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Eine Astruperin leitet das Bundessprachenamt

In ihrem beruflichen Alltag dreht sich vieles um Fremdsprachen. Dazu sagt die Juristin Maria-Anna Wessel, sie mache heute genau das, was sie schon immer habe machen wollen.

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Neue Präsidentin: Maria-Anna Wessel zeigt die Ernennungsurkunde, die ihr Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer überreicht hat. Foto: E. Wenzel

Neue Präsidentin: Maria-Anna Wessel zeigt die Ernennungsurkunde, die ihr Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer überreicht hat. Foto: E. Wenzel

Unterrichten, Übersetzen, Dolmetschen, dafür ist das Bundessprachenamt zuständig. An dessen Spitze steht seit dem 17. Mai als Präsidentin Maria-Anna Wessel. In Damme wurde sie geboren, in der Vördener Bauerschaft Astrup ist sie aufgewachsen.

"Das war eine große Ehre."Maria-Anna Wessel

Im Juli erhielt sie von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Ernennungsurkunde. Dafür kam die Ministerin persönlich nach Hürth. "Das war eine große Ehre“, erklärt die 63 Jahre alte Wessel.

Sie ist die erste Frau an der Spitze des Amtes. Neu im Bundessprachenamt ist Maria-Anna Wessel dagegen nicht. Bereits im Mai 2013 übernahm sie die Aufgaben der Vizepräsidentin und Verwaltungschefin.

Diverse Leitungsfunktionen in der Vita

Seit nunmehr 35 Jahren arbeitet sie bei der Bundeswehr. Dort fing sie 1986 direkt nach dem erfolgreich absolvierten Zweiten Juristischen Staatsexamen als Dezernentin in der damaligen Wehrbereichsverwaltung in Hannover an.

Es folgten unter anderem Verwendungen als Leiterin der Kreiswehrersatzämter in Göttingen, Schwerin und Dresden sowie als Referentin im Bundesministerium der Verteidigung und als Abteilungsleiterin einer Wehrbereichsverwaltung.

"Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen."Maria-Anna Wessel

Über ihre Zeit beim Bundessprachenamt redet sie nur positiv: "Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen." Gewandelt hat sich ihr Aufgabenfeld. Ihre Hauptaufgabe als Präsidentin sei nunmehr die Repräsentation des Amtes. Was diese Arbeit umfasst, beschreibt sie so: Das Bundessprachenamt sei der zentrale Sprachendienstleister für die Bundeswehr und die Bundesressorts. Die Basis der Arbeit bilden 2 Fachbereiche: die Sprachausbildung und die Sprachmittlung.

In rund 30 Ausbildungsstandorten werden Angehörige der Bundeswehr und anderer Bundesressorts sowie der Länder in über 50 Fremdsprachen unterrichtet. Die müsse sie glücklicherweise nicht selbst beherrschen, sagt Maria-Anna Wessel mit einem Lachen.

Militärattachés gehören zu den Schülern

Alle Verteidigungs- und Militärattachés, die Deutschland in die Auslandsvertretungen schickt, erlernten vorher im Bundessprachenamt die jeweilige Landessprache. Ausländische Soldatinnen und Soldaten lernten im Gegenzug im Rahmen der Militärischen Ausbildungshilfe die deutsche Sprache im Vorfeld eines Studiums oder der Teilnahme an internationalen Offizierslehrgängen in Deutschland.

Wichtig bei der Sprachausbildung sei es, zielgruppenorientiert und verwendungsbezogen zu arbeiten. Jemand im Vorzimmer benötige ein anderes Sprachlevel als Lehrgangsteilnehmer in den verschiedenen Laufbahnen, beziehungsweise speziellen Verwendungen, erklärt Maria-Anna Wessel.

Die sogenannte Sprachmittlung umfasse Übersetzen, Dolmetschen und Terminologiearbeit. Übersetzt würden unter anderem sicherheitspolitische Dokumente, aber auch technische Dokumentationen, die für die internationale Zusammenarbeit wichtig sind.

„Da muss jedes Wort sitzen und den Sinn und Inhalt genau wiedergeben.“Maria-Anna Wessel

Das Dolmetschen in Konferenzen und Arbeitssitzungen sowie in besonderen Auslandseinsätzen trage zur internationalen Verständigung bei. Die Beschäftigten des Amtes seien an den Ereignissen direkt dran, erklärt die neue Präsidentin des Bundessprachenamtes: "Da muss jedes Wort sitzen und den Sinn und Inhalt genau wiedergeben."

Die vielfach auf internationaler Bühne stattfindenden Aufgaben bedeuten für die Astruperin vor allem eins: Verantwortung. Genau die trägt sie jetzt für rund 1000 Mitarbeiter, die auf rund 60 Standorte verteilt sind. Viel Freizeit habe sie nicht.

Darum sei sie froh, am Wochenende nach Neuenkirchen-Vörden pendeln zu können. Sie meint, man brauche immer einen Ort, an dem man verankert sei. Für sie steht der fest: "Die Astruper Heimat."

„Ich wollte genau das machen, was ich heute mache.“Maria-Anna Wessel

Genau hier beschloss sie auch, eine Verwaltungslaufbahn einzuschlagen. Ihr Vater war bis zur Gebietsreform Bürgermeister von Hörsten. "Von klein auf war das Gemeindebüro im Elternhaus", erklärt sie. Diese Erfahrung und das Vorbild einer erfolgreichen Arbeit für das Gemeinwesen hätte sie motiviert, Jura zu studieren. Sie blickt zurück: "Ich wollte genau das machen, was ich heute mache."

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