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Ein Plädoyer gegen die Cannabis-Legalisierung

Kolumne: Recht hat, wer Recht bekommt – Statt die Drogen und ihren Konsum so zu verharmlosen, wäre eine Ausweitung der Präventionsarbeit wichtig. Das zeigt ein Blick in die Praxis.

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Der Wissenschaftliche Dienst der Parlamente hat es mehr als deutlich erklärt: Die Pläne der Koalition in Berlin, den Konsum von Cannabis zu legalisieren, verstößt seiner Einschätzung nach eindeutig gegen EU-Recht. Darauf kann es für mich nur eine Antwort geben: Das Vorhaben der Legalisierung muss gestoppt werden, nicht nur zum Schutz der erwachsenen Konsumenten, sondern auch zum Schutz der Kinder und Jugendlichen. Die „große“ Oppositionspartei CDU steht ebenfalls für eine drogenfreie Gesellschaft und dazu gehört auch die Aufrechterhaltung des Verbots von Cannabis. Die Legalisierung führt in eine drogenpolitische Sackgasse.

Auch die stillschweigende Duldung des Konsums von Cannabis, wie in den Niederlanden praktiziert, ist für die CDU ebenfalls falsch. Diese Position wird auch von den zahlreichen Suchtberatungsstellen unterstützt, die sich tagtäglich um Drogensüchtige kümmern und deren Drogenkarrieren genau kennen.

„Die Pläne der Koalition, den Konsum von Cannabis zu legalisieren, verstößt eindeutig gegen EU-Recht.“Klaus Esslinger

Die Ausweitung der Präventionsarbeit, insbesondere an Schulen, kombiniert mit einem konsequenten und harten Vorgehen gegen illegalen Drogenanbau und Drogenhandel ist der einzig richtige Weg mit Blick auf einen effektiven Gesundheitsschutz der gesamten Bevölkerung.

So hat die Drogen-Suchtberatung im Kreis Vechta gerade in ihrem Jahresbericht 2021 auf die Problematik bei den überaus jungen Menschen hingewiesen. Die Mitarbeiter/innen beraten anonym, aber vermehrt klären sie auch auf in den Schulen und haben festgehalten, dass sie im letzten Jahr 525 Klient/innen beraten und betreut haben. 119 davon waren unter 20 Jahre, davon waren 19 noch keine 16 Jahre jung. Die Hauptdiagnose "Alkoholabhängigkeit" mit 31 Prozent der zu Beratenden und zu Betreuenden ist demnach auf 31 Prozent gesunken, der Anteil der Cannabis abhängigen liegt laut des Jahresberichtes im Kreisgebiet bei 21 Prozent der jungen zu betreuenden Menschen.

Zum besseren Verständnis: Ratssuchenden entstehen keine Kosten, wenn sie die Beratung in Anspruch nehmen, einige bekommen das als Auflage, wenn sie straffällig wurden und sich vor dem Jugendgericht verantworten müssen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Suchtberatung unterliegen der Schweigepflicht. Die Hilfe steht allen offen, unabhängig von konfessioneller und kultureller Zugehörigkeit, Alter und Geschlecht. Die Suchtberatung befindet sich am Neuen Markt 30 in Vechta und ist unter Telefon 04441/6533 zu erreichen.


Der Autor

  • Klaus Esslinger ist Gerichtsreporter und war viele Jahre Lokalchef der Oldenburgischen Volkszeitung.
  • Den Autor erreichen Sie per Mail an redaktion@om-medien.de

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