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Durch "Palliative Care" den letzten Lebensweg leichter machen

Aufgrund der hohen Nachfrage bietet das Bildungswerk eine Ausbildung über die ganzheitliche und individuell ausgerichtete Therapie an. Eine Kooperation gibt es mit Medizinerinnen des Hospitals.

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Heilsame Begleitung: "Palliative Care" schließt auch alternative schmerzlindernde Methoden mit ein. Foto: Norbert Försterling/dpa  

Heilsame Begleitung: "Palliative Care" schließt auch alternative schmerzlindernde Methoden mit ein. Foto: Norbert Försterling/dpa  

Auf dem letzten Lebensweg nicht mehr leiden und sich quälen zu müssen und Menschen an seiner Seite zu wissen, die unter anderem mit alternativen und schmerzlindernden Methoden eine heilsame Begleitung garantieren: eines der entscheidenden Ziele von „Palliative Care“. Wer sich im Bereich dieser umfassenden und angemessenen Betreuung sowie der symptomorientierten Arbeit ausbilden lassen möchte, hat dazu erstmals über das Bildungswerk in Friesoythe die Gelegenheit.

„Die Nachfrage von Einrichtungen ist groß“, begründen die Mitarbeiterinnen Barbara Hardenberg und Andrea Hopfmann die Initiative, den Zertifikatskursus auf den Weg zu bringen. Palliativversorgung sei heute „überall Thema“ und der Fortbildungsbedarf immens, da Pflegekräfte vielfach nicht über Kenntnisse der individuell und ganzheitlich ausgelegten Therapie verfügten.

Wie man mit schwer erkrankten Menschen spricht

Ab April können sich nun Fachkräfte aus ambulanten Diensten, stationären Heimen, Hospizen und Krankenhäusern für das neue Angebot anmelden. Doch auch Seelsorger, Helfer und Helferinnen oder Angehörige sollen zur Teilnahme motiviert werden, um sich in Sachen Kommunikation und Ethik schulen zu lassen. „Wie spreche ich mit schwer erkrankten Menschen, welche wohltuenden und spirituellen Formen des Umgangs gibt es, sind Fragen, auf die das Dozententeam kompetente Antworten hat“, informiert Andrea Hopfmann und verweist auf die Kooperation mit den beiden Chefärztinnen des St.-Marien-Hospitals, Dr. Corinna Drebenstedt und Dr. Angelika Menzen.

"Der Bedarf an Palliativkräften ist im Grunde auf allen Stationen gegeben."Dr. Corinna Drebenstedt, Chefärztin der Geriatrie

„Der Bedarf an Palliativkräften im Krankenhaus ist im Grunde auf allen Stationen gegeben“, sagt Dr. Drebenstedt und begrüßt nachdrücklich das nun wohnortnahe Angebot der Ausbildung, um "auch weitere Kollegen dafür gewinnen zu können". Palliativmedizin betreffe längst nicht nur Krebspatienten, wie häufig angenommen, sondern beleuchte insgesamt, speziell und individuell das Ende des Menschen. Die Chefärztin der Geriatrie hebt dabei die „ganz andere und ganzheitliche Herangehensweise" hervor, die „mit einer neuen Einstellung zum Patienten, zur Medizin und zum Leben“ verbunden sei. Durch diese vielschichtigen Formen des Umgangs erlernten Pflegekräfte nicht zuletzt mehr Gelassenheit – „und man lernt einiges über und für sich selbst“.

Die Medizinerin lädt im November Palliativfachkräfte zu einem Aufbaukurses „Palliative Geriatrie“ ein und wird auch sie dazu auffordern, „eine palliativ-geriatrische Grundhaltung zum Wohl aller Bewohner und Patienten in ihr tägliches Handeln einfließen zu lassen“.

168 Stunden umfasst der Kursus „Palliative Care“, der im Bildungs- und Veranstaltungshaus des Caritas-Vereins in Altenoythe stattfindet. Interessenten erwarten die Bildungswerk-Mitarbeiterinnen auch aus Ostfriesland und dem Ammerland und werben darüber hinaus für einen weiteren Vortrag als Aufbaukursus: „Das Konzept der unerkannten Trauer bei Demenz“, so der von Dr. Carmen Birkholz gewählte Titel.

Nach dem Weg durch die Trauer ein neues Leben mit der Krankheit

Die Diplom-Theologin, Trauerberaterin und Mediatorin referiert im Mai über Traurigkeit, die nicht wahrgenommen und somit nicht versorgt wird. Demenz, so die Autorin aus Essen/Ruhr, habe viel mit Verlust zu tun. Nach dem Weg durch die damit verbundene Trauer sei jedoch ein neues Leben mit der Krankheit möglich, das „verändert und erfüllend für die Betroffenen sein kann".

Damit Pflegende, die besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt sind, sich „gesund halten“, lädt Gesundheits- und Demografiemanagerin Annemarie Glowienka schließlich zur Gesundheitswerkstatt „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung" ein, die im Juli angesetzt und auf Prävention ausgelegt ist.

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