zusammenarbeiten. "Ich bezeichne Balou deshalb bewusst als Co-Pädagogen. Der Hund arbeitet am Menschen", erläutert Nerkamp. Er erhoffe sich von dem Einsatz des Hundes an der Schule, dass sich die Schülerinnen und Schüler öffnen, mehr Vertrauen in sich und andere gewinnen, motivierter sind und gestärkt werden.

"Wenn ein Schulhund in einer Klasse ist, ist das Schulklima gleich viel besser. Es ist viel ruhiger", erklärt der Lehrer. Balou ist so ausgebildet, dass er sich bei steigender Lautstärke in der Klasse hinsetzt. Wird es zu laut, beginnt er zu bellen. Doch auch bei Schülern, die auf dem Stuhl kippeln, kommt der Labrador zum Einsatz: "Dann läuft Balou hin und stupst den Schüler an", sagt Nerkamp.

"Der Hund ist erstmal nicht meinetwegen an der Schule, sondern wegen der Schüler."Herbert Nerkamp, Besitzer von Balou und Lehrer an der Schule

Die Idee, erstmalig in der Geschichte der Schule einen Schulhund einzusetzen, sei auch beim Kollegium der Ludgerus-Schule gut angekommen, erklärt Nerkamp. Und auch die Vorfreude bei den Schülern auf den neuen "Co-Pädagogen" sei groß. Doch nicht nur die Vorfreude ist groß. Auch der Aufwand, den Nerkamp betreiben muss, ist nicht zu unterschätzen. Balou darf an der Schule anfangs 4,5 Stunden am Tag arbeiten. Gleichzeitig muss ein spezielles Schulhundbuch geführt werden. Dort muss Nerkamp alles rund um die Hygiene des Hundes, dessen Fellpflege, Zahnpflege, Klauenpflege, Impfungen und Wurmkuren dokumentierten.

Dennoch: Balous Engagement soll sich definitiv lohnen. "Der Hund ist erstmal nicht meinetwegen an der Schule, sondern wegen der Schüler", sagt der Pädagoge. Und da erhofft er sich wie viele andere an der Schule Erfolge.

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