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Drogen: Bestellung online, Übergabe persönlich

Nach Angaben der Polizei nimmt das Internet einen immer größeren Anteil beim Handeln mit unerlaubten Betäubungsmitteln ein. Der Medien- und Onlinebereich ist auch in der Suchtberatung präsent.

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Das Internet nimmt einen immer größeren Teil beim Handel mit unerlaubten Betäubungsmitteln ein. Foto: Hermes

Das Internet nimmt einen immer größeren Teil beim Handel mit unerlaubten Betäubungsmitteln ein. Foto: Hermes

Drogenkauf über soziale Netzwerke: Nach Angaben der Polizei nimmt das Internet einen immer größeren Anteil bei unerlaubten Betäubungsmitteln ein. „Der persönliche Handel im privaten und öffentlichen Raum ist aber auch weiterhin präsent", erklärt Polizeisprecherin Nadine Luttmann.

Untersuchungen des Funk-Reportageformats „STRG_F“ hatten gezeigt, dass zahlreiche Drogendealer zum Beispiel die Plattform Instagram nicht nur nutzen, um potenzielle Kunden in Gespräche zu verwickeln, sondern auch gleich dazu, entsprechende Geschäfte abzuwickeln. Die Redaktion hatte selbst – juristisch überwacht – bei zehn willkürlichen Drogendealern per Direktnachricht eingekauft. 

Unter anderem sollen sie dabei sogar an Kokain, LSD und Crystal Meth gekommen sein, alles wurde per Post oder Kurier zugestellt. Eine erste Untersuchung der Medizinischen Hochschule Hannover habe belegt, dass die Drogen echt und wirksam sind. „Im Verlauf der Anfragen hat der Instagram-Algorithmus immer mehr Drogen-Accounts vorgeschlagen, gleichzeitig wurden der Redaktion immer mehr Nachrichten von Dealern geschickt", heißt es in einer Pressemitteilung. 

„Speziell auf die Social-Media-Plattform Instagram bezogen können wir für den Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg und Vechta keine Steigerung oder einen Schwerpunkt erkennen"

Nadine Luttmann, Polizeisprecherin

„Speziell auf die Social-Media-Plattform Instagram bezogen können wir für den Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg und Vechta keine Steigerung oder einen Schwerpunkt erkennen", teilt Luttmann dazu auf Anfrage mit. Gleichwohl könne man nicht ausschließen, dass Instagram für den Kauf und Handel mit Betäubungsmitteln genutzt werde.

Die Polizei habe Kontaktmöglichkeiten zu Verantwortlichen von sozialen Netzwerken, bei denen man anlassbezogen Anfragen stellen könne. „Aus den Ergebnissen dieser Anfragen können sich unter Umständen weitere Ermittlungsansätze ergeben, die eventuell in die echte Welt führen oder neue Spuren im Internet aufdecken", so Luttmann.

Nach Aussagen der Suchtberatung in Cloppenburg betrifft der Drogenkauf im Internet vor allem die „Legal Highs“, also die Substanzen, die sich rechtlich oftmals im legalen Rahmen bewegen.  „Das sind meistens Kräutermischungen. Es ist schnelllebig: Wenn nur eine Substanz verändert wird, sind sie oftmals wieder legal", erklärt Verena Höffmann von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, Stiftung Edith Stein. Laut Aussagen von besorgten Eltern würden diese von den meist jungen Konsumenten selbst online bestellt.

Onlinebereich ist Thema der Suchtberatung

Nach weiteren Informationen der Suchttherapeutin läuft die Bestellung anderer Drogen zwar auch oft über das Handy ab: „Die Übergaben finden aber meist (noch) persönlich statt." 

Der Medien- und Onlinebereich an sich nehme einen immer größeren Rahmen bei der Beratung, Therapie und Prävention ein. Zurzeit werde unter Experten diskutiert, ob und wie eine Online-Abhängigkeit als Krankheitsbild klassifiziert werden könne. „Es gibt da schon eine Überreizung", so Höffmann. 

Immer jüngere Kinder würden ein Smartphone bekommen, daraus können mit dem falschen Umgang Probleme entstehen. Die Kommunikation sei online einfach anders, zudem gebe es aufgrund fehlender sozialer Kontakte auch weniger persönliche Interaktionen.

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