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Draisinen-Strecke soll zum Radweg werden

Der Zweckverband "Erholungsgebiet Hasetal" hat einen neuen Plan für die Strecke: Er will 3 Millionen Euro in die Hand nehmen und in das Radwegesystem investieren.

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Das Ende einer Erfolgsgeschichte: Die Teilnehmer der Abschiedsfahrt auf dem Draisinen-Bahnhof in Bippen. Foto: Lüders

Das Ende einer Erfolgsgeschichte: Die Teilnehmer der Abschiedsfahrt auf dem Draisinen-Bahnhof in Bippen. Foto: Lüders

Die Abschiedstour ist geradelt; die Draisinen sind eingemottet. Nun legt der Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal (ZEH) die Pläne für ein Nachfolgekonzept vor: Auf der Strecke zwischen Quakenbrück und Fürstenau, auf der 20 Jahre die Draisinen unterwegs waren, soll demnächst geradelt werden.

„Wir sind mit Hochdruck dabei, die rund 30 Kilometer lange Strecke touristisch weiter als Highlight zu nutzen und wollen die frühere Bahnlinie in einen Bahntrassen-Radweg verwandeln“, erläutert ZEH-Geschäftsführer Wilhelm Koormann. Es gebe bereits einige Ideen: Denkbar sei etwa, Abschnitte im Stil des Van-Gogh-Radwegs zu gestalten; dieser ist mit einer Farbe so präpariert sind, dass er nachts leuchtet. Auch mit Wasser lasse sich Vieles gestalten. Und: Es gebe in der Löninger Geschäftsstelle zudem bereits Überlegungen für ein neues 3-tägiges Pauschalradwege-Angebot von Quakenbrück über Fürstenau nach Spelle und dann weiter nach Meppen.

Unklar, räumt Koormann ein, sei, wer die konkrete Umsetzung in die Hand nehmen könne. Aber: Die Draisinen-Strecke zwischen den Kommunen im Kreis Osnabrück sei in den vergangenen Monaten offiziell stillgelegt worden. Mit dem geplanten Rückbau der Gleise sollen in den kommenden Monaten erste Fakten für den Radweg geschaffen werden.

Nach einer ersten Schätzung wird Radwegbau rund 3 Millionen Euro kosten

Die bisher vorgenommenen Berechnungen zeigten aber, dass die Aussichten, das Projekt zu verwirklichen, gut seien. Nach einer ersten groben Schätzung müsse von rund 3 Millionen Euro Baukosten ausgegangen werden. 75 Prozent der Summe sei förderfähig. Auch für den Eigenanteil gebe es bereits Planzahlen, denn als Ergebnis der bisherigen Vorarbeiten könne von rund 840.000 Euro für den Verkauf der Gleise ausgegangen werden.

Die Draisinenstrecke sei der Türöffner für den Tourismus in der Kommune und für die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband gewesen, würdigte Fürstenaus Bürgermeister Matthias Wübbel die Bedeutung. Er bedauerte das Ende: „Wir müssen und wollen jetzt nach vorne sehen und hoffen auf viele weitere Gäste durch die neuen Ideen.“

Gründe für Ende der Drasinen-Touren sind Gastronomie-Sterben und Vandalismus

Zum Auftakt der Abschiedsfeier in Bippen hatten der Geschäftsführer, der ZEH-Verbandsvorsteher und Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer, ein positives Fazit von 20 Jahren Draisinen-Touren gezogen. Koormann erinnerte noch einmal an die Stationen des Projekts und stellte die vielen Aktiven – wie Horst Leppich als „Vater und Entwickler“ der Draisine – in den Mittelpunkt. Die Zahl von fast 260.000 Gästen, die die nach und nach entwickelten Fahrrad-, Handhebel oder Clubdraisinen bis zum Ausbruch der Pandemie für Touren genutzt hätten, mache stolz, so Koormann.

Jedes Jahr sei es gelungen, mit neuen Ideen das Angebot für die Gäste attraktiv zu gestalten. Er erinnerte an den Aufbau der Infrastruktur in den ersten Jahren, die Kunstobjekte links und rechts der Strecke, an den künstlichen Tunnel, an die ins Leben gerufenen Draisinenrennen, die „Gänsebraten“-Fahrten und an das eigens kreierte „Gefängnishotel“-Projekt. Zu den Enttäuschungen habe die nicht zustande gekommene Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Transrapid-Zuges bei Kemper in Nortrup gehört.

Aber warum endet eine solche Erfolgsgeschichte? Es gebe immer weniger Gaststätten entlang der Strecke, nannte der ZEH-Geschäftsführer einen Grund. Ohnehin mache die gesamte Infrastruktur Probleme. Und: Der Vandalismus habe immer weiter zugenommen. Einen Radweg zu unterhalten sei einfacher.

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